Auch bei der Wagenstadthütte zeigt sich ein gut durchmischter Bestand. Das freut Revierleiter Frank Werstein (von links), Bürgermeister Thomas Schneider sowie die Jagdpächter Eugen Schmid und Paul Brucher. Foto: Kleinberger

Forst: Jäger helfen beim Wildbestandsmanagement

Fischerbach - Der Fischerbacher Forst steht gut da. Das alle drei Jahre fällige Gutachten zum Wildverbiss bescheinigt der Kommune eine "insgesamt gute Situation". Das ist auch Verdienst der Jäger.

Beim Vor-Ort-Termin im Fischerbacher Forst war Revierförster Frank Werstein am Dienstag voll des Lobes. Ohne die enge Zusammenarbeit mit den Jägern vor Ort, die das überwiegend für den Verbiss verantwortliche Rehwild in Schach halten, sehe es wohl anders aus. Und dass der Verbiss so gering ausfällt, hat einen sehr positiven Effekt: Die durchaus gewollte Naturverjüngung im Forst läuft so bestens.

Zunächst informierte Bürgermeister Thomas Schneider über die Situation. Alle drei Jahre untersucht der Forstrevierleiter, wie sich die Verbiss-Situation im Wald darstellt. Dies ist wichtig, um im Sinne der Naturverjüngung reagierten zu können. Die Jäger helfen bei der Kontrolle des Schalenwildbestands, um diese zu ermöglichen. Die Gemeinde Fischerbach hat zwei Eigenjagdbezirke, der Rest befindet sich in den Händen einer Jagdgenossenschaft. Einen Teil davon hat "Ochsen"-Wirt Eugen Schmid gepachtet, einen weiteren Teil Paul Brucher mit seinen Kollegen.

Durchmischter Wald ist gut für die Tiere

"Der ökologische Aspekt ist enorm groß", führte Werstein aus. Die Bäume pflanzen die nächste Generation selbst, was gegenüber gesetzten Kulturen stabilere Wurzeln bedeute. Und: Ein gut durchmischter Wald, bei dem die Naturverjüngung funktioniert, bietet etwas für alle möglichen Tiere. Reicht das Licht bis zum Waldboden, wachsen dort beispielsweise auch Pflanzen, Kräuter und Sträucher. Diese sorgen für eine Insektenvielfalt, die wiederum mehr Vögel anlockt. "Das bedeutet ein gutes ökologisches Gleichgewicht", so Werstein. Und das auf der gesamten Fischerbacher Gemarkungsfläche.

Er freue sich sehr über das Miteinander zwischen Forstwirten und Jägern, sagte Werstein. Letztere verstünden sich nicht nur auf ihr Handwerk, sondern auch auf die Vermarktung des geschossenen Wildbrets – so ist der "Ochsen" für seine Wildspezialitäten bekannt. Werstein betonte, dass Wild besonders gesund sei und mit Fleisch aus Massentierhaltung kaum verglichen werden könne.

Das "Management" der Wildverbisse durch die Jagd hat aber auch den Vorteil, dass neue Baumkulturen nicht eingezäunt werden müssen, um sie zu schützen. Das entziehe die Fläche insgesamt den Tieren, verdeutlichte Wersten. Außerdem seien Zäune sehr teuer.

Die Bestände in Fischerbach verjüngen sich im gesamten Gebiet gut, so Wer­stein. An einer Stelle wurde zuletzt ein älterer Douglasienbestand geholt – "die neue Generation ist schon da", verwies er auf das Funktionieren des Konzepts. Ehemalige Fichtenmonokulturen verjüngen sich gesund mit anderen Pflanzen, später auch Bäumen. Auch die Weißtanne ist im Kommen. Bürgermeister Schneider ergänzte, diese sei eine "Delikatesse" für Rehwild. Wenn diese wachse, zeige sie an, dass der Wildbestand in Ordnung sei.

Gutes Miteinander zwischen Forstwirten und Jägern

Brucher und Schmid jagen beide seit mehr als vier Jahrzehnten. Werstein betonte, dass es in Wäldern wie in Fischerbach immer schwerer werde, da das Wild mehr Deckung habe – und direkt bemerke, wenn die Jagd intensiviert werde. "Aber der Förster hat Licht und Luft in den Wald gebracht, sodass sich alles so gut entwickeln kann", spielte Schmid den Ball gleich wieder zurück.

In anderen Regionen habe er die Erfahrung gemacht, dass Förster und Jäger eher gegeneinander arbeiten, so Werstein. Dass es hier vor Ort so gut miteinander funktioniere, freue ihn sehr. "Davon profitieren beide Seiten", ist sich der Revierleiter sicher.

In Fischerbach werden jährlich mehr als 100 Rehe geschossen. Wie jedes Wild unterliegen sie jedoch einer Schonzeit. So gelten Schonzeiten beispielsweise für Mutter und Kitz, wenn letztere auf die Welt gekommen sind, hieß es beim Vor-Ort-Termin. Schonzeiten sind im Jagdrecht geregelt.