Ankunft von ukrainischen Flüchtlingen in Deutschland. Rund 100 kamen im September in den Kreis Calw. Foto: Marton

Auch im Landkreis Calw steigen die Flüchtlingszahlen dramatisch an. Allerdings stehe man im Vergleich zu anderen Landkreisen relativ gut da.

Kreis Calw - Das liege vor allem daran, "dass wir während der Flüchtlingskrise 2015/16 gekauft und gebaut haben", berichtete Sozialdezernent Norbert Weiser dem Bildungs- und Sozialausschuss des Kreistags. Diese Gebäude hätten nicht wie geplant verkauft werden können und stehen nun wieder für Belegungen zur Verfügung.

Weiser ist zuversichtlich

"Dennoch kommen wir an unsere Grenzen. Wenn die Zahlen weiter steigen, müssen wir uns an die Decke strecken", so Weiser. Er ist zuversichtlich, dass der Kreis wie schon 2015/16 die steigenden Flüchtlingszahlen "geräuschlos" bewältigt und keine Turnhallen requirieren muss. Man habe noch einige Eisen im Feuer. Weiser: "Zusammen mit dem Gebäudemanagement in unserem Haus sind wir da intensiv unterwegs."

Ähnlich sieht es Astrid Häuber. "Wir halten die Luft an und hoffen, dass wir es weiter hinbekommen", so die Abteilungsleiterin Integration und Flüchtlinge. Schließlich seien sie und ihre Mitarbeiter geübt und erfahren. Häuber: "Wir können es!"

Kontakt mit Kommunen intensivieren

Man wolle das Flüchtlingsproblem "professionell und ruhig angehen", sagte Erster Landesbeamter Frank Wiehe, der in Vertretung von Landrat Helmut Riegger die Sitzung leitete. Man wisse jetzt noch nicht, wie sich die Zahlen im Winter entwickeln werden. Das Landratsamt werde den Kontakt mit den Kommunen intensivieren, "das hat schon früher gut geklappt".

Nicht nur die Flüchtlinge aus der Ukraine infolge des Krieges führe zu der derzeit angespannten Situation. Auch die Zahl der Asylbewerber aus anderen Ländern steigt wieder. Darunter vor allem Ortskräfte aus Afghanistan, die dort für die Bundeswehr tätig waren.

Allein im September hätten bislang neben 100 Ukrainern weitere 35 Flüchtlinge im Kreis Calw aufgenommen werden müssen. Mit weiteren Zuweisungen sei bis zum Monatsende zu rechnen. Im August waren es laut Landratsamt 101 Ukrainer und 52 andere Asylsuchende. Derzeit werden in Bad Liebenzell, Calw, Nagold, Neubulach, Schömberg und Wildberg zwölf Gemeinschaftsunterkünfte betrieben.