Das Lörracher Krematorium , links daneben die runde Kuppel der Friedhofskapelle. Foto: Ounas-Kräusel

Der Betriebsausschuss beschäftige sich am Donnerstag mit der Zukunft des Krematoriums.

Das Krematorium auf dem Lörracher Friedhof belastet die Stadtfinanzen: Es fährt Verluste ein. . Eine Option wäre, es zu schließen.

 

Der Betriesbsausschuss genehmigte den Jahresabschluss für den Eigenbetrieb Stadtgrün und Friedhöfe, wozu auch das Krematorium zählt, außerdem den Wirtschaftsplan für 2026. 2024 schloss dieser Eigenbetrieb mit einem Defizit von gut 1,2 Millionen Euro ab, wozu das Krematorium einen spürbaren Anteil von 257 000 Euro beitrug. Der Verlust des Eigenbetriebs wird aus dem Haushalt der Stadt ausgeglichen. Für 2026 ist ein etwas geringerer Verlust von 921 000 Euro für den Eigenbetrieb Stadtgrün/Friedhöfe eingeplant.

In Konkurrenz zu anderen Einrichtungen

Die Einäscherung Verstorbener ist eine Dienstleistung bei der das Lörracher Krematorium in Konkurrenz steht zu Einrichtungen aus der weiteren Umgebung. Seit 2020 sinken die Zahlen der Einäscherungen in Lörrach, nachdem in Eschbach ein privatwirtschaftliches Krematorium den Betrieb aufgenommen hat. Im Lörracher Krematorium gibt es zwei Öfen, von denen aktuell nur einer benutzt wird. Für die Generalsanierung des zweiten Ofens sieht der Wirtschaftsplan 2026 die Summe von 400 000 Euro vor, um die Arbeitssicherheit und die Energieeffizienz zu verbessern.

Matthias Lindemer (Freie Wähler) fragte allerdings, warum die Stadt ihr Krematorium nicht schließt, wenn privatwirtschaftliche Krematorien „offenbar ohne Verlust“ arbeiten. Thomas Hengelage (Die Grünen) wollte geprüft haben, wie die Einnahmen zu verbessern wären: durch Nutzung der Abwärme, durch den Verkauf von metallischen Rückständen aus der Asche der Verstorbenen (diese wurden bislang mit in die Urne gegeben oder große Rückstände werden zentral begraben), durch eine Photovoltaikanlage und eventuell den Eigenverbrauch des Sonnenstroms. „Wir wissen, dass man mit Friedhöfen kein Geld verdient“, meinte Hengelage. Aber er hoffe, dass die Stadt mit neu kalkulierten Friedhofsgebühren die Finanzen stabilisieren werde.

Mindereinnahmen beim Betriebszweig Stadtgrün

Fritz Böhler (Grüne) sorgte sich wegen der Mindereinnahmen beim Betriebszweig Stadtgrün von 580 000 Euro. Seine Überlegung: Die Stadtverwaltung hatte dargelegt, dass „Stadtgrün“ wegen Personalmangels weniger Aufträge erledigen konnte, die die Stadt im Gegenzug vergütete. Böhler befürchtete, dass viele Arbeiten liegen geblieben waren. Dem sei nicht so, widersprach Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic: Bei Bedarf würden auch Arbeiten an Dritte vergeben.

Auch Christiane Cyperrek (SPD) fragte, warum die Stadt ihr Krematorium nicht schließt. Parteikollegin Christa Rufer regte an, die Friedhöfe als kühle Aufenthaltsräume für die Bürger zu entwickeln anstatt für viel Geld weitere Gemeinschaftsgrab-Felder „Blätter im Wind“ anzulegen.

Verwunderung herrschte im Ausschuss über rückgängige Nachfrage nach Gräbern. Gemeint seien damit Gräber für Erdbestattungen, hieß es von Seiten der Verwaltung.

Neuhöfer-Avdic kündigte an: Aktuell würden die Friedhofsgebühren neu kalkuliert. Im ersten Quartal 2026 sollten die Gremien sie beschließen. Im zweiten Quartal solle dann eine Studie zur Zukunft des Krematoriums fertig sein und durch die Gremien gehen.

Darin würden drei Varianten gegeneinander gestellt: zwischen dem Weiterbetrieb des Krematorium und der Schließung, sagte Betriebsleiter Sascha Terzic im städtischen Ausschuss.