Der Leiter der Konfektion im Dunninger Werk, Thomas Mauch (links) und der Leiter des operativen Geschäfts der Döllken-Gruppe, Thomas Schramm, vor einer der CRG-Maschinen. Foto: Schönfelder

Was haben Caravans und Kühlschränke gemeinsam? Was verbindet einen Trailer auf der Straße mit der neuen Küche? Was findet man in der Kühltheke und im eigenen Wohnzimmer? In all diesen Dingen stecken Produkte der Firma Döllken Profiles, unter anderem aus dem Standort in Dunningen.

Dunningen - Kaum jemand kommt an diesen Produkten vorbei. Fast jeder hat sie täglich vor Augen. Denn "Weiße Ware", gewerbliche Kühlmöbel, Nutzfahrzeuge und Trailer, Klimatechnik und die Produkte der Möbel- und Bauindustrie und die immer beliebteren Caravans wären ohne Spezialprofile nicht denkbar. Für die Firma Döllken mit Hauptsitz im westfälischen Bönen ist die Niederlassung in Dunningen eine der wichtigsten. Etwas mehr als 80 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Der Standort wurde 2016 übernommen.

Thomas Schramm, bei Döllken Profiles für das operative Geschäft zuständig, schildert, dass zunächst eine Umstrukturierung des bestehenden Betriebs angestanden habe. Zudem wurde nach einer gründlichen Analyse kräftig investiert. Döllken stellt technische Profile her, die jeder benutzt, aber auch Kunststoffprodukte für Spezialzwecke. Bei bestimmten Produkten bewegt sich Döllken, so Schramm, unter den "Top Five in Europa".

4,3 Millionen Euro investiert

In Dunningen hat die Döllken-Gruppe inzwischen rund 4,3 Millionen Euro investiert. Dies bedeutet 800.000 bis eine Million Euro Jahr für Jahr. Größter Brocken war eine neue moderne energieeffiziente Kühlanlage, da die Kunststoffe während der Produktion mit Wasser heruntergekühlt werden müssen.

"Wir sind zwar hier in Dunningen ein mittelständischer Betrieb, können aber durch unsere Zugehörigkeit zur Firmengruppe ganz anders investieren", beschreibt Schramm die Strategie. Derzeit liege der Materialumsatz bei 570 Tonnen, der Umsatz bei rund zwei Millionen Euro im Jahr.

Im Augenblick fährt Schramm durch ganz Deutschland von Standort zu Standort, um Synergieeffekte zu generieren und die einzelnen Produkte der Gruppe optimal auf die verschiedenen Standorte in Bönen, Grammetal bei Weimar, zweien in England und eben in Dunningen zu verteilen.

Zudem werden ständig neue Produkte nach den speziellen Anforderungen der Kunden entwickelt. "Jedes Profil ist im Grunde eine Neukonstruktion." Der Kundenstamm umfasst, wie man so sagt, große und namhafte Firmen ebenso wie kleinere Unternehmen. Dies mache Döllken Profiles relativ robust gegen das Auf und Ab der verschiedenen Branchen. Schramm sieht Döllken deshalb "gut aufgestellt".

Maschinenpark von CRG Automation übernommen

Vor wenigen Wochen übernahm die Gruppe den Maschinenpark der Firma CRG Automation aus Rieschweiler-Mühlbach bei Pirmasens. Die Firma, die Sondermaschinen für das Handling, die Konfektionierung und die Verpackung der Döllken-Profile liefert, musste, auch Corona-bedingt, in die Insolvenz gehen. Döllken griff zu und wird, so Schramm, die benötigten Spezialmaschinen für den eigenen Bedarf in der angemieteten CRG-Halle unter dem Logo Döllken Anlagenbau selbst konstruieren und herstellen sowie den Service übernehmen. "Wir holen uns die benötigte Technik ins eigene Haus, statt sie von Fall zu Fall zu kaufen", so Schramm. Der neue Firmenzweig, der zunächst mit drei Mitarbeitern beginnt, wird von Dunningen aus gesteuert.

Und natürlich kommt man in so einem Gespräch um das Thema Corona nicht herum. In der gesamten Gruppe sei ein strenges Hygienekonzept umgesetzt worden. Man habe Testreihen organisiert und werde in absehbarer Zeit mit einer Impfkampagne für die Mitarbeiter beginnen. "So gesehen sind wir gut durch die Corona-Krise gekommen." Bisher habe es auch nur einzelne Infektionsfälle gegeben. Wo es möglich sei, arbeiteten die Mitarbeiter vom Homeoffice aus, Konferenzen und Gespräche mit den Kunden hätten als Videokonferenzen gut funktioniert.

In der Produktion sehe dies ein bisschen anders aus. Die Versorgung mit Grundstoffen entwickle sich mehr und mehr zur Katastrophe. "Inzwischen ist die Lage dramatisch", so Schramm. Die Preise stiegen in kurzer Zeit in "nie dagewesenem Maße".

Während die Nachfrage in einigen Kundenbereichen zurückgehe, sei sie bei den Caravans regelrecht explodierte. "Wir haben sogar an den Wochenenden produziert, um den Bedarf zu decken. Noch sind wir in der Termintreue relativ gut, aber es wird immer schwieriger", schildert Schramm die aktuelle Situation. Aber man sei mit den Kunden in stetigem Austausch. Offene Kommunikation sei hier der beste Weg, zeigt sich Schramm überzeugt. Schramm sieht auch eine positive Seite: So hätten viele Unternehmen auch gelernt, mit Krisen umzugehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: