Die Sonderausstellungen „Faszination Glas“ und „Es weihnachtet sehr“ sorgen nochmal für großen Andrang im Museum für Volkskunst.
Seit dem Wochenende sind die Türen der Sonderausstellungen „Faszination Glas“ und „Es weihnachtet sehr“ im Museum für Volkskunst in Meßstetten geschlossen. Ein volles Haus, das bereits eine Stunde vor dem offiziellen Beginn der Finissage einen Besucherstrom aus dem ganzen Landkreis aufzunehmen hatte, war der Lohn der intensiven Arbeit.
Solche Sonderausstellungen sind nur durch die großzügige Unterstützung begeisterter Sammler möglich: Die Glasausstellung wurde zu mehr als 90 Prozent vom Sammlerpaar Sonja und Jürgen Dohrmann bestückt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. So sprangen die Leihgeber sogar auch mal selbst als Museumsführer ein.
Ein erster Kontakt zwischen Museumsleiterin Klara Stingel und dem Ehepaar ergab sich im vergangenen Jahr während einer Krippenausstellung im Museum. Weitere Kontakte führten zur Familie Domschke, die Urangläser zur Verfügung stellte. So gelang es, eine thematische Zeitschiene von 1740 bis zu „Millennium-Gläsern“ museumstechnisch aufzubauen.
Ehepaar Dohrmann macht es möglich
Auch zum weihnachtlichen Thema „Es weihnachtet sehr“ konnten sie zusätzlich Engel und Spielzeug aus historischen Zeiten beisteuern. Auch Jutta und Albert Mauz aus Burladingen, die bereits zu Beginn des vergangenen Jahres Krippen ausgestellt hatten, zeigten bisher nicht ausgestellte Objekte.
Eine Besonderheit war eine Holzkiste mit originalem Weihnachtsschmuck aus der Walzmühle bei Stetten unter Holstein im oberen Laucherttal. Der Christbaumständer mit seiner Krippe wurde für die Besucher ein Highlight, da fast allen Besuchern die Reportagen des SWR und die Bücher über das Leben von Marie und Klara Walz bekannt waren.
Als i‑Tüpfelchen rundeten die schön gestalteten Weihnachts- und Jahreskarten von Ingrid Kleinbach die Ausstellung ab. Im Dachgeschoss des Museums erwartete Uwe Schwerer mit einem exzellent fachkundigen Vortrag zum Thema Glas-Schliff und einmaligen selbsterstellten Exponaten das staunende Publikum.
Museum kommt ins Altersheim
Die Einrichtungsleiterin blickte freudig resümierend auf ihr erstes Jahr als Direktorin. Die Besuchermarke von 2100 wurde zwischenzeitlich „geknackt“. Die Museumsarbeit begann mit einer Krippenausstellung von Albert und Jutta Mauz. Ein gut besuchter Vortrag vom furchtbaren Unkrautsäer zum fruchtbaren Unkrautversteher durch Manfred Kränzler folgte im März. Die Schwälmer Weißstickerei, zum Weltkulturerbe 2024 ernannt, brachte Heike Götz aus Binsdorf ins Haus.
Die Anmerkung „Schade, dass wir mit den Bewohnern des Pflegehauses nicht ins Museum kommen können“ löste eine weitere zündende Idee aus. „Dann kommt das Museum ins Altersheim“, entwickelte sich zur Antwort. Mit den Stickarbeiten besuchten Heike Götz und Klara Stingel das Pflegehaus Amoes.
Für das Jahr 2026 sind weitere Ausstellungen bereits in Planung. So ist für die Osterzeit das Thema „Zitzenhauser Terrakotta-Figuren des Basler Totentanzes“ um 1820 geplant.