Rolf Buchholz (CDU), Ansgar Fehrenbacher (UBL) Emile Epagna (FDP/Freie Bürger) gaben im Gemeinderat für ihre Fraktionen eine Einschätzung zum Haushalt 2026 ab.
Buchholz sprach angesichts von fünf größeren Maßnahmen von einem „ambitionierten Programm“. Er verwies auf die Sanierung von Pfarrer-Sieger-Straße und Friedhof, dem Bau der Arztpraxis im Haus des Gastes, die Ganztagsbetreuung in der Schule sowie der Dachsanierung des Rathauses. Insbesondere bei der letzteren Maßnahme habe er so seine Zweifel.
Ein Punkt Rolf Buchholz besonders am Herzen: Seit Bürgermeister Jürgen Leichtle und Kämmerer Karl-Heinz Villinger im Amt seien, sei kein einziger Antrag mehr über den Ausgleichstock gestellt worden. Die Anträge hätten oberste Priorität, da die Gemeinde hier in der Vergangenheit über dieses Instrument sehr gut bedient worden sei. Das wollte Leichtle nicht so stehen lassen. „Es wurden Anträge für den Friedhof und die Pfarrer-Sieger-Straße gestellt“, sagte er.
Vorstoß zum Mooswald?
Angesichts des Zustands der Straße in Richtung Fohrenbühl sagte Buchholz: „Wir schimpfen immer über den Zustand der Landesstraße, haben aber selber noch keine Pläne, wie das Ganzen mit unseren auszuführenden Arbeiten zusammenpasst“. Ohne Druck von der Gemeinde passiere in Sachen Ausbau wahrscheinlich gar nichts, mahnte er.
Für den Bereich Mooswald wolle er sich nochmals intensiv um die Sache kümmern, auch wenn das Umweltamt bei seiner ablehnenden Haltung bleibe. Zudem wünschte sich Buchholz weniger Konflikte im Personalbereich im Jahr 2026.
Ansgar Fehrenbacher sah Licht und Schatten in der Gemeinde. „Wir machen das, was richtig ist: Wir investieren antizyklisch in Infrastruktur und Zukunft“, sagte er und verwies neben den von Buchholz genannten Projekten auf eine Stelle für die Schulsozialarbeit, die Sanierung der TSV-Halle sowie Carsharing und Schnellladesäule.
Verweis auf Ortscheck
Allerdings erhöhe sich die Gesamtverschuldung um 2,25 Millionen auf 4,3 Millionen Euro – fast eine Verdoppelung auf 1600 Euro je Einwohner. „Das ist gut, da diese Ausgaben bei jemand Anderem Einnahmen sind“, befand Fehrenbacher. Die Kreditaufnahme sei richtig, gut und sinnvoll. Wohin eine Gesellschaft komme, wenn sie spare, sehe man bei der maroden Infrastruktur bei Bahn und IT.
Er freute sich, dass keine Steuern, Gebühren oder Beiträge erhöht werden müssten. Das 750-Jahr-Fest habe gezeigt, welche Vielfalt und Kreativität in Lauterbach stecke.
„Ich freue mich, dass wir für 2026 einen für Lauterbacher Verhältnisse ordentlichen Haushaltsplan aufstellen konnten“, betonte Fehrenbacher. Zudem appellierte er: „Die Streitigkeiten müssen ein Ende haben“.
Fehrenbacher verwies auf den Schwabo-Ortscheck vom November 2024, wo Lauterbach beim ÖPNV auf dem letzten und beim Einzelhandel auf dem zweitletzten Platz lag. Dort drücke der Schuh.
Kooperation beim Bauhof?
Er mahnte die Sanierung der Fohrenbühlstraße – möglichst mit Radweg – an. Schließlich sei das auch wichtig für die Anbindung Lauterbachs an den Bahnhof Hornberg.
Emile Epagna sah das Finanzielle anders als Fehrenbacher. Er mahnte an, einen Sparplan vorzubereiten. Hier dürfe es keine Denkverbote geben. So könne der Bauhof Lauterbach beispielsweise Maschinen gemeinsam mit Schramberg kaufen und nutzen, schlug er vor.
An das Rathauspersonal hatte er die Bitte: „Zuhören statt von oben zu regieren“.