Feststoffkonditionierungsanlage für Recyclingunternehmen kein Thema mehr

Mönchweiler (wde). Jetzt ist die Feststoff-Konditionierungsanlage endgültig vom Tisch. "Wir haben den Genehmigungsantrag beim Landratsamt zurückgezogen", bestätigte die Geschäftsführerin der Firma Hezel Entsorgung, Angelika Hezel, dem Schwarzwälder Boten gestern auf Anfrage.

Damit endet eine Geschichte, die verschiedene Blickwinkel besitzt. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen, hätte die geplante Einrichtung "in der Anfangsphase fünf bis acht, später wahrscheinlich mehr" neue Arbeitsplätze geschaffen, rechnet die Geschäftsführerin vor.

Die Bürger liefen Sturm gegen die Pläne des Recyclingunternehmens. Im April vergangenen Jahres mobilisierte die neu gegründete Bürger­initiative Pro Mönchweiler weit über 200 Einwohner und Bürger aus Nachbargemeinde für eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats, in der die Ausweisung eines eingeschränkten Industriegebiets für den Bau eines Sondermüll-Vermischungsanlage auf der Tagesordnung stand. Dabei sah sich die Geschäftsführung mit heftigen Vorwürfen konfrontiert.

Der Gemeinderat erließ eine Veränderungssperre. Damit waren die Hezel-Pläne blockiert, und die Anwälte beider Parteien hatten das Wort. Bürgermeister Friedrich Scheerer rechnete damals mit "langwierigen und unter Umständen auch kostspieligen Verhandlungen".

"Wir fühlen uns hier wohl und wollen unsere vorhandenen Arbeitsplätze sichern", begründete Angelika Hezel. Das sind derzeit – "mit steigender Tendenz" – 40 bis 45, "mit Familien hängen also gut 150 Leute daran." Das Unternehmen stehe zu seinem Versprechen, nicht gegen die Interessen der Anwohner zu handeln. Außerdem werde in juristischen Auseinandersetzungen "unnötig Kraft verpulvert".

Die braucht die Unternehmerin für laufende Umbauten. Derzeit entsteht ein neues Verwaltungsgebäude, das auch dringend benötigt wird. "Mein Büro befindet sich augenblicklich im Besprechungszimmer", gibt Angelika Hezel einen Eindruck von der beengten Raumsituation. Sie hofft auf einen Einzug in den Neubau, "noch bevor der Winter kommt".

Die 17 000 Quadrat­meter, die für den Bau der Konditionierungsanlage vorgesehen waren, stehen derzeit leer. Doch die Geschäftsführerin muss nicht befürchten, dass dieser Zustand lange anhält. "Das freie Gelände werden wir gut für den laufenden Betrieb gebrauchen können."