Integrationsmanager Jan Münzberg hat mit den ukrainischen Flüchtlingen in Baiersbronn eine große Aufgabe zu meistern. Foto: Braun

Die Flüchtlingsarbeit ist eine Herausforderung in Baiersbronn. Aktuell sind etwa 330 Flüchtlinge zum größten Teil aus der Ukraine in der Gemeinde untergebracht.

Baiersbronn - Jan Münzberg, Integrationsbeauftragter, spricht von einer angespannten Situation, vor allem im Blick auf Wohnraum. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Obertal im Hotel Adler und in Schönmünzach im Café Carola seien gut ausgelastet. "Dort befinden sich Einrichtungen des Landkreises, und die ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine kommen zunächst einmal dort unter", sagt Münzberg. Ziel sei es dann, den Menschen bei allen bürokratischen Angelegenheiten zu helfen und ihnen Wohnraum zu vermitteln.

Diesmal besser vorbereitet

In Baiersbronn seien zunächst nur vereinzelt ukrainische Flüchtlinge angekommen. Inzwischen habe sich die Situation auch hier geändert. "Ich würde sagen, es ist aktuell noch schlimmer als zur großen Flüchtlingswelle 2015, doch wir sind besser vorbereitet", sagt Münzberg.

Das "Wir" umfasst eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer im Gemeindegebiet, die bereit sind, die ankommenden Menschen zu unterstützen. "Die Bereitschaft zu helfen ist in der Bevölkerung sehr groß. Meist sind es ukrainische Frauen mit Kindern, die hier ankommen, und die werden sehr gut aufgenommen."

Münzberg kommt mit seiner eigenen Kapazität und Arbeitskraft an seine Grenzen, denn etwa 330 Geflüchtete zu betreuen, sei eine sehr große Aufgabe. "Das geht nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern, und für ihre Hilfe bin ich sehr dankbar", stellt Münzberg fest.

Hilfe von Ehrenamtlichen

Die Kleiderkammer, das Begegnungscafé, die Sprachkurse und die Spiel- und Bastelnachmittage würden teilweise von ehrenamtlichen Helfern betreut, all das gäbe es ohne ihre Mithilfe nicht. "Es sind auch Ortsrundgänge für die Fremden hier in Planung, und beim regelmäßigen Ehrenamtsstammtisch möchten wir uns austauschen und Ansprechpartner in jedem Teilort der Gemeinde finden", geht Münzberg auf weitere Vorhaben ein. Wichtig dabei sei es, ein gutes Netzwerk zu schaffen und sich nicht zu verzetteln, sodass die Hilfe auch bei den Menschen ankomme.

"Ein großes Problem sind auch die Kindergartenplätze. Die Frauen wollen arbeiten, doch ihre Kinder müssen dann auch betreut werden", sagt Münzberg. In Zeiten fehlender Arbeitskräfte in vielen Branchen könnten die ukrainischen Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt gut gebraucht werden.

In den Schulen hingegen sehe es besser aus. Dort wurden spezielle Klassen eingerichtet, in denen es vor allem darum geht, den Flüchtlingskindern die deutsche Sprache beizubringen. "Sprachkurse sind wichtig. Das Angebot über die Volkshochschule reicht bei Weitem nicht aus. Wir brauchen dringend Sprachangebote, die der Landkreis schafft", ist der Integrationsmanager der Gemeinde überzeugt.

Pfarrer als große Stütze

Gut sei die Zusammenarbeit mit den anderen Institutionen und besonders den Kirchen, sagt er. Eine große Stütze sei der neue Pfarrer von Schwarzenberg, Matthias Lasi, der in Kiew lebte und dessen Frau Ukrainerin ist. Sie übersetze und helfe, wo es nur geht. "Die örtlichen Vereine sind auch sehr engagiert und versuchen unterstützend zu helfen. Wir sind in der Phase des Aufbaus, und alle Strukturen müssen zusammenwachsen."

Auf einem guten Weg

Aktuell sei man in Baiersbronn auf einem guten Weg. Viele Ideen würden gesammelt, und natürlich würden auch weiterhin ehrenamtliche Helfer gesucht. "Die Kleiderkammer läuft sehr gut und zieht jetzt aus der Garage in das Wohnhaus um. Wir brauchen weiterhin möblierten Wohnraum und Sprachkurse. Dann bin ich sicher, dass wir auch diese Kriegsflüchtlingswelle in den Griff bekommen", sagt der Integrationsmanager zuversichtlich.