Silke und Thomas Mohr betreiben seit 25 Jahren das Trauringstudio im Baiersbronner Oberdorf. Foto: Monika Braun

Das Trauringstudio Mohr in Baiersbronn feiert sein 25-jähriges Bestehen. Das Geschäft, das es sogar schon seit 1939 – damals noch mit breiterem Sortiment – am gleichen Standort gibt, ist heute der letzte Einzelhandelsbetrieb, abgesehen von den Bäckereien, im Oberdorf.

Thomas und Silke Mohr erinnern sich gerne an die Glanzzeiten des Oberdorfs zurück.

 

„In der Zeit, in der die Oberdorfstraße noch Hauptstraße hieß, boomte das Fachgeschäft Mohr mit Uhren, Bestecken, Porzellan und Geschenken. Entlang der Hauptstraße reihten sich Einzelhandel und Kleingewerbe aneinander. Über 50 Betriebe mit unterschiedlichen Angeboten gab es damals“, erzählt Thomas Mohr.

Die Auswahl sei groß gewesen. Vom Lebensmittelhändler über ein Reformhaus, Bäcker, Arztpraxen und Bankfilialen sei im Oberdorf alles präsent gewesen.

Verlagerung ins Unterdorf

Nach und nach hätten sich viele Geschäfte ins Unterdorf verlagert oder einfach ihren Betrieb geschlossen. Damals sei die Stärkung des Unterdorfs auch politisch forciert worden. Inzwischen sind alle anderen Einzelhandelsgeschäfte im Oberdorf geschlossen – bis auf das Schmuck- und Trauringstudio Mohr.

Nur noch wenig Betriebe

„Heute gibt es nur noch wenige Betriebe im Oberdorf. Wir sind der einzige Einzelhandel, der noch geblieben ist, auch weil für uns der Standort nicht ganz so wichtig ist“, sagt Silke Mohr. „Wir haben unser Geschäft nur noch von Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr für den normalen Verkauf und den Reparaturservice geöffnet, ansonsten bieten wir Beratungstermine für den Trauringkauf an, die online gebucht werden können.“

Dieser Service werde gerne angenommen und biete die Möglichkeit einer umfassenden Beratung. Mit dem Generationenwechsel von Richard und Elisabeth Mohr auf Thomas und Silke Mohr verlagerte sich der Schwerpunkt zu Schmuck und insbesondere zu Trauringen. „Wir haben uns immer nach den neuesten Trends umgeschaut und sind auch heute noch viel auf Messen vertreten“, sagt Thomas Mohr.

Einer der neuesten Trends, von dem das Ehepaar Mohr begeistert und überzeugt ist, sind die sogenannten „lab-created Diamonds“. Das sind günstige Brillanten, die künstlich erzeugt werden. „Das sind also keine Natursteine, sondern in der Fabrik hergestellte Steine, die aber in der Qualität und im Aussehen den natürlichen Steinen in nichts nachstehen“, erklärt Thomas Mohr. „Das wird der Schwerpunkt für uns im kommenden Jahr 2025“, sagt er.

Thomas Mohr, der Architektur an der Fachhochschule studiert hat, hat sich im Laufe der Zeit auch zum Fachmann für Trauringe und Schmuck entwickelt, arbeitet aber weiter als Altbauspezialist und unterstützt seine Frau Silke, die hauptsächlich den Laden führt, so gut es geht.

Rückblick mit Stolz

Stolz blicken die beiden auf das vergangene Vierteljahrhundert zurück, in dem sie mehr als 1000 Paaren geholfen haben, die passenden Ringe zu finden.