Auch beim Kinderfest, an dem Kitas und Schulen beteiligt sind, soll gespart werden. Foto: Steinmetz

Die Haushaltslage in Sulz zwingt zu Einsparungen. So sollen mehr Hundehalter zur Kasse gebeten werden. Und auch bei den Kindern könnte der Rotstift angesetzt werden.

Schon im Januar hatte Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser festgestellt: „Wir haben ein Haushaltsdefizit von 2,2 Millionen Euro“. Deswegen müsse man – neben der Suche nach zusätzlichen Einnahmen – auch prüfen, welche Einsparmöglichkeiten es bei den freiwilligen Aufgaben gäbe. Die Themenfelder reichen dabei von Einrichtungen für Sport über Kultur bis Kunst oder Erwachsenenbildung.

 

Extra-Vorlage für Bücherei

Wie dies konkret aussehen könnte, hat Fauser nun in der Sitzung des Gemeinderates thematisiert, als er die Beschlussvorschläge des Haushaltsausschusses vorstellt.

Eine Anpassung der Bücherei-Gebühren habe man bereits im Blick. „Da wird es aber noch eine gesonderte Vorlage geben“, verspricht er. Denn sowohl Bücherei- wie auch Hallen-Gebühren sind seit zehn Jahren auf dem gleichen Niveau geblieben.

Suche nach „schwarzen“ Hunden

Künftig sollen auch mehr Hundebesitzer zur Kasse gebeten werden. Es geht nämlich um eine vollständige Auflistung aller Hundehalter. „Wir wollen die nicht angemeldeten Hunde erfassen“, erklärt Fauser.

„Wie läuft das ab, was kostet es, und was bringt es ein?“, umreist er die Stoßrichtung des Antrags, der sich mit den Kontrollen von Hundehaltern beschäftigen soll.

Kita-Gruppen reichen aus

Auch die Kindergärten stehen im Fokus des Ausschusses. „Wir sehen keine Notwendigkeit zur Eröffnung neuer Kita-Gruppen“, sagt der Kämmerer. Betrachte man die Zahlen, sei der Bedarf für zusätzliche Betreuungsangebote nicht gegeben. Auch soll beim Kinderfest und dem Neckarstrand gespart werden. „Der Ansatz, der zur Verfügung steht, soll für den Haushalt 2026 auf 20 000 Euro gedeckelt werden.“

Für das aktuelle Fest stünden 23 000 Euro bereit, das ergebe für das kommende Jahr eine Kostenersparnis von 3000 Euro. „Der Deckel wird ohne größere Schmerzen machbar sein“, meint Fauser.

Werden Organisatoren gehört?

Da meldet sich Hans Gühring (GAL) zu Wort, der wie kaum ein anderer für die Entstehung des gesamtstädtischen Festes verantwortlich ist. Er sehe ein, dass Kosten gespart werden müssen, sagt er. Aber: Mit Gertrud Teller, der Leiterin des Kinder- und Jugendbüros, habe er das Event in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt. „Da fände ich es für angebracht, dass man die Organisatoren anhört“, mahnt er.

Das sei falsch rübergekommen, entschuldigt sich Fauser. Teller sei bei der Sitzung selbst anwesend gewesen, und wenn es genauere Details gebe, werde man selbstverständlich auf die Organisatoren zugehen und sie einbinden. Ein Vorgehen ohne die maßgeblich Beteiligten – „so war das nicht gedacht“, versichert er.

Rücksprache mit Musikverein

Barbara Klaussner (CDU), die auch im Haushaltsausschuss sitzt, beteuert: „Es wird natürlich Rücksprache mit dem Musikverein gehalten.“

Das Hauptaugenmerk der Sitzung habe auf den allgemeinen Kosten gelegen. Der Gemeinderat stimmt den Vorschlägen zu.