Mit dem Doppelsitzer Duo Discus, der über 20 Meter Spannweite verfügt, hob das Doppelsitzerteam Marven Gründler (vorne) und Jakob Schick (hinten) zum Flug in der Neujahrswelle ab. Foto: Fliegergruppe Freudenstadt Marven Gründler

Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt nutzten den Südwestwind für winterliche Wellenflüge über dem Nordschwarzwald.

Auf ein nicht gerade alltägliches Flugerlebnis blicken Marven Gründler mit Copilot Jakob Schick sowie Timo Lehrke zurück. Bei starkem Südwestwind absolvierten die Musbacher Segelflieger mit dem Doppelsitzer Duo Discus und Lehrke mit dem Einsitzer Mini Nimbus winterliche Wellenflüge über dem Nordschwarzwald und dem Murgtal. Das schreibt der Verein in einer Pressemitteilung.

 

Die hebenden Wellen entstehen bei optimalen Windbedingungen und starkem Wind im Lee des Nordschwarzwalds. Dabei schwingt sich die Luft auf, vergleichbar mit einer Welle im Wasser. Bei optimalen Bedingungen wurden in den aufsteigenden Luftströmungen schon Höhen von weit über 5000 Meter erzielt.

Winterschlaf ist beendet

Das Ganze geht nur mit der Freigabe der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt. Zudem muss dann Sauerstoff mitgeführt werden. Dabei werden Südwestwind und eisige Nordost-Wellenlagen unterschieden. Nachdem sich die Südwestwellenlage am Neujahrstag abzeichnete, beendeten Gründler und Schick den Winterschlaf des Duo Discus, der während der kalten Monate im Flugzeughänger verstaut ist.

Auch Lehrke baute bei starkem Wind seinen Mini Nimbus auf, während der befreundete Felix Neuburger aus Gingen an der Fils mit einem Discus 2c T 18m angereist war, um die Wellenlage zu nutzen.

Folgend wurden die erwartungsfrohen Piloten von Axel Reich, Vorsitzender der Fliegergruppe Freudenstadt, mit dem Motorflugzeug in die Welle geschleppt. Bei nahezu fünf Flugstunden mit Flughöhen von bis zu 3070 Meter über Meeresniveau bot sich ein Blick bis hin zur Alpenkette, heißt es weiter. Über dem Rhein kamen dagegen die Vogesen zur vollen Geltung.

Luftströmung in der Welle

Teilweise standen die Flieger bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometer nahezu in der Luft. Gründler berichtet, dass sie bei einem Vorflug von Musbach nach Freudenstadt auf die fünf Kilometer nahezu 1000 Höhenmeter brauchten, obwohl der Duo Discus ansonsten aus 1000 Meter mehr als 40 Kilometer gleitet. In der Welle selbst herrschte eine laminare Luftströmung. So konnten die Flieger das Ganze ruhig wie in einem sanften Lehnstuhl genießen.

Die Besonderheit des Tages war, dass sie direkt über dem Musbacher Fluggelände tief in die Welle einsteigen konnten. Das belegt laut Verein, dass Musbach den Segelfliegern teilweise optimale Flugbedingungen bietet – sogar in den Wintermonaten. Nun steht aber in Musbach an langen Winterabenden vorerst wieder die Arbeit in der Werkstatt der Fliegergruppe an.