Als einen Beruf für die Seele sieht Carina Klein die Tätigkeit eines Floristen. Die Inhaberin des Botanik-Zentrums Bippus freut sich, mit ihrem Angebot an Blumen Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen beraten zu können. Wichtig dabei: Kreativität.
Fragt man Carina Klein nach ihrer Arbeit, zaubert sich ein Lächeln auf das Gesicht der 43-Jährigen.
„Das ist ein toller Beruf, dem ich jeden ans Herz legen möchte“, kommt die Floristin ins Schwärmen. Da ihre Eltern vor gut 50 Jahren den Betrieb des heutigen Botanik-Zentrums Bippus gründeten, sei ihr der Umgang mit Blumen geradezu in die Wiege gelegt worden.
Rundumpaket in der Ausbildung
„Für mich war die Entscheidung, Floristin zu werden, die richtige“, blickt sie zurück. Denn ihr damaliger Ausbildungsbetrieb war nicht nur in einer Sparte präsent, sondern umfasste das gesamte florale Spektrum.
„Es war ein Rundumpaket von Hochzeits- bis zur Trauerfloristik samt einem eigenen Ladengeschäft“, stellt sie die Vielfalt der Möglichkeiten dar.
Von Taufe bis Beerdigung
Und dies ist etwas, was sie auch in ihrem eigenen Unternehmen wertschätzt. „Wir fühlen uns zu den unterschiedlichsten Anlässen in die Mensch ein, um sie zufrieden zu machen“, erklärt Klein.
Dies gehe eben von traurigen Anlässen wie Beerdigungen, in denen den Blumen eine tröstende Aufgabe zukommt bis hin zu freudigen Ereignissen wie einer Taufe.
Garten und Innendekoration
„Da ist Sachverstand und Kreativität gefragt“, fasst sie wichtige Anforderungen zusammen. Vom Straußbinden über Gestecke bis zum Gestalten ganzer Hallendekorationen gäbe es die unterschiedlichsten Herausforderungen.
Hochzeitsanlässe gehörten ebenso dazu wie Sarg- oder Urnenschmuck sowie Gartengestaltung sowie Innendekoration, bei der sich die Pflanzen an den bestehenden Deko-Artikeln orientieren.
Viel Wissen über Pflanzen
„Man braucht ein Auge für Proportionen und das Schöne“, beschreibt sie die Aufgabe, an deren Ende ein stimmiges Gesamtbild stehen sollte. Deshalb seien Stil- und Farbkunde in der Berufsschule unverzichtbare Fächer, findet sie.
Neben Beratungs- und Verkaufsgesprächen seien grundlegende Tätigkeiten natürlich das Pflanzen und Gießen der Blumen sowie das Wissen, was welche Gattung denn braucht.
Handwerk und Kunst
„Aktuell haben wir hier rund 100 unterschiedliche Schnittblumen und Topfpflanzen“, erklärt Klein, die diese Woche mit ihren Mitarbeitern gerade frisch aus dem Betriebsurlaub gekommen ist. Zur Hochsaison müsse man dann schon zwischen 150 verschiedenen Pflanzen unterscheiden können.
„Bei Wanderungen in der Freizeit kann man eigentlich zu jedem Gewächs etwas sagen“, stellt sie schmunzelnd die Vorteile des Berufs heraus. Und schließlich verbinde die Tätigkeit, Farben und Formen mit Floralem zusammenzubringen, sowohl Handwerk als auch Kunst.
Eine tolle Kundschaft
Das direkte Leben mit den Jahreszeiten und etwas selbst Geschaffenes zu kreieren, machten ihren Beruf eben zum schönsten Job der Welt.
Und auch ihre Kundschaft bestärkte sie in ihrer Haltung. „Es ist wie eine große Familie“, beschreibt Klein den Umgang mit ihren Stammkunden.
Gut für die Seele
Viele fragten beispielsweise, wann denn endlich wieder die Adventstage im November oder ihre Kräuterveranstaltungen im Frühjahr seien – zwei Höhepunkte der Saison, die sich bereits fest etabliert hätten, wie die Floristin findet.
Zwar seien Blumen keine lebensnotwendigen Güter wie Brot oder Wasser. Allerdings machten sie das Leben schöner und täten der Seele gut. „Das ist ein gesunder Beruf für die Seele“, lautet deswegen auch ihr Fazit.
Und wer im eigenen Garten eine jedes Jahr neu austreibende Staude habe, könne nachvollziehen, was für eine Freude das Neuerwachen der unterschiedlichen Blumen im eigenen Betrieb für die Floristin darstelle.