Hier werden Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Foto: Fritsche

Flüchtlinge aus der Ukraine haben eine vorläufige Bleibe im Gruppenhaus von Michael Reimold beim Kloster Wittichen gefunden.

Schenkenzell-Wittichen - Michael Reimold, Inhaber der GFT-Gruppe in Schenkenzell, hatte im April 2022 das Gebäude der ehemaligen Fachklinik beim Kloster Wittichen erworben, um daraus eine Unterkunft für Gruppen zu machen, als "Event Location" für Hochzeiten, Geburtstage und andere Feiern.

"Das Klösterle habe ich gekauft, um Gruppen unterzubringen in eigener Regie. Also modernisieren, anpassen, optimieren, um parallel drei davon unter zu bekommen", erklärte Reimold auf Anfrage. Diese Pläne hat er verschoben. Denn inzwischen wohnen circa 50 Flüchtlinge aus der Ukraine in den Räumen. Seit Ende November nutzt das Landratsamt Rottweil die Immobilie als Flüchtlingsunterkunft. Nach dem früheren Hotel Sonne ist es die zweite in Schenkenzell.

Dreijahresvertrag unterzeichnet

"Das ursprüngliche Ziel steht immer noch im Raum! Aktuell haben wir einen Dreijahresvertrag mit dem Landratsamt Rottweil, weil es für die Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen diese Dreijahresbindung gibt", erläuterte Reimold. Sonst liefen solche Verträge über fünf, früher sogar sieben Jahre. In dieser kürzeren Frist für die Ukrainer stecke Hoffnung drin: "Hoffen und beten wir alle, dass es nicht so lange dauert und diese Menschen früher in ihre Heimat zurück können". In ihre Wohnungen und Häuser, falls diese nicht zerstört sind. "Wenn alles in diese Richtung läuft, dann renovieren wir Ende 2024 mit dem Ziel, ab 2025 das Klösterle seiner eigentlichen Berufung zu übergeben", erklärte Reimold.

Das Marketing für das Projekt über das Internet laufe weiter und die Anfragen zu Hochzeiten und Geburtstagen und anderen Festen bediene er mit seinen anderen Unterkünften, zum Beispiel dem "Schlößle" im Stockhofweg in Schenkenzell. "Wir kommen immer mehr weg vom Junggesellenthema, wir wollen mit allen klar kommen", beteuerte er.

Gemeinde gefordert

Auch wenn die Flüchtlingsunterkunft in Wittichen voll unter der Regie des Landratsamtes läuft, bedeutet der plötzliche Zustrom so vieler Menschen auf einen Schlag für die Gemeinde Schenkenzell eine Herausforderung. "Diese Flüchtlinge kamen nicht über die Landesaufnahmestellen, sondern direkt im Landkreis Rottweil an", berichtete Bürgermeister Bernd Heinzelmann.

Sie würden zwar vom Landkreis und nicht vom Integrationsmanagement der Gemeinde betreut, aber sie müssten sich im Rathaus anmelden und bei der Bank ein Konto einrichten: Wenn da auf einen Schlag zehn oder 20 Flüchtlinge, in der Regel ohne Sprachkenntnisse, im Rathaus oder in der Bankfiliale auftauchten, seien die Mitarbeiter mehr als gefordert.

Einige Kinder besuchten inzwischen auch die Grundschule, für die Kita gebe es noch eine Warteliste. Inzwischen habe auch Hans-Kurt Rennig Kontakt mit den Flüchtlingen aufgenommen: Am 23. Dezember hatten Rennig und Diakon Rainer Lehmann in der evangelischen Kirche in Schenkenzell eine Andacht organisiert.