Der Grunderwerb für das Wohngebiet Sternendachsbühl-Süd dauert länger als gedacht. Die Erschließung startet erst 2023. Foto: Herzog

Die Finanzsituation der Gemeinde im laufenden Jahr sieht gut aus. Bis Ende September hat sich der Ergebnishaushalt gegenüber dem Haushaltsplan um rund 332 000 Euro verbessert, auch die Liquidität lag mit 2,78 Millionen Euro deutlich höher als erwartet.

Eschbronn - Bei der Vorstellung des zweiten Haushalts-Zwischenberichts für das Jahr 2022 sprach Kämmerin Manuela Götze im Gemeinderats von einer "Momentaufnahme, die sich bis zum Jahresende sicher nochmals verändert". Mehreinnahmen von 177 000 Euro seien bei der Gewerbesteuer zu erwarten, die dann bei 627 000 Euro liege. Veranschlagt gewesen seien 450000 Euro.

Beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer könne gegenüber dem Planansatz mit einem Plus von 90 000 Euro und bei den Schlüsselzuweisungen von 30 500 Euro gerechnet werden. Weitere 13 000 Euro Mehreinnahmen gebe es bei der Investitionspauschale. Insgesamt würden sich die Erträge im Ergebnishaushalt um 323 000 Euro verbessern, rechnete die Kämmerin vor.

Kreisumlage sinkt

Durch die höheren Einnahmen bei der Gewerbesteuer müssten bei den Aufwendungen 18 000 Euro mehr Umlage gezahlt werden. Weil der Kreistag die Kreisumlage um einen Prozentpunkt gesenkt habe, verringere sich diese um 27 000 auf 653 000 Euro. Dadurch erreiche der Ergebnishaushalt eine Verbesserung von rund 332 000 Euro und liege leicht über dem Ergebnis des ersten Haushalts-Zwischenberichts vom Juli (319 000 Euro).

Grundsteuer steigt

Die liquiden Mittel der Kommune seien im gleichen Zeitraum um knapp 460 000 auf 2,78 Millionen Euro gestiegen. Zu berücksichtigen sei, dass der Gemeinderat für die Flurneuordnung eine Erhöhung der Grundsteuer beschlossen habe und die Mehreinnahmen zur Finanzierung der Teilnehmergemeinschaft eingesetzt würden. Bis Ende des Jahres werde eine Summe von circa 280 000 Euro zur Verfügung stehen, erläuterte Götze.

Einige Projekte nicht umgesetzt

Die aktuell hohe Liquidität, ergänzte Bürgermeister Franz Moser, sei in erster Linie dem geringeren Zahlungsmittelabfluss im investiven Finanzhaushalt geschuldet. Mit der Erweiterungserschließung des Gewerbegebiets "Ob Heckenwald" (740 000 Euro) und der Erschließung des Wohnbaugebiets Sternendachsbühl-Süd (1,25 Millionen Euro) seien zwei Großprojekte nicht umgesetzt worden und werden zur besseren Übersicht im Haushalt 2023 neu veranschlagt.

Zeitdruck beim Zuschuss

Beim Wohnbaugebiet habe der Grunderwerb einige Zeit in Anspruch genommen. Außerdem dauerten manche Bauprojekte etwas länger, bis die Schlussrechnung eingehe. Dies betreffe beispielsweise die Lüftungsanlage in der renovierten Grundschule Eschbronn, die am 18. November in Betrieb genommen werde. Dort stehe die Gemeinde unter Druck, weil die bewilligte Förderung noch in diesem Jahr abgerufen werden müsse. "Insofern zeigt der Stand der liquiden Mittel ein schiefes Bild. Der zweite Haushalts-Zwischenbericht bildet aber eine Grundlage für den nächsten Haushaltsplanentwurf", so Moser.