Die Stadt Lörrach überprüft aktuelle Planungen, da weniger Flüchtlinge zugewiesen werden.
Der Landkreis Lörrach stellt den Bau der geplanten Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Lörrach-Stetten vor dem Hintergrund der weiterhin rückläufigen Zuweisungen von Geflüchteten zurück. Aufgrund dieser dynamischen Entwicklung überprüft die Stadt Lörrach ihrerseits die Planungen der Anschlussunterbringung von Geflüchteten, die in der kommunalen Verantwortung liegt.
Die Stadt Lörrach steht im Bereich der Unterbringung Geflüchteter weiterhin vor komplexen Herausforderungen und strategischen Entscheidungen, insbesondere mit Blick auf die kommenden Jahre, heißt es in einer Mitteilung. Ein zentrales Handlungsfeld betrifft die Entwicklung der Aufnahmequote für die Jahre 2026 und 2027. Für das laufende sowie das kommende Jahr rechnet die Stadt mit einer spürbar geringeren Zahl an Zuweisungen aus den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises.
Alternativen entwickeln
Vor diesem Hintergrund wird die Stadt die bestehenden und geplanten Anschlussunterbringungen umfassend prüfen. Ziel ist es, Perspektiven und Alternativen zu entwickeln, die sowohl den verantwortungsvollen Umgang mit den städtischen Ressourcen als auch die Sicherstellung der notwendigen Kapazitäten für die Unterbringung geflüchteter Menschen in Einklang bringen.
Hierbei ist insbesondere zu bewerten, welche Auswirkungen der vorläufige Verzicht auf die Nutzung der geplanten Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises (GU) in Stetten auf die Erfüllung der städtischen Aufnahmeverpflichtung hat. Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwiefern die bestehenden und geplanten Kapazitäten angepasst werden müssen, um mittel- und langfristig auf Zuweisungsszenarien vorbereitet zu sein.
Pläne werden vorgestellt
Diese Themenfelder bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Stadt im Bereich der Flüchtlingsunterbringung. Ziel ist es, tragfähige, vorausschauende und sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln.
In den kommenden Tagen werden insbesondere die geplante Anschlussunterbringung im ehemaligen Polizeirevier und die Erweiterung Neumatt-Brunnwasser, aber auch die bestehenden Einrichtungen im Stadtgebiet eingehend bewertet. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden in die Beratungen der politischen Gremien einfließen und der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Der deutliche Rückgang der Flüchtlingszahlen kam schneller und in größerem Ausmaß, als wir erwartet hatten“, wird Oberbürgermeister Jörg Lutz in einer Mitteilung der Stadt Lörrach zitiert. Und weiter: „Das zeigt, dass die Maßnahmen der vorherigen Regierung Wirkung entfalten. Nun gilt es, mit Augenmaß und Weitblick zu handeln und unsere Planungen zur Anschlussunterbringung sorgfältig zu prüfen. Wir wollen dabei sowohl verantwortungsvoll mit städtischen Mitteln umgehen als auch die notwendige Flexibilität für zukünftige Entwicklungen sicherstellen.“