Die Stromkosten der Stadt Wildberg dürften sich im kommenden Jahr verdoppeln – mit Photovoltaik wie beispielsweise auf dem Feuerwehrhaus will man künftig gegensteuern. Foto: Priestersbach

Die steigenden Stromkosten werden den Wildberger Stadtsäckel im kommenden Jahr heftig belasten. Man rechnet mit Mehrkosten von fast 700 000 Euro.

Wildberg - Im März hatte der Wildberger Gemeinderat beschlossen, dass die Schäferlaufstadt an der so genannten Bündelausschreibung des Gemeindetags teilnimmt – und sich mehrheitlich auf Ökostrom ohne Neuanlagenquote festgelegt.

Die Stadt Wildberg war daraufhin mit vier Losen an der Ausschreibung beteiligt, und zwar mit Leistungsmessung, ohne Leistungsmessung, Straßenbeleuchtung und Wärmestrom. Jetzt lagen die nach einer europaweiten Ausschreibung die Ergebnisse vor, wobei für das Los "Wärmestrom" kein Angebot eingegangen war. In diesem Segment befindet sich das Dienstleistungsunternehmen des Gemeindetages derzeit noch in den vergabekonformen Nachverhandlungen.

Wirtschaftlich heißt allerdings nicht preiswert

Wie man im Wildberger Rathaus nun festgestellt hatte, liegen die sich aus den Angeboten ergebenden Energiepreise für die Stromlieferung überwiegend im Bereich der marktüblichen Preise und können als wirtschaftlich bewertet werden. Wirtschaftlich heißt in diesem Fall allerdings nicht preiswert – und bereits ohne Berücksichtigung des ausstehenden Loses für den Wärmestrom ist bei der Kalkulation mit Mehrkosten von jährlich über 680 000 Euro brutto zu rechnen, die in die Haushaltsplanung für 2023 eingespeist werden müssen.

"Das ist schon Wahnsinn"

"Das ist schon Wahnsinn und mehr als eine Verdoppelung des Strompreises", machte Stadtkämmerer Andreas Bauer deutlich, dass die diese Erhöhung der Hälfte der gesamten Wildberger Grundsteuereinnahmen entspreche. Kein Wunder, dass auch Bürgermeister Ulrich Bünger vor diesem Hintergrund mit einem sehr schweren Haushaltsjahr 2023 rechnet – und er betonte mit Blick auf Berlin: "Ich hoffe noch auf einen Wumms für die Kommunen."

Für die Grünen-Stadträtin Regina Schröder waren die horrenden Stromkosten "fast absehbar". Deshalb zeigte sie sich froh über das Handlungsziel des Gemeinderats, den Strom- und Wärmebedarf der öffentlichen Gebäude in Wildberg künftig klimaneutral mit regenerativen Energieträgern zu decken. "Alles, was wir da investieren, wird sich schnell wieder amortisieren", ist Regina Schröder mit Blick auf die bereits geplanten Photovoltaikanlagen auf dem Feuerwehrhaus oder der Sulzer Gemeindehalle überzeugt.