Wertevermittler und Wegbegleiter: Fluck (von links) im Gespräch mit seinem ehemaligen Rektor Rainer Gradinger und seinem Küchenstudio-Kompagnon Berthold Stärk. Foto: Thomas Wuttke

In dem Buch von Florian Fluck mit dem Titel „Vom Dorfkind zum Marktführer“ geht es um den Werdegang des Geschäftsmanns – über einen interessanten Abend in Blumberg.

Es war kein klassischer Buchabend. Es war vielmehr eine sehr persönliche Reise durch ein Unternehmerleben, geprägt von Handwerk, Visionen und Wegbegleitern.

 

Vor rund 60 Gästen stellte Florian Fluck am Freitagabend im Fluck-Küchenstudio sein Buch „Vom Dorfkind zum Marktführer“ vor – und sprach dabei offen über seinen Werdegang, Rückschläge und die Leidenschaft fürs Handwerk.

Moderiert wurde der Abend von Sabrina Carlini und Denise Kley. Schnell wurde deutlich: Fluck wollte an diesem Abend keine Hochglanz-Erfolgsgeschichte präsentieren. Vielmehr ging es ihm um Menschen, Erfahrungen und darum, jungen Leuten Mut zu machen. „Schon im Sandkasten habe ich lieber mit Holz gebaut als mit Sand gespielt“, sagte Fluck gleich zu Beginn. Aufgewachsen im Schwarzwald, habe er früh gemerkt, wie erfüllend es sei, „mit den Händen etwas zu schaffen, das bleibt. Ein Dach aus Sand - das geht halt nicht“.

Nicht nur Plan B

Besonders leidenschaftlich sprach der Unternehmer über das Handwerk und dessen Stellenwert in der Gesellschaft. Zu viele junge Menschen glaubten heute, Handwerk sei nur „Plan B“. Dabei sei genau das falsch. „Handwerk ist kreativ, Handwerk ist Verantwortung und Handwerk ist auch Unternehmertum“, sagte Fluck – und ergänzte unter großem Applaus: „Und Handwerk ist verdammt geil“. In seinem Buch beschreibt Fluck den Weg vom Ein-Mann-Betrieb hin zu einem der großen Holzbauunternehmen Deutschlands.

Entscheidend seien dabei nicht perfekte Lebensläufe oder akademische Titel gewesen, sondern Durchhaltevermögen und Leidenschaft. „Du musst nicht studiert haben, um etwas Großes aufzubauen“, sagte er. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass dieser Weg auch Opfer gekostet habe. Auffallend emotional wurde der Abend immer dann, wenn Fluck über Menschen sprach, die ihn geprägt haben. Fast eine halbe Stunde lang bedankte er sich bei Eltern, Freunden, Lehrern, Geschäftspartnern und Mitarbeitern.

Kindheit und Jugend

Immer wieder erzählte er kleine Anekdoten aus Kindheit und Jugend – humorvoll, ehrlich und nahbar. So erinnerte er sich an seinen ehemaligen Schulleiter Rainer Gradinger, der ihm trotz Schulpflicht eine USA-Reise ermöglicht hatte. „Jeder andere hätte gesagt: Außerhalb der Ferienzeit geht das nicht“, erzählte Fluck. Gradinger habe ihm jedoch vertraut – und er habe dadurch gelernt, wie wichtig Vertrauen ist.

Florian Fluck bedankt sich bei seiner Frau Melanie mit einem Buch, das sie lieber lesen wird als seine Geschichte. Foto: Thomas Wuttke

Auch seine musikalische Vergangenheit nahm einen wichtigen Platz ein. Bereits mit 14 Jahren war Fluck mit einer Band unterwegs. Die Musik habe ihn geprägt, sagte er später im Gespräch mit den Moderatorinnen. „Das war für mich auch ein kleines Unternehmen.“ Die Band habe ein bisschen Geld verdient, aber jede Mark und jeden Dollar investiert – in Technik, Lichtanlagen oder Instrumente. Erfolg habe ihn damals schon motiviert.

Schwierige Zeiten

Dass hinter dem Unternehmer auch schwierige Zeiten stehen, verschwieg Fluck nicht. Die Idee zum Buch entstand während einer Kur im Jahr 2022. Sein Umfeld habe ihm damals geraten, dringend eine Pause einzulegen und ihm kurzerhand den Zugang zu seinen E-Mail-Konten gesperrt. Während dieser Zeit begann er nachts damit, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Ursprünglich nur als Erinnerung für die Familie gedacht, entwickelte sich daraus schließlich das Buchprojekt. Immer wieder betonte Fluck, wie wichtig Menschen für seinen Erfolg gewesen seien. „Was wir hier aufgebaut haben, ist kein Einzelerfolg, sondern Teamwork“, sagte er. Niemand könne ein Unternehmen allein aufbauen. Man brauche Weggefährten, „die deine Vision verstehen und teilen“. Diese Einschätzung bestätigten mehrere Gäste, die spontan ans Mikrofon gebeten wurden.

An sich glauben

Geschäftspartner Berthold Stärk sprach von dem schon erwähnten gegenseitigen Vertrauen und von schnellen Entscheidungen, die die Zusammenarbeit geprägt hätten. Flucks Vater wiederum erinnerte sich daran, dass sein Sohn schon als Kind zuverlässig gewesen sei: „Wenn man dem Florian etwas gesagt hat, dann hat er es gemacht“.

Zum Abschluss wurde Fluck gefragt, was er seinem 20-jährigen Ich heute raten würde. Lange überlegen musste er nicht. Vieles würde er wieder genauso machen. „Du darfst einfach nicht aufgeben“, sagte er. Entscheidend sei, an sich zu glauben – auch wenn der Weg steinig werde. Der Abend zeigte damit nicht nur die Geschichte eines erfolgreichen Unternehmers, sondern vor allem die eines Menschen, der seine Wurzeln im Handwerk nie vergessen hat. Und genau deshalb dürfte ein Satz, den Florian Fluck an diesem Abend sagte, vielen Gästen besonders im Gedächtnis geblieben sein: „Handwerk ist verdammt geil“.