Pro Kopf lastet einiges auf den Sulzer Bürgern (Symbol-Foto). Foto: ok-foto - stock.adobe.com

Der Kernhaushalt in Sulz steht im Plus, die Eigenbetriebe jedoch im Minus – und zwar bei 18,2 Millionen Euro. Fast 30 Prozent davon gehen an die Stadt.

„Es gibt eine Online-Veranstaltung zum Investitions-Booster“, verrät Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats.

 

Diese werde am 9. Dezember stattfinden. Doch obwohl der Termin noch in der Zukunft liegt, hält er schon erste Zahlen bereit. „Für Sulz bedeutet das Investitionen in Höhe von 8,2 Millionen Euro“, erklärt er.

„Kernhaushalt ist schuldenfrei“

Doch wie berechnet sich dieser Geldmenge? Sie beruhe auf der Schlüsselzuweisung nach mangelnder Steuerkraft, erläutert Fauser den Stadträten. Dieser Faktor werde dann mit der Einwohnerzahl der jeweiligen Kommune multipliziert. „Die Kommune geht in Vorleistung“, beschreibt er das geplante Prozedere.

„Unser Kernhaushalt ist weiterhin schuldenfrei“, blickt der Kämmerer auf die Haushaltslage für das Jahr. Und auch Bürgermeister Keucher ist guter Dinge. „Es scheint ein schlankes Verfahren zu werden“, gibt er seinen bisherigen Kenntnisstand zum Investitions-Booster wieder, dessen Kosten der Kommune dann rückwirkend erstattet würden.

Eigenbetriebe brauchen Kredite

Nicht so rosig wie im Kernhaushalt sieht es hingegen bei den Städtischen Eigenbetrieben aus. Ende 2026 sollen sich deren Verbindlichkeiten aus Krediten nach für Investitionen einem Abbau um immerhin fast 800 000 Euro auf 18,2 Millionen Euro belaufen.

Spitzenreiter ist die Abwasserbeseitigung mit 10,7 Millionen Euro, während die Stadtwerke mit 5,3 Millionen Euro nur mit knapp halb soviel in der Kreide stehen. Der Eigenbetrieb Soziales Wohnungs- und Baumanagement bräuchte 1,3 Millionen Euro, um seine Schulden zurückzuzahlen. Am besten steht die Sozialstation da, die nur einen Betrag von rund 930 000 Euro aufbringen müsste, um raus aus den Miesen zu kommen.

Kaum eine Kommune ist schuldenfrei

Die Differenz der Schulden zwischen Kernhaushalt und Eigenbetrieben beläuft sich auf 5,1 Millionen Euro. Also unscharf formuliert: Die Eigenbetriebe haben bei der Stadt Schulden, die man in der Konsolidierung allerdings heraus rechnen muss, sodass die Gesamtschulden der 12 800 Bürger bei 13,1 Million Euro liegen.

Die voraussichtliche Pro-Kopf-Verschuldung für Dezember 2025 beträgt somit 1026 Euro. Laut der Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes waren zum 31. Dezember 2024 lediglich 97 der 1101 Gemeinden Baden-Württembergs schuldenfrei.

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im „Ländle“ lag damit bei 1654 Euro –und somit deutlich mehr als in Sulz. 2023 hatte keine einzige Kommune im Landkreis Rottweil eine schwarze Null vorzuweisen. Nur im benachbarten Empfingen freute man sich über komplette Schuldenfreiheit.