Die Gemeinde Straßberg wird künftig mit weniger Geld in ihrem Haushalt auskommen müssen – das hat auch Konsequenzen für die Maßnahmen und Projekte, die umgesetzt werden sollen beziehungsweise müssen. (Archivfoto) Foto: Schweizer

Die mögliche Schließung des Steinbruch-Betriebs von Schotter-Teufel wirkte sich auf die Sitzung des Gemeinderates Straßberg aus. Einige Maßnahmen werden deswegen verschoben.

„Wir werden etwa 150 000 Euro weniger Einnahmen von Holcim haben als im Haushalt eingeplant waren, zudem werden uns durch die Erhöhung der Kreisumlage weitere 160 000 Euro fehlen“, erklärte Bürgermeister Markus Zeiser in der Gemeinderat-Sitzung am Dienstagabend.

 

„Überlegt, was vorerst nicht dringend nötig ist“

Im Haushalt mit rund 7,5 Millionen an Erträgen seien solche Beträge quasi die Spielsumme gewesen für die Durchführung von Maßnahmen. „Wir haben uns intern schon Gedanken gemacht und überlegt, was vorerst nicht dringend nötig ist“, sagte der Bürgermeister.

Mit in der Sitzung war Ingenieur Peter Czerwenka. Er hatte einige Tagesordnungspunkte ausgearbeitet, machte entsprechende Ausführungen zu den Vorhaben. Seit 2007 werden von seinem Ingenieurbüro jährlich Bestandserhebungen über Straßen in Straßberg und Kaiseringen durchgeführt, und eine aktuelle Schadensliste wird erstellt.

Maßnahmen in Höhe von 8,3 Millionen Euro

Unter dem Strich stehen bis zum Jahr 2040 Maßnahmen in Höhe von 8,3 Millionen Euro an. „Diese Aufstellung ist für uns eine wichtige Übersicht, um zu sehen, wie unser Stand ist“, sagte Zeiser. Die Dringlichkeit wurde mehrheitlich mit der Stufe „gering“ festgelegt, doch erhielten einige Straßen die Priorität „hoch“: Dazu gehören die Beläge in der Stiftstraße und Alte Steige sowie der Vollausbau samt Kanälen in der Mühlstraße und Berliner Straße, was einer Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro entspricht. Bei den derzeitigen Baumaßnahmen im Zollerweg wurde festgestellt, dass viele Abzweige samt Wasserleitungen in einem schlechtem Zustand sind, erklärte Peter Czerwenka. Viele Leitungen wurden in den 1950er- und 1960er-Jahren erstellt; es gibt viele Leckstellen, die teils repariert wurden, teils aber auch nicht.

Über die Maßnahmen wird von Fall zu Fall entschieden

Bürgermeister Zeiser verwies zudem auf die Situation der Straßen im „Altes Heutäle“, bei welchen überwiegend der komplette Unterbau fehle.

Der Gemeinderat nahm die Aufstellung zur Kenntnis – und wird von Fall zu Fall über durchzuführende Maßnahmen entscheiden.

Zur Erinnerung: In einer außerordentlichen Betriebsversammlung bei Schotter-Teufel wurde derzeitigen Informationen zufolge die Schließung des Steinbruch-Betriebs bekanntgegeben. Holcim-Sprecherin Sabine Schädle dementierte dies und erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Firma „eine strategische Neuausrichtung“ durchlaufe, wozu auch der Betrieb des Steinbruchs gehöre.

Laut Esteban Neira, Gewerkschaftssekretär der IG Bau, wurde eine Teilschließung mehrerer Betriebsteile angekündigt – inklusive des Steinbruchs. Seinen Schätzungen zufolge werden mehr als 80 der 105 Beschäftigten davon betroffen sein.