Wenn in Dotternhausen Fischerfest ist, dann sind die Plätze vor dem Dorfweiher rar. Aber nicht nur die gute Küche hat sich herumgesprochen.
Nachts um drei, wenn die ersten Gäste kommen, gibt’s freilich nichts zum Essen, da wird Ausschau gehalten nach dem besten Platz für das am nächsten Tag stattfindende Gästeangeln.
Denn am Dorfweiher dürfen sich eigentlich nur die Mitglieder des Sportfischereivereins „Petri Heil“ wünschen. Aber am Fischerfest über das verlängerte Himmelfahrts-Wochenende wird wie immer eine Ausnahme gemacht.
Im rund zweieinhalb Hektar großen See schwimmen Forellen, Karpfen und Weißfische, und darauf haben es die Tübinger, Schwarzwälder und Älbler – bis zu 50 an der Zahl – abgesehen. Natürlich müssen sie im Besitz eines Angelscheins sein.
Dominante Arten sollen dezimiert werden
Ziel des Gästeangelns sei es, dominante Arten zu dezimieren, berichtet Philipp Kopp, der Vorsitzende der Sportfischer. Er hatte schon beim Festauftakt alle Hände voll zu tun. Den Fischern wurde, wie auch gestern, regelrecht die Bude eingerannt.
Es herrschte schließlich Super-Ausflugswetter – warm und ohne Regen –, und so machten sich entsprechend viele Radfahrer, Wanderer und Väter (in spe) auf den Weg nach Dotternhausen. Die Sause im Dorf ist längst kein Geheimtipp mehr, denn schon seit über 30 Jahren wird unterm Plettenberg an diesen zwei Tagen gefeiert.
Um dem Ansturm Herr zu werden, erhielten die Sportfischer – der Verein zählt rund 50 Aktive – Unterstützung von Mitgliedern des Rockclubs Zollernalb und der Narrenzunft Dotternhausen. An die 80 Helferinnen und Helfer werden es gewesen sein. Der Verein revanchiert sich dafür, stellt Leute für das „Upper-Saw-Festival“ und den Bunten Abend der Mondstupfer. Am Sonntag kam die (Blas-)Musik nicht aus den Boxen, sondern aus den Instrumenten der Seniorenkapelle des Musikvereins, die um die Mittagszeit spielte.
Forellen nach Dotternhausener Art
Wer Fisch mag, wurde mit Forellen nach Dotternhausener Art verwöhnt. „Wir verwenden dafür unser eigenes Rezept“, schwärmte Philipp Kopp. Dazu reichten die Gastgeber selbst gemachten Kartoffelsalat. Ein eigens hergestelltes Brät kam auch in die „Fischerbratwurst“, und damit der Bismarckhering gut ins Brötchen passte, wurden extra dafür sogenannte Fischkrustis gebacken.
Natürlich komplettierten die üblichen Leckereien, wie Schnitzel und Grillwurst, die Speisekarte. Hungrig oder durstig musste also niemand den Heimweg antreten.
Tiere stammen von Forellenzüchter Walter Dietmayer
Wenn sie unter sich sind, angeln die Sportfischer nicht nur im Dorfweiher, sondern auch in den beiden Schlichemtalseen, die sie in den 1980er-Jahren gebaut haben. Unterstützt wurden sie dabei von Mitgliedern des im Jahr 1986 gegründeten Angelsportvereins Dormettingen. Die Seen gehören zu 70 Prozent den Dotternhausenern.
Neben dem Fischerfest ist der Fischverkauf am Gründonnerstag der zweite Fixtermim im Jahr. Laut Philipp Kopp gehen dabei rund 600 Lachs- und Regenbogenforelle über die Theke. Die Tiere stammen von Forellenzüchter Walter Dietmayer aus Hettingen.