Die Stadt im Neckartal hat liquide Mittel. Bei der Gewerbesteuer zeichnet sich deutliche Mehreinnahmen ab. Doch auch der Sulzer Haushalt hat ein strukturelles Problem.
Bianca Schwark von der städtischen Finanzverwaltung legte dem Gemeinderat am Montag den Haushaltszwischenbericht für das dritte Quartal 2025 vor.
Die Gewerbesteuer entwickelt sich demnach trotz der wirtschaftlich schlechten Konjunktur positiv. Der Planansatz sah hier Einnahmen von sechs Millionen Euro vor. Mit Stand 30. September gibt es einen Zugewinn von einer Million Euro.
Bei der Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen werden Mehreinnahmen von knapp 6000 Euro erzielt, während bei der Grundsteuer B (bebaubare Grundstücke) aktuell noch ein Minus von 52 000 Euro verzeichnet wird.
Verschiebungen und spätere Fälligkeiten
Außerplanmäßig musste die Stadt lediglich den Lärmaktionsplan mit 15 000 Euro finanzieren. Mehrerträgen von 1,56 Millionen Euro stehen Mehraufwendungen in Höhe von 262 000 Euro gegenüber. Der Ergebnishaushalt liegt somit um 1,31 Millionen Euro über dem Plan.
Auch im Finanzhaushalt sind die Veränderungen überschaubar. Neu ist, dass auf den Kauf einer Rutsche im Kinderbecken des Freibads verzichtet wird. Stattdessen soll die vorhandene im kommenden Jahr mit Unterhaltungsmitteln saniert werden. Somit können 12 000 Euro gespart werden. 5000 Euro müssen zusätzlich für Sirenen in Hopfau ausgegeben werden. Bessere Ausschreibungsergebnisse, Verschiebungen von Projekten oder Baukosten, die erst im kommenden Jahr anfallen, führen im Finanzhaushalt zu Minderausgaben von 666 000 Euro. Im Gesamthaushalt steht jetzt ein Plus von 1,96 Millionen Euro.
Die höheren Gewerbesteuereinnahmen von einer Million Euro sind natürlich erfreulich. Kämmerer Hans-Peter Fauser geht davon aus, dass die Zahl „belastbar“ ist. Im Moment sehe es so aus, dass das Gewerbe in Sulz besser abschneide als man allgemein von der Wirtschaft höre. Allerdings reichten die Mehreinnahmen nicht aus, um das strukturelle Finanzproblem der Stadt zu beheben.
Am 31. Dezember 2024 hatte die Stadt 14 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Diese werden sich bis Ende 2025 um knapp die Hälfte verringern. Damit habe man aber immer noch eine gute Liquidität, stellte Fauser fest. Was den Kämmerer ebenfalls freute: Die Ausgabendisziplin wird eingehalten.