Wie schafft man es, dass den sportlichen Neujahrsvorsätzen nicht schon im Februar wieder die Luft ausgeht?
Mehr Sport treiben – diese drei Worte stehen alljährlich ganz oben auf der Skala der beliebtesten Neujahrsvorsätze. Doch wie es nun mal so ist: Bereits wenige Wochen nachdem das neue Jahr seinen Lauf genommen hat, versickern sie wie so viele weitere im Sande des Alltags. „Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer“, wusste schon Goethe. Bleibt die Frage, wie das Durchhalten trotz aller Widrigkeiten gelingen kann. Und was man tun kann, damit den sportlichen Vorsätzen nicht schon im Februar buchstäblich wieder die Luft ausgeht.
Dass im Januar mit viel Elan gestartet wird, kann Andreas Moser, Studioleiter des Injoy Balingen, bestätigen. „In diesem Monat ist immer besonders viel los“, berichtet er. Vorsätze speziell zu Beginn eines neuen Jahres anzupacken, macht für ihn aber durchaus Sinn. „Für viele ist das ein guter Punkt, um zu starten. Man hat nach den Feiertagen wieder eher Zeit.“ Außerdem sei in diesem Zeitraum die Unterstützung am größten, da viele Menschen dasselbe Ziel verfolgen.
Einer der wichtigsten Tipps, die er all denjenigen mitgeben kann, die sich mit derlei Vorsätzen tragen, lautet, sich ein konkretes Ziel zu setzen. „Viele kommen mit dem Wunsch, abnehmen zu wollen. Bis wann und wie viel – das haben sie sich aber oft noch gar nicht überlegt“, bemüht er ein Beispiel. Sein Rat lautet deshalb: „Ziele klar definieren.“ Und sich nicht zuletzt die Frage stellen: „Warum genau will ich das erreichen?“
Emotionale Komponenten
Ob man sich nun ganz allgemein wieder wohler fühlen möchte oder schon den Sommer vor Augen hat, in dem man in Bikini oder Badehose am Strand sitzt – an Zielen mit emotionaler Komponente hält man bekanntlich eher fest.
Allerdings, gibt Andreas Moser zu bedenken, müssten diese auch realistisch sein. Plane man etwa, 50 Kilogramm in drei Monaten abzunehmen, sei dies von vornherein zum Scheitern verurteilt. „Und das ist dann frustrierend.“ Stattdessen sollte man sich ein Ziel setzen, „das man auch wirklich erreichen kann.“ Denn nur dann sei man mit Spaß und Motivation bei der Sache.
Auf den Punkt bringt dies die sogenannte SMART-Formel – eine Methode zur klaren und effektiven Zielsetzung, die fünf Kriterien beinhaltet: Spezifisch, Messbar, Attraktiv (oder Akzeptiert/Ausführbar), Realistisch und Terminiert. Diese Formel hilft dabei, vage Intentionen in konkrete, motivierende Handlungspläne zu verwandeln.
Klares Ziel
Das Ziel klar vor Augen zu haben, ist das eine. Doch auch der Weg dahin sollte attraktiv sein. Soll heißen: Nicht jede Methode ist für alle gleichermaßen geeignet. „Der Fitness-Bereich bietet sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten – sowohl für Einzel- als auch für Gruppentraining“, erklärt Andreas Moser, der deshalb auch denjenigen den Wind aus den Segeln nehmen kann, die anführen, dass sie ja prinzipiell gerne etwas machen würden, aber schlichtweg zu wenig Zeit dafür hätten.
„Heutzutage gibt es moderne, sehr einfach zu bedienende Trainingssysteme. Die Geräte stellen sich automatisch ein und man hat keine Wartezeit.“ Nicht zwingend notwendig sei es außerdem, vier bis fünfmal die Woche zu trainieren. Schon ein- bis zweimal schaffe messbare Effekte.
„Die meisten Leute überschätzen, was man machen muss. Und sie unterschätzen, was schon wenig Training bewirkt“, betont der Experte.
Viel wichtiger als Quantität sei indes Kontinuität. „Lieber kürzer, aber dafür regelmäßig“, bringt es Andreas Moser auf den Punkt. Er empfiehlt, Gewohnheiten zu schaffen, für sich selbst feste Zeiten einzuplanen und diese – wie jeden anderen Termin – im Kalender zu vermerken. Hilfreich sei zudem, schon am Abend zuvor die Sporttasche zu packen oder die Turnschuhe bereitzustellen. So könne Sport – ebenso wie etwa das Zähneputzen – zur alltäglichen Routine werden.
Schwieriger ist das natürlich, wenn man bei der Umsetzung der Ziele ganz auf sich alleine gestellt ist. Training mit Gleichgesinnten und/oder professioneller Unterstützung sei deshalb sehr hilfreich.
Machen. Dranbleiben – und dann, nicht zuletzt, einfach Geduld haben. „Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“ Und gerade deshalb sei es wichtig, jeden kleinen, wohlverdienten Erfolg zu feiern.
Als Basis empfiehlt der Experte übrigens Krafttraining, gepaart mit Übungen für Beweglichkeit und Ausdauer. Damit man 2026 gesund und fit durchstarten kann.