Die Haushaltsberatungen in Unterkirnach beginnen unter denkbar schlechten Vorzeichen. Verwaltung und Gemeinderat stehen vor der Aufgabe, Einsparpotenziale zu identifizieren.
Die Zeichen stehen im Schwarzwalddorf auf Sparen und die Erhöhung von Einnahmen. Eine weitere Schuldenaufnahme bleibt aber unvermeidbar.
Mit einem vorläufigen Minus von 888 050 Euro im Ergebnishaushalt ist die Ausgangslage für die kommenden Haushaltsberatungen denkbar schwierig. Bürgermeister Andreas Braun stellte bei der Einbringung des Haushalts 2026 die Planzahlen in den Zusammenhang der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. „Auch zahlreiche andere Gemeinden im Landkreis können keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen“, sagte er.
Braun erwähnte äußere Einflüsse auf die finanzielle Schieflage, die das Unterkirnacher Rathaus nicht zu verantworten habe. Dazu zähle der aus seiner Sicht fehlerhafte Zensus 2022. Die dadurch um 130 verringerte Einwohnerzahl führt laut dem Gemeindeoberhaupt bei den Schlüsselzuweisungen zu einem Einnahmenausfall von derzeit jährlich rund 230 000 Euro.
Die von Unterkirnach zu zahlende Kreisumlage steige in 2026 vermutlich um rund 100 000 Euro, ließ Braun wissen. Zuletzt erwähnte er die zeitlich begrenzten Übergangskosten für die außerörtliche Unterrichtung der Roggenbachschüler in Höhe von 180 000 Euro für das kommende Jahr.
Verkauf von Gewerbeflächen
Als Chancen nannte Andreas Braun den Verkauf von Gewerbeflächen und die eventuelle Korrektur des Zensusergebnisses nach dem Widerspruch seiner Gemeinde. Aus dem Sondervermögen des Bundes erwartet Unterkirnach für 2026 Jahr einen fünfstelligen Betrag, dessen genaue Höhe noch nicht bekannt ist und der im vorläufigen Zahlenwerk fehlt.
Aber auch kräftig selbst anpacken für bessere Finanzen will die Unterkirnacher Verwaltung. „Durch Einsparungen und höhere Einnahmen wollen wir das geplante Haushaltsergebnis für das kommende Jahr um 400 000 bis 500 000 Euro verbessern“, kündigte Braun an. Dadurch will das Rathaus einen Zahlungsmittelüberschuss im Ergebnishaushalt erreichen, aus dem die aktuelle Kredittilgung in Höhe von 150 000 Euro finanziert werden kann. Derzeit weist das eingebrachte Zahlenwerk hier noch ein Minus von 371 450 Euro aus.
Investitionsschwerpunkt liegt auf der Schule
Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer informierte, dass der Investitionsschwerpunkt mit 3,5 Millionen Euro in der Sanierung der Roggenbachschule liege. „Zur Finanzierung ist 2026 eine Kreditaufnahme von bis zu 1,7 Millionen Euro vorgesehen“, ließ er wissen.
In der nächsten Gemeinderatssitzung liegt es nun an den beiden Gemeinderatsfraktionen, am Zahlenwerk zu feilen. Martin Kuberczyk verlangte, dass die von der Verwaltung erarbeitete Liste an Ergebnisverbesserungen den Fraktionen rechtzeitig vorliegen müsse. „Das Thema ist zu heikel, um darüber kurzfristig in einer Ratssitzung zu entscheiden“, begründete der CDU-Sprecher.