Der Einbruch der Vergnügungssteuer um fast 84 Prozent ist einer der Punkte, die bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2021 in Sulz zur Sprache kommen.
Den Aufschlag hatte die Stadt im Oktober mit einer Premiere gemacht. Damals wurde der erste doppische Jahresabschluss verabschiedet – und zwar der für das Haushaltsjahr 2019.
Im Zuge der Reform des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens war das doppische Rechnungswesen eingeführt worden. Es orientiert sich am kaufmännischen Rechnungswesen. Die Jahresabschlüsse setzen sich aus der Finanzrechnung, der Ergebnisrechnung und der Bilanz zusammen.
Polster bei Rücklagen
In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats kommt Melanie Rehn nun auf den Jahresabschluss von 2021 zu sprechen. Das ordentliche Ergebnis dieses Jahres lag bei 372.032 Euro. Positives ist auch bei den Rücklagen zu vermelden.
Denn in allen drei Bereichen – Rücklagen aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses, Überschüsse des Sonderergebnisses sowie zweckgebundene Rücklagen – zeichnet sich ein Plus von insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro ab.
Gewerbesteuer zieht an
Bei Zuweisungen, Zuwendungen und Umlagen sind mit gut 10,3 Millionen Euro 20,8 Prozent mehr herausgekommen als ursprünglich geplant. Dies führt – wie auch andere zusätzliche Einnahmen – schließlich dazu, dass sich die Summe der Erträge nicht, wie vorgesehen, auf rund 29 Millionen Euro, sondern auf knapp 32,7 Millionen Euro beläuft – also ein Plus von fast 37 Millionen Euro oder 12,7 Prozent.
„Das Jahr war von Corona geprägt“, ruft Rehn in Erinnerung. Damals kamen gerade die ersten Impfstoffe auf den Markt. Während die Vergnügungssteuer um knapp 42.000 Euro – oder 83,5 Prozent – einbrach, erholte sich die Gewerbesteuer.
Zwei Millionen Euro mehr
„Das Ergebnis war positiver als erwartet“, erläutert sie. Denn mit einem zusätzlichen Plus von fast 331.000 Euro – was 5,7 Prozent entspricht – landete man da bei stolzen 6.1 Millionen Euro. Das bedeutet: In Summe gibt es im Bereich „Steuern und ähnliche Abgaben“ dadurch eine positive Planabweichung in Höhe von knapp 517.000 Euro oder 3,2 Prozent, was Einnahmen von fast 16,7 Millionen Euro bedeutet.
„Das war ein genauso gutes Ergebnis wie 2018“, setzt Rehn die Zahlen in einen Kontext. Nur 2019 sei noch besser gewesen. Und auch die erhaltene Summe aus Zuweisungen und Zuwendungen, Umlagen hat es in sich. Denn es gab höhere Schlüsselzuweisungen. „Für Sulz gab es zwei Millionen Euro mehr Umlagen als geplant“, hält sie fest.
Kinderhaus schlägt zu Buche
Die außerordentlichen Erträge in Höhe von rund 915.000 Euro sind zum Großteil auf Bauplatzverkäufe zurückzuführen und liegen auf einem vergleichbaren Niveau wie 2019. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind auf knapp 5,1 Millionen Euro gestiegen – 61,3 Prozent mehr als eigentlich geplant.
Insgesamt beläuft sich der Aufwand dadurch auf 31,4 Millionen Euro – und somit fast 2,4 Millionen Euro beziehungsweise 8,3 Prozent mehr als vorgesehen. Die Bilanzsumme liegt bei über 115 Millionen Euro. Das Sachvermögen ist bei den bebauten Grundstücken um gut drei Millionen Euro gestiegen. „2021 ging das Kinderhaus Neckarwiesen in Betrieb“, nennt Rehn ein Beispiel.
Straffer Zeitplan
Die Verbindlichkeiten aus Krediten lagen, Stand 31. Dezember 2021, bei 75.000 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 25.000 Euro getilgt werden. Die Gesamtschulden im Kernhaushalt beliefen sich auf 152.000 Euro.
„Frau Rehn hat Sulz die Treue gehalten“, ist der Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser sichtlich dankbar. Und stellt gleich den Fahrplan für die nächsten doppischen Tabellen vor. So wolle man noch vor der Sommerpause mit dem Jahresabschluss 2022 fertig sein. 2023 folge dann zu Ende des Jahres.
„Wir sind bei weitem nicht ganz hinten dran“, stellt Fauser das Sulzer Finanz-Licht nicht unter den Scheffel. Mit 2024, 2024 und 2026 wolle man dann im nächsten Jahr – also 2027 – nachziehen. Und er weist auch noch auf externe Unterstützung hin. „Die Gemeindeprüfungsanstalt zeigt uns, was wir noch optimieren können.“