Aldi und Edeka wollen Lebensmittelmärkte ansiedeln. Das war Thema im Ortschaftsrat.
Seit vielen Jahren besteht in Haagen der Wunsch nach einem Lebensmittelmarkt. Mit der Metzgerei Bachmann schloss vor drei Jahren das letzte Lebensmittelgeschäft im Ortsteil.
Quelle-Areal als möglicher Standort vorgesehen
Im Juli 2024 haben sich nun die Firmen Aldi und Edeka an die Stadt gewandt, weil sie auf dem Quelle-Areal zwei Lebensmittelmärkte mit insgesamt 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche ansiedeln wollen: 1000 Quadratmeter Aldi und 2000 Quadratmeter Edeka. Bei einem Gespräch im Juli hat die Stadt dieses Anliegen jedoch abgelehnt: In Haagen erlaube das Märkte- und Zentren-Konzept nur einen Nahversorger mit rund 800 bis 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Firma Aldi bekundete darauf hin Interesse, auch einen Markt mit 800 Quadratmetern zu eröffnen.
Mit dem Märkte- und Zentrenkonzept (MZK) will die Stadt Lörrach den Einzelhandel steuern und die Geschäfte in der Innenstadt schützen. Antje Schnacke-Fürst (Stadtplanung) erinnerte daran, dass der Gemeinderat im März die Fortschreibung des MZK beschlossen hat: In Haagen mit seinen 5000 Einwohnern erlaubt das Konzept nach wie vor nur Geschäfte zur Nahversorgung. Für einen Lebensmittelmarkt werden 800 bis 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche empfohlen.
In der neuen Fassung empfiehlt das MKZ, Haagens Ortsmitten im Ganzen als Nahversorgungsbereich zu entwickeln – also den Bereich der Hauingerstraße zwischen Eisenbahn- und Manzentalstraße, wo schon ein paar Geschäfte und das Quelle-Areal liegen. Zur alten Spinnerei, wo es schon Gastronomie und Dienstleister gibt, wird eine Verbindung empfohlen.
Was die Räte zu den Plänen sagen
Ortsvorsteher Horst Simon (SPD), Christa Rufer (SPD) und Ulrike Krämer (CDU) begrüßten, dass nun Haagens Ortsmitte als Ganzes in den Blick gerückt wird. Da das Quelle-Areal in Privatbesitz der Firma Vacuform ist, empfahlen Rufer und Krämer, für einen Lebensmittelmarkt auch städtische Flächen ins Auge zu fassen: das jetzige Feuerwehrgerätehaus und das Areal Neumatt-Brunnwasser. Jörg Müller (Freie Wähler) hielt das Feuerwehrhaus für ungeeignet, da es vor 2035 nicht frei werde: früher könne die neue Feuerwache Nord bekanntlich nicht gebaut werden. Als kurzfristige Verbesserung schlug Krämer vor, den gut besuchten Haagener Wochenmarkt zu erweitern, etwa um einen Stand mit Milchprodukten.
„Wenn etwas geschieht, machen wir nichts“, kritisierte Müller. Ein Jahr lang habe die Stadt auf die Anfrage von Edeka und Aldi nicht reagiert. Er kritisierte auch die Begrenzung der Verkaufsfläche. 3000 Quadratmeter werde das Regierungspräsidium niemals genehmigen, weil das Planungsrecht dies nicht zulasse, entgegnete der Planer und Vater des MZK Donato Accocella. Er betonte aber: „Die 800 Quadratmeter sind nicht in Stein gemeißelt.“ Man müsse nun prüfen, welche Größe für einen Lebensmittelmarkt in Haagen das Planungsrecht erlaube. Der Markt dürfe zum Beispiel benachbarte Geschäfte, wie den kleinen Henle-Markt in Brombach, nicht stören.
Beim Gespräch im Juli hätten beide Firmen nachvollziehen können, warum die Stadt eine Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern ablehnt, informierte Schnacke-Fürst. Aldi sei aber bereit, auch einen kleineren Markt zu eröffnen. Als nächstes stünden, so hieß es in der Sitzung des Ortschaftsrats, Gespräche mit Verwalter Kugelmann von der Firma Vacuform an.