In Villingen-Schwenningen gibt es weiterhin Zustimmung zum geplanten Gewerbegebiet Kreuzäcker in Brigachtal – aber nicht von allen.
Nicht alle im Gemeinderat von Villingen-Schwenningen können sich mit dem neuen Gewerbegebiet Kreuzäcker anfreunden, das in Kirchdorf geplant wird. Im Technischen Ausschuss des VS-Rats stand der nächste Verfahrensschritt für die Ausweisung des Gebiets auf der Tagesordnung. Villingen-Schwenningen muss der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen, da die Stadt mit Brigachtal und weiteren Beteiligten eine Verwaltungsgemeinschaft bildet.
Die Gemeinde Brigachtal will das neue Gewerbegebiet, weil sie „derzeit über keine Gewerbeflächen“ verfüge, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. Es bestehe somit keine Möglichkeit, „bei Betriebserweiterungen oder Betriebsverlagerungen den innerörtlichen Bedarf in der Gemeinde zu befriedigen.“
Da aufgrund des Vereinszusammenschlusses des FC Kirchdorf und des FC Klengen auf langfristige Sicht die Sportanlagen in Kirchdorf nicht mehr unterhalten werden könnten, habe der Gemeinderat Brigachtal entschieden, diese Fläche für eine Gewerbeausweisung bereitzustellen. Die Planfläche liegt im Ortsteil Kirchdorf und grenzt im Norden an den Steinbruch an. Bislang ist das Außenbereich-Areal als Grünfläche und Fläche für Sportanlagen dargestellt. Daher muss der Flächennutzungsplan geändert werden.
Ein Empfehlungsbeschluss
Der Technische Ausschuss gab für den Gemeinsamen Ausschuss mehrheitlich eine Beschlussempfehlung ab, dieser Änderung zuzustimmen beziehungsweise die nächsten Verfahrensschritte zu befürworten. Die Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Villingen-Schwenningen soll beauftragt werden, diese einzuleiten.
Armin Schott (Grüne) merkte derweil an, warum seine Fraktion das anders sieht: Sie hält das Gebiet für zu groß. Man habe die Befürchtung, dass es zu mehr Verkehr führen werde und sehe „die Notwendigkeit in dieser Größenordnung nicht“. Zudem liege das Gebiet zum Teil in einem Vogelschutzgebiet. Kirsten Hellstern, Leiterin des Stadtplanungsamtes, bestätigte das, sagte aber auch, dass es dafür „viele Ausgleichsmaßnahmen“ gebe.
Noch Potenzial in bestehenden Gebieten
Bernd Lohmiller von der SPD betrachtet die Ausweisung des neuen Gebiets ebenfalls kritisch: „Brigachtal hat noch Potenzial in den bestehenden Gebieten”, meinte er entgegen der Aussage aus der Gemeinde. Auch aus Gründen des Verkehrs – auch für angrenzende Gemeinden und Städte – ist der Marbacher nicht von der Sinnhaftigkeit überzeugt. Kirsten Hellstern betonte indes: Laut Auskunft der Gemeinde Brigachtal gebe es eben keine ausreichenden bestehenden Flächen mehr und das nimmt man ganz offensichtlich seitens der Stadt ebenso an.