Das Unternehmen Porr baut die Hochbrücke in Horb. Foto: Jürgen Lück

Die Hochbrücke Horb soll deutlich später fertig werden. Das hat in sozialen Netzwerken auch für Fragen gesorgt: Geht es dem Bauunternehmen Porr gut? Oder gibt es gerade Schwierigkeiten. Die jüngsten Meldungen geben dazu ein klares Bild ab.

In den vergangenen Wochen ist es etwas ruhiger um die Hochbrücke geworden. Die Arbeiten laufen, Neuigkeiten gibt es sowohl vom Unternehmen Porr als auch vom Regierungspräsidium Karlsruhe nicht.

 

Das RP teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Bisher hat noch kein Gespräch mit Porr stattgefunden.“

Die Nachricht vor fast genau einem Monat war ein echter Paukenschlag: Die Hochbrücke soll erst im Jahr 2030 fertig werden. Auch RP und die Stadt Horb wurden von dieser Information des Bauunternehmens völlig überrascht. Und die Gerüchteküche brodelt seither. Setzt das Unternehmen auf einen bekannten Preis-Trick in der Branche? Porr hat das vehement verneint.

Gerüchte im Netz kursieren

Ein weiteres Gerücht, dass in Horb und in sozialen Netzwerken kursiert: Geht es dem Unternehmen vielleicht gar nicht so gut?

Ein Gerücht, das schnell aufgeräumt werden kann, wenn man die aktuellen Zahlen des Unternehmens betrachtet. Das Bauunternehmen Porr GmbH & Co KGaA in Deutschland ist ein Tochterunternehmen der österreichischen Aktiengesellschaft Porr-Gruppe mit Sitz in Wien. Und die hat vor Kurzem die aktuellen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2024 bekannt gegeben.

Das Betriebsergebnis von Porr steigt

Das Unternehmen schreibt: „In der ersten Jahreshälfte 2024 hat die Porr ihre solide Performance weiter ausbauen können. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 23,7 Prozent auf 42,2 Millionen Euro Leistungssteigerungen, volle Auftragsbücher und die erwartete Trendwende in der europäischen Bauwirtschaft sorgen für einen positiven Ausblick auf die zweite Halbzeit.“

Es habe erneut eine deutliche Ergebnissteigerung gegeben – die Aktiengesellschaft spricht von 23,7 Prozent Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern.

Die Auftragsbücher sind voll

Die Auftragsbücher sind voll: „Mit 8.564 Millionen Euro steht die Porr aktuell beim dritthöchsten Auftragsbestand in ihrer Unternehmensgeschichte, wenngleich der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten mit 3.228 Millionen Euro nicht ganz das Vorjahresniveau erreicht.“

Das Ergebnis des deutschen Tochterunternehmens wird dabei nicht explizit ausgewiesen. Doch Porr präsentiert auch auf der deutschen Homepage diese Zahlen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass der deutsche Zweig des Unternehmens ebenfalls gut da steht.

Anderes Unternehmen aufgekauft

Ein „gesundes Zeichen“ ist auch, dass Porr Deutschland zuletzt ein anderes Unternehmen aufgekauft hat. In einer Pressemitteilung im Mai hieß es: „Die Porr Verkehrswegebau GmbH mit Sitz in Münster baut ihre Präsenz im Südwesten Deutschlands deutlich aus: Sie übernimmt das baden-württembergische Traditionsunternehmen A. Waggershauser Straßenbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchheim/Teck.“

Das Branchenportal „baunetzwerk.biz“ erklärt, was das bedeutet: Porr baue damit die „Präsenz im Südwesten Deutschlands deutlich aus“. „Das familiengeführte Traditionsunternehmen A. Waggershauser mit rund 140 Beschäftigten und einer Jahresleistung von 25 Millionen Euro leitet mit der Übernahme eine zukunftssichere Nachfolgeregelung ein.“

Andere aktuelle Projekte von Porr

„Die Porr setzt mit der Übernahme auf Kontinuität und nachhaltiges Wachstum“, wird Claude Jeutter, COO der Porr und verantwortlich für den Markt Deutschland, zitiert.

Die Pressemitteilungen von Porr Deutschland liefern dazu noch einige Erfolgsmeldungen der vergangenen Monate. „Zweischichtigen Kompaktasphalt auf einer Länge von 20 Kilometern in acht Tagen einbauen“, heißt es zum Beispiel am 2. Oktober zur Pressemitteilung über einen Abschnitt der A 3 zwischen Hünxe und Emmerich. „Bauarbeiten am Pumpspeicherkraftwerk schreiten zügig voran“, heißt es zum Umbau des Rudolf-Fettweis-Werks (RFW) Forbach. Weitere Projekte der vergangenen Wochen: eine nachhaltige Kita in Bremen oder teilschlüsselfertige Mehrfamilienhäuser in Kaarst.