Der Fischinger Ortschaftsrat hadert mit Fehlern bei der Anlage der Ruhestätte. Eine gut strukturierte Fläche wird wohl auch künftig Wunschdenken bleiben.
Der Fischinger Friedhof ist bei der am stärksten verlangten Bestattungs-Variante, den Urnengräbern, mit dem Platz am Ende angekommen. Im Moment kann nur einer der gefragten Plätze angeboten werden.
Stadtverwaltung und das Friedhofsamt waren davon ausgegangen, dass problemlos parallel zu den jetzigen Gräberreihen eine zweite, allerdings nicht barrierefreie Urnengräberreihe angeboten werden könne.
Deshalb sei Eile geboten, warnte Ortsvorsteher Jürgen Huber in der Ortschaftsratsitzung am Mittwochabend. Mit zwei Sitzungen innerhalb kürzester Zeit macht der Fischinger Ortsvorsteher deshalb Druck.
Große Freiflächen wird es niemals geben
Das Problem beim Fischinger Friedhof ist, dass er damals bei der Anlage nicht planiert wurde dieses Problem wird auch künftig noch bestehen.
Aufgrund der verschieden langen Liegezeiten der Gräber lasse sich diese Situation auch kaum ändern, da niemals große freie Felderflächen zur Verfügung stehen würden, so Huber. Deshalb werde die Vision eines durchdachten, strukturierten, möglichst ebenen Wunschfriedhofs mit barrierefreien Zugängen zu den Gräbern nicht zu machen sein.
Ganz glücklich war der Fischinger Ortschaftsrat mit der jetzigen Lösung nicht. Die Räte stimmten aber für die vorgesehene Fläche, die beim Vor-Ort-Termin von Jörg Haug, dem zuständigen Mann für die Friedhöfe in der Gesamtstadt Sulz, vorgeschlagen wurde – unter schlechten Lösungen sei dies noch die beste.
Die barrierefreie Lösung einer zweiten Reihe ist vom Tisch
Im Fischinger Ortschaftsrat wird jedoch befürchtet, sich mit der jetzt angestrebten Lösung die Zukunft für eine weitere Neuanordnung des Friedhofs zu verbauen.
Jochen Steinwand vom Sulzer Stadtbauamt habe den Platz schon inspiziert und als gute machbare Lösung angesehen, so Huber. Damit ist die angedachte, nicht barrierefreie Lösung einer zweiten Reihe Urnengräber parallel zu den vorhandenen vom Tisch.
Auf dem jetzt zu überplanenden Stück werden in drei Reihen 36 Urnengräber ihren Platz finden und Fischingen in nächster versorgen.
Bei der jetzt geplanten Bebauung werde sich zwar die Schräglage des Friedhofes nicht ändern. Es müsse aber darauf geachtet werden dass die Gräber einheitlich schräg und ohne Mulden liegen würden, wünscht sich Ratsmitglied Ralf Kreher. Jedes Grabfeld sei bei der Anlage auf denselben Nullpunkt zu beziehen, da dürfe nicht geschlampt werden.
„Die Erschließung der jetzt benötigten Urnengräber fällt in die Unterhaltung im laufenden Betrieb und kann deshalb finanziell in Bälde angegangen werden“ klärte Huber sein Gremium auf.
Befestigte Wege bleiben weiter Wunschdenken
Wunschdenken des Ortschaftsrates und der Fischinger Bevölkerung bleiben allerdings noch die zu befestigten Wege. Sie müssten im Haushalt berücksichtigt werden – wo sie allerdings, wie Ortsvorsteher Huber in der letzten Ortschaftsratsitzung bescheinigte, schon seit dem Jahr 2020 als Posten stehen.
Ortsvorsteher Jürgen Huber hat klare Vorstellungen. „Ich möchte zumindest befestigte Hauptwege, die nicht gleich beim nächsten Starkregen weggespült werden.“