Besonders Chorisma litt an der Fleckafasnet unter den Einsparmaßnahmen der Gemeinde - immerhin mussten die Sänger im Dunklen ihren Tisch suchen und durften nicht einmal, während der Wartezeit aufs Essen, singen. Foto: Feinler

Der Sparzwang wurde bei der Eutinger Fleckafasnet immer wieder aufgegriffen: Ob die sparsamen Chorisma-Sänger, die Synergiensuchenden Kardinäle oder der verzweifelte Schultes.

Tobse „Haribo“ Plaz führte durch den Abend und hatte Gummibärle dabei. Prinzessin Jaqueline wusste, dass sich bei der Fleckafasnet in Eutingen einige austoben und auch ihr Prinz benannte diesen Abend als einen besonderen, denn manche Auftritte sind nur einmal zu sehen.

 

Als Weitinger musste er an diesem Abend einiges aushalten, nicht nur, weil er der erste Eutinger Prinz sei, der ein „Narri“ vom Blatt ablesen musste. Auch hatte ihm Büttel „Eugen“ am Eröffnungsball das Smartphone durchgeblättert und festgestellt, dass der Prinz nach einem Besuch in der Unteren Bar seiner Mama geschrieben habe: „Wir bauen in Eutingen. Ich hab‘ dem Schultes den letzten Bauplatz abgeschwatzt.“ Doch diese Kohle reiche dem Schultes auch nicht, die Gemeindekassen zu sanieren.

Bürgermeister Tideman mit Baumpflanz-Challenge

Einige Sparmaßnahmen hatte auch Bürgermeister Tideman mit seiner Baumpflanz-Challenge mitgebracht. Während er und seine Frau in einem Schloss leben, versuchte der Schultes dem Empfinger Bürgermeister 30 Euro für den Kauf eines Baumes abzuschwatzen. Wenn er diesen nämlich nicht pflanzen könnte, würde der Büttel eine Bier-Flatrate auf Kosten der Gemeinde bekommen. Das wäre dann der Untergang, doch auch der Ferdi meinte, dass die Empfinger so langsam blicken würden, dass die Eutinger dauernd die Gemeindekasse anzapfen und so ließ der Ferdi auch keinen Baumklau aus dem Empfinger Wald zu.

Beim SVE-Auftritt ging es nicht nur um das Absahnen des Narrengeldes, auch wurde der frühere EDEKA Schmollinger mit Marlen (links) und Promis aus dem Flecka wiederbelebt. Foto: Feinler

Weil der Bauhof, die Kämmerin, selbst Martin Kramer keine Spar-Idee hatten, musste der Förster in die Tasche greifen. Die Kardinäle aus dem Gäu (Hansi Seefried und Sebastian Lazar) wussten nun auch, warum der Tideman nicht Papst geworden war: „Weil nach einer Woche das Kirchenvermögen verbrannt gewesen wäre“. Auch würden sie ihn nicht als Zunftmeister mieten, denn er würde alles Schöne verbieten. Sie schlugen eher die Macht der Prinzessin „Queen“ Jaqueline vor, die ebenso als Kerzenhalter fungierte, wie Zunftmeisterin Iris. Wenn ein lautes Lachen vom Publikum zu hören war, musste Neu-Mini Sonja läuten, die komischerweise immer laut schellte, wenn die Kardinäle über ihren Jakob sprachen.

Selbst Chorisma hatte mit ihrem Auftritt „In the Dark“ viel an der Sparpolitik der Gemeinde auszusetzen: Kochschul verkauft, Pfannen/Töpfe gebe es in der Halle nicht mehr, als Duschwasser werde nun Regenwasser verwendet und wer was essen will, muss seinen Gasgrill selbst mitbringen. Daher packten die Sängerinnen Petra, Angela, Annette und Sänger Joachim ihre Stirnlampen aus.

Ein seltenes Bild: Der Spielmannszug der Feuerwehrabteilung Eutingen war bei der Fleckafasnet zu sehen. Foto: Feinler

Der SV Eutingen hatte mit „Wer gwennt an Stall voll Fasnetsgeld“ mit Moderator Jauch (Hansi Seefried) einen Live-Ausschnitt mitgebracht. Tobias Teufel (Daniel Neuss) hatte als einziger in der Familie die Frage nicht falsch beantwortet. Um die Kohle kämpften Schwäbli (Jochen Krespach), Iris (Jolie Raible), Veterane Uli (Sebastian Lazar) und Marlen (Stressi Köhn). Gesangstalent Mark Sautter zeigte, dass er bei Technik-Problemen immer ein Liedle parat hat. Begleitet wurde er von Alex Vees, der so einige Tanz- und Schunkelrunden während des Abends spielte.

Programm kurzerhand um eine Stunde verlängert

Musikalisch zeigten Artur und Christian mit ihrem Feuerwehr-Spielmannszug, wie zweideutig und doch eindeutig die Feuerwehr Eutingen sein kann: So mancher „Kurze“ (Schlauch) wurde rausgeholt und die „Feuchte“ Hos benannt. Akrobatisch ging es bei den Tänzer/innen der Prinzengarde, der Sweetys, der Stolperschwänzle und der „Greatest Show“-PG zu. Am Schluss blieb Moderator Tobse fast schon der Atem weg, hatten die Vereine wieder einiges auf die Beine gestellt und das Programm kurzerhand um eine Stunde verlängert.