Maurice Scheer, einer der Geschäftsführer von 3D-Labs, stellt seine Firma vor.Foto: Paskal Foto: Schwarzwälder Bote

Serie: 3D-Labs lässt für den Europapark Produkte aus dem Drucker entstehen

St. Georgen. Man stelle sich vor, aus dem Drucker kommt nicht einfach ein Blatt Papier, sondern eine waschechte VR-Brille, mit der man in andere Welten abtauchen kann. Für die 2009 gegründete Firma 3D-Labs ist das alles andere als weit gegriffen, sondern vielmehr Alltag. Denn die sieben Mitarbeiter dieser im TZ ansässigen Firma beschäftigen sich mit dem 3D-Druck.

Geschäftsführer sind der für den Vertrieb zuständige Gerhard Duda sowie Maurice Scheer für die Technik und Systemberatung. Scheer ist von Beruf Industriemechaniker. Von seinem ehemaligen Arbeitgeber ist er zu den 3D-Druckern gekommen. Kunden suchten einen Dienstleister für ihre Produkte. Scheer hat sich mit der Technik vertraut gemacht.

Die Kunden liefern ihre per Computer konstruierten Teile. Davon wird mit 3D-Druckern das gewünschte Produkt gefertigt. Auf einer Aluminium-Plattform ist zunächst als Trägermaterial Wachs aufgetragen. Dieses dient als Stützmaterial für das zu fertigende Teil. Aus einer Kartusche mit Kunststoffacrylaten wird Schicht für Schicht hinzugefügt.

Die Kenner sprechen von "additiv", also vom Zusetzen in geringen Mengen, um gewisse Eigenschaften zu erreichen. Wichtig ist zu wissen, wofür das Bauteil benötigt wird; ob es sehr niedrige oder hohe Temperaturen aushalten muss.

Die Drucker laufen oft viele Stunden. Wenn der Fertigungsprozess beendet ist, wird die Plattform aus dem Drucker genommen. Jetzt werden die Wachsanteile mittels einer Lösung entfernt, das Teil entfettet und gereinigt. Gefertigt werden in der Regel Kleinserien, Einzelteile waren auch schon dabei.

Wer in dieser Firma arbeiten möchte, sollte Interesse an Technik haben, neu- und wissbegierig sein. Die Industrie- und Handelskammern seien dran, ein Berufsbild für "Fachkraft im 3D-Druck" zu erstellen. Momentan gebe es das noch nicht. Für die Fachhochschule Furtwangen und das Thomas-Strittmatter-Gymnasium finden regelmäßig Führungen statt.

Im Eingangsbereich der über 800 Quadratmeter großen Produktions- und Entwicklungsfläche sind etliche der bisher gefertigten Produktteile zu besichtigen. Darunter ist auch die anfangs erwähnte Unterwasser-Brille, die im Europapark eingesetzt wird.

Um Interessierte zu informieren, haben vor Corona alle zwei Jahre die 3D-Tage stattgefunden. Über Zukunftstechnologien wird referiert, neueste Herstellungsverfahren und Anwendungsmöglichkeiten werden vorgestellt.

Da bisher in dem noch jungen Unternehmen überwiegend Kleinaufträge gefertigt worden sind, wünscht sich Scheer für die Zukunft Großserien mit 50 bis 100 000 Teilen.

Regelmäßig schafft es das Technologiezentrum (TZ) in

die Schlagzeilen. Mal geht es

um abgeräumte Preise, mal

um den Besuch eines Ministers. Doch wer arbeitet dort

eigentlich? Von wem wird es

geleitet? Und wie kam es zu

dessen Gründung?

Die Serie "Hinter den TZ-Kulissen " gibt zum einen einen Einblick in die Arbeit des Zentrums, zum anderen werden die dort ansässigen Unternehmen vorgestellt. Vom Software-Entwickler über Marketingfirmen bis hin zu echten Umwelthelden – die relativ unbekannten Firmen stellen sich den Lesern

des Schwarzwälder Boten vor.

In unregelmäßigen Abständen

porträtieren wir je ein Unternehmen. Den Auftakt bildete

ein Rückblick auf die Gründung, die bisherige Entwicklung und eine Einordnung der

Arbeit.

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