Die Musik- und Trachtenkapelle Fischerbach will Ehemaligen den Einstieg erleichtern. Foto: Verein

Fischerbach - Die Corona-Pandemie hat für eine Zwangspause auch bei den Musikvereinen der Region gesorgt. Der Neustart kann nun aber auch eine Chance für Ehemalige sein, zurück in die Reihen der Aktiven zu kommen.

So sieht es auch die Vorsitzende der Musik- und Trachtenkapelle Fischerbach, Edith Roth. Mit einem Aufruf im Bürgerblatt wendet die "Harmonie" sich an ehemalige oder inzwischen vielleicht zugezogene Musiker, die ihr Instrument schon länger nicht mehr gespielt haben. Denn auch die "Aktiven" der Kapelle haben aufgrund des langen Stillstands nicht mehr das Niveau wie vor Corona. Daher sei es auch für Wiedereinsteiger jetzt einfacher, den Weg zurück in die Kapelle zu finden.

Edith Roth ist seit der Hauptversammlung im Februar Vorsitzende der Musik- und Trachtenkapelle. Schon damals habe sie das Ziel gehabt, pausierende, ehemalige und zugezogene Musiker gezielt anzusprechen, um sie zum Wiedereinstieg zu bewegen. "Nach einem Jahr Pause für alle ist jetzt die perfekte Gelegenheit", sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Zumal mit neuem Vorstand und neuem Dirigenten auch in den Reihen der Musiker ein Neustart möglich sei.

Ende des Projekts: gemeinsames Konzert

Besonders gefreut habe sie ein Förderprogramm seitens des Verbands, das Projekte zum Neustart nach der Corona-Krise fördert. Ihre Idee habe genau gepasst und so erhalten die Fischerbacher für den Aufruf Förderungen, die beispielsweise viele Dozenten stunden ermöglichen. Geplant sind auch Registerproben, informiert Roth. In diesen stünden beispielsweise Atemtechnik oder Griffübungen an – wertvolle Hilfen für Wiedereinsteiger und auch für die "Alten Hasen" eine gute Sache. "Ein Instrument zu spielen, verlernt man nicht, aber die Tricks", weiß Roth.

Am Ende des Projekts steht ein gemeinsames Konzert. Dieses ist Ende Dezember geplant. Der Startschuss fällt am Donnerstag, 8. September. Eine überschaubare Zeit, in der die "Neuen" für sich entscheiden können, ob sie in die Reihen der Aktiven zurückkehren wollen.

Und doch: Die große Resonanz ist bisher ausgeblieben. Die Zahl der positiven Rückmeldungen liegt im unteren einstelligen Bereich, bedauert Roth. Dabei hat der Verein neben der Werbung im Bürgerblatt auch noch 35 Ehemalige persönlich angeschrieben.

Interesse am ehrenamtlichen Engagement nimmt ab

Insgesamt sei das aber leider keine ungewöhnliche Entwicklung, sagt Roth. Das Vereinsleben allgemein habe deutlich unter der Corona-Krise gelitten, die Freizeitgestaltung werde individueller. Trotzdem hält sie das Angebot für sinnvoll. "Es ist zeitlich begrenzt. Man kann jetzt für ein Vierteljahr schauen, was einem das Musikmachen wert ist", findet sie.

Was die Aktiven selbst betrifft, laufe es derzeit "verhältnismäßig gut". Der Probenbesuch sei ein wenig zurückgegangen, aber mit 75 Prozent immer noch auf hohem Niveau. Und: "Wir sind ja auch mitten im Sommerloch", sagt die Vorsitzende. Viele Menschen würden in Urlaub fahren. Nur ganz wenige Musiker habe sie noch in keiner der Proben, die bis jetzt wieder stattgefunden haben, gesehen.

Aufgrund der Urlaubssituation könne sie noch nicht genau abschätzen, ob der zurückgehende Probenbesuch an den Folgen der Pandemie liege oder nicht. Die bisherigen Proben hätten jedenfalls Spaß gemacht, auch wenn es aufgrund eines fehlenden Dirigenten zunächst etwas schwierig war. Aber auch dort wurden Lösungen gefunden, und inzwischen schwingt auch wieder jemand Neues den Taktstock beim Verein (wir werden noch berichten).

Wer Interesse hat, am Projekt "Wiederbelebung der Blasmusik in Fischerbach" teilzunehmen, kann sich direkt an die Vorsitzende der Musik- und Trachtenkapelle wenden. Edith Roth ist erreichbar per E-Mail an vorstand@trachtenkapelle-fischerbach.de oder unter Telefon 07835/­6 31 25 18