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Fischerbach Die Lage ist "so schlimm wie nie"

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Mehr als drei Stunden lang gab es Informationen rund um die Themen Milch und Landwirtschaft von BDM-Vorstandsvorsitzendem Stefan Mann (von links), Kreisvorsitzendem Stefan Lehmann und Anton Siedler. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Die Milchviehhalter leben in turbulenten Zeiten. Das wurde bei der Kreisversammlung des Bunds Deutscher Milchviehhalter (BDM) im Fischerbacher Gasthaus Ochsen deutlich. Zudem bestimmte die Versammlung drei Landes-Delegierte.

Fischerbach. Diese sind Stefan Lehmann (Oberharmersbach), Isidor Burger (Mühlenbach, beide Ortenaukreis) und Manfred Hurst (Sinzheim, Kreis Rastatt).

Der BDM-Vorstandsvorsitzende war eigens aus Hessen (Ebsdorfergrund, Nähe Frankfurt) angereist, Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um sich zu informieren. Sie bescheinigte dem BDM neue Konzepte und Ideen, das Thema Milch im Land voranzutreiben. Das Volksbegehren und der Artenschutz seien gemeinsame Themen für die Politik und die Landwirtschaft. So wichtig der Artenschutz wäre, so wenig lasse sich das Volksbegehren im Schwarzwald umsetzen. Es sei der falsche Ansatz, allein den Landwirten die Schuld an allem zuzuschieben. "Am Ende liegt die Verantwortung auch beim Verbraucher", betonte Boser.

Verantwortung liegt auch beim Verbraucher

BDM-Vorsitzender Stefan Mann blickte auf die turbulente Zeit der Landwirte: "Seit Mitte Oktober geht’s rund." Der BDM sehe sich angesichts der jüngsten Demonstrationen an seine Anfangszeiten erinnert, erklärte er in Richtung LsV-Pressesprecher Thomas Frenk (siehe Info). "Der BDM hat einen langen Kampf geführt und hat seitens der Politik und des Bauernverbands wenig Unterstützung bekommen", bedauerte er. Das Ziel müsse nach wie vor sein, den Milchpreis in einer auskömmlichen Höhe zu stabilisieren.

"Die Lage war noch nie so schlimm wie heute", betonte Stefan Mann. Die Bauern treibe neben Düngeverordnung und Pflanzenschutz in erster Linie die entzogene Existenzgrundlage auf die Straße. "Es gibt keine Zeiten mehr, in denen aus dem Erwirtschafteten Rücklagen gebildet werden könnten", verdeutlichte er. Schönrechnerei von Zahlen verzerre das Bild des landwirtschaftlichen Einkommens erheblich. Es zeige sich immer wieder, dass die Kompensation, die von den Landwirten gefordert werde, nicht funktionieren könne. "Die Gesellschaft muss insgesamt bereit sein, einen Ausgleich zu zahlen", forderte Mann.

Dann stellte er die Sektor-Strategie 2030 vor, mit der die Milch ähnlich wie der Stahl ein eigener Wirtschafts-Sektor werden soll. Die Landwirtschaft habe in den vergangenen Jahren viele Federn gelassen und sei jetzt an einem Punkt, an dem es nicht mehr weitergehe. Der Freihandel sei komplett gescheitert. "Es ist möglich, etwas zu verändern. Es wird auch nicht wahnsinnig viel Geld kosten. Wir müssen nur die Märkte in Ordnung bringen und das, was seit Jahren zu billig ist, wieder zu ordentlichen Preisen verkaufen", bilanzierte Mann.

Anschließend begeisterte sich Anton Siedler (La Vache Heureuse, Normandie) für die Klimatisation des Bodens, die damit einhergehende Ertragssteigerung und die hohe CO 2-Bindung. "Es ist so einfach, aber wir haben 20 Jahre gebraucht, um das zu erkennen!" Ausführlich und unterhaltsam erklärte er den Aufbau der Autonomie eines Landwirts und betonte: "Die Kuh hat Recht am Schluss – immer."

Das ist "LsV": "Land schafft Verbindung" ist eine Initiative, die Landwirte mit verschiedenen betrieblichen Ausrichtungen und Organisations-Zugehörigkeiten für gemeinsame Ziele zusammenbringt. Kennzeichnend ist die Unabhängigkeit von Verbänden. Thomas Frenk ist Pressesprecher für Baden-Württemberg und wurde zur BDM-Kreisversammlung von Mark Berger begleitet. "Die vergangenen zehn Wochen waren geprägt von Terminen, Demos, Treffen mit Verbänden und Gesprächen mit der Politik", erklärte Frenk. Der jüngste Erfolg sei die Groß-Demo in Berlin mit 40 000 Landwirten und etwa 10 000 Traktoren vor dem Brandenburger Tor gewesen.

Das sagt Rainer Moritz, Leiter des Landwirtschaftsamts Offenburg: "Es geht um die Wertschätzung und die Frage, wo diese herkommt!" Die Landwirtschaft werde oft zum Sündenbock stilisiert. Dass das Wasser das höchste Gut sei und dessen Schutz an erster Stelle stehe, wäre gar keine Frage. Doch die Vorschriften in Sachen Düngeverordnung und Pflanzenschutz wären derart kompliziert formuliert, dass sie selbst für die Verwaltung kaum noch zu verstehen seien. "Das Fachrecht muss so sein, dass es nachvollziehbar ist", forderte Moritz. Die Landwirtschaft müsse für die Zukunft auch durch die Zahlung von Fördergeldern erhalten bleiben.

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