An die 100 Festgäste nahmen an der offiziellen Einweihung des neuen Areals teil. Foto: Morlok

Was lange währte, wurde endlich wahr. Am Mittwochnachmittag durfte Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann zusammen mit Talheims Ortsvorsteher Anton Ade das neugestaltete „Flair-Areal“ offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Eingeladen waren auch Regierungspräsidentin Sylvia Felder und Landrat Klaus Michael Rückert. Beide konnten aus Termingründen nicht kommen. Landrat Rückert ließ sich jedoch von Matthias Fritz, dem Leiter des Straßenbauamtes des Kreises Freudenstadt vertreten.

 

Für Talheim bedeutet diese Umgestaltung des Knotenpunktes am ehemaligen Flair-Gebäude eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation. Diese Baumaßnahme ist zudem eine Schlüsselmaßnahme zur Erreichung der Sanierungsziele im Sanierungsgebiet „Talheim“, auf die lange hingearbeitet wurde. 2013 startete man mit den ersten Überlegungen, zehn Jahre später, im August 2023, dann der erste Baggerbiss zum Abriss der Gebäude.

Und schon der erste optische Vergleich zur ehemaligen Bausituation macht deutlich, dass hier grundlegende Maßnahmen ergriffen wurden, die eine lange Vorlaufzeit erforderten. So wurde zur Verbesserung der Verkehrsführung ein Mini-Kreisverkehr mit Außendurchmesser von 21 Metern erstellt. Darüber hinaus wurde auch die angrenzende Haltestelle „Am Laurentiusbrunnen“ barrierefrei gestaltet. Das waren und sind Bauarbeiten, die man sieht.

Innenentwicklung ist geplant

Doch unter dem Areal ging es ebenfalls weiter. Im Zuge der Maßnahme wurde von den Stadtwerken ein Regenwasserkanal in der Sonnensteige und der Hochdorfer Straße hergestellt sowie eine Auswechslung des Mischwasserkanals in der Laurentiusstraße sowie die Erneuerung der Wasserleitung im Umfeld des Knotenpunktes Sonnensteige/Hochdorfer Straße/Laurentiusstraße und die Neuverlegung von Breitband im Baubereich realisiert.

Die nach den Gebäudeabbrüchen entstandenen Freiflächen am Kreisverkehr sollen im Zuge der weiteren Entwicklung als Innenentwicklungsfläche veräußert werden, betonten Zimmermann und Ade in ihren jeweiligen Zusammenfassungen des Projekts.

Erste Projektvorstellung zur zukünftigen Gestaltung dieser Innenentwicklungsfläche fanden bereits im Ortschaftsrat statt und sind auf den Weg durch den Gemeinderat gebracht worden.

Die berühmt berüchtigte Engstelle des Flair-Areals ist nun Geschichte. Foto: Morlok

Ziel ist eine Wohnbebauung auf beiden Seiten der Haiterbacher Steige. Im Straßenrandbereich könnten PKW-Stellplätze entstehen. „Das wird zusätzliche Belebung nach Talheim bringen“ waren sich beide Redner sicher. Vom Ortsvorsteher, der erfreut feststellte: „So, jetzt geht’s in Talheim richtig rund“, ging ein besonderes Lob an die bauausführende Firma Gebrüder Strohäker, die den Knotenpunkt im Vollausbau umgestaltet. Die Leitungsverlegung erfolgte zudem in Abstimmung mit den Straßenbaulastträgern abschnittsweise im Teilausbau.

Anwohner mussten Geduld haben

„Trotzdem mussten die Anwohner über ein Jahr mit der Baustelle leben“, betonte Ade und dankte den Anwohnern für ihre Geduld. Ade hob auch die Bedeutung dieser Maßnahme für Talheim hervor. Sein Dank ging besonders an das Regierungspräsidium, ohne deren Zuschuss man das Projekt nicht hätte finanzieren können. „Für das Regierungspräsidium war dieser Zuschuss im Hinblick auf die vielen Großprojekte Peanuts, doch für uns wäre die Maßnahme ohne dieses Geld nicht leistbar gewesen“, stellte er fest.

Doch nun ist es geschafft und geschätzt 100 Personen feierten direkt am Kreisel ein kleines Einweihungsfest. Neben den Offiziellen des Landkreises und der Stadt waren fast alle Vereinsvorstände mit vor Ort, wie Anton Ade erfreut feststellte.

Neu und aufgeräumt präsentiert sich das Flair-Areal heute. Foto: Morlok

Kreisel noch gewöhnungsbedürftig

Der Musikverein „Fortuna“, der auch die Getränke und die Verpflegung aus dem Vereinskässle spendierte und damit die klamme Stadtkasse schonte, spielte unter der Leitung von Jörg Dold auf und die Besucher durften erstaunt und live feststellen, dass sich so mancher Verkehrsteilnehmer noch nicht so richtig an den Kreisel gewöhnt hatten. Nicht nur ein Verkehrsteilnehmer fuhr anstatt um den Kreisel herum in der Gegenrichtung weiter und der Ortsvorsteher befürchtet, dass es hier an dieser Stelle irgendwann mal richtig scheppert. Aber das war an diesem Nachmittag egal.

Weitere Informationen

Zahlen, Daten, Fakten
Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Flair-Areals belaufen sich auf rund 1,375 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Straße inklusive Beleuchtung 425.000 Euro, auf die Bushaltestelle rund 8000 Euro. Der Kanal samt Hausanschlüssen kostet circa 495.000 Euro, für die Wasserleitung, ebenfalls inklusive der Hausanschlüsse, muss man mit 320.000 Euro rechnen und für das Breitband rund 70.000 Euro.