Steigende Ausgaben und sinkende Einnahmen – dieses Bild wird auch in Simmozheim Realität. Bald könnte es auch für die Gäugemeinde finanziell enger werden.
Finanziell geht es bei den meisten Gemeinden tendenziell bergab. Dass in den Kassen kein Minus herrscht, ist eher selten. Doch in Simmozheim ist genau das noch der Fall.
Sowohl 2025 als auch 2026 steht die Gemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen gut da – das wird sich in den nächsten Jahren allerdings ändern, wie die vorläufigen Zahlen deutlich machen. Sparen steht auf dem Plan.
Renate Meier, Kämmerin der Gemeinde Simmozheim, stellte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Haushaltssatzung und Haushaltsplan für das Jahr 2026 vor. Dabei blickte sie zunächst auf das vergangene Jahr zurück. Der Haushalt 2025 habe sich „recht positiv entwickelt“, die Gemeinde habe 539 600 Euro mehr an ordentlichen Erträgen eingefahren, als ursprünglich geplant.
Weniger Aufwendungen
Auf der Seite der Aufwendungen wiederum konnte gespart werden. Mit einem ordentlichen Ergebnis von knapp 900 000 Euro für den Haushalt 2025 lag man somit mehr als eine Millionen Euro über der Haushaltsplanung – bei der man von einem leichten Minus ausgegangen ist.
Einen wichtigen Teil im Haushalt würden die Verkäufe der Bauplätze ausmachen. Außerdem hat man – anders als gedacht – keinen Kredit zur Finanzierung benötigt und somit auch die angedachten Zinsen nicht aufwenden müssen.
Insgesamt lag man bei den liquiden Mitteln zum Jahresende 2025 bei rund 1,9 Millionen Euro im Vergleich zu erwarteten 400 000 Euro. Meier sprach von einer deutlichen Verbesserung im Finanzhaushalt.
Steigende Personalkosten
Was den Ergebnishaushalt angeht, plane man mit „deutlichen Verschlechterungen“. Die Ertragssteigerung bleibe hinter den höher werdenden Aufwendungen, so Meier. Höhere Aufwendungen finden sich insbesondere bei den Personalkosten sowie Transferaufwendungen.
Man rechne für das Jahr 2026 mit einem ordentlichen Ergebnis von knapp minus 580 000 Euro. Das sind rund 450 000 Euro weniger als im Vorjahr.
Meier erklärt, dass eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingeplant ist. Auf der Ausgabenseite sind dafür Zinsen in Höhe von rund 25 000 Euro eingeplant. Im ersten Halbjahr müsse man den Kredit vermutlich nicht in Anspruch nehmen. Und wenn alles gut läuft, wie auch im vergangenen Jahr, bräuchte man diesen vielleicht gar nicht.
Meier wirft auch einen Blick auf den kommunalen Finanzausgleich. Insgesamt fällt das Saldo für dieses Jahr mit rund 1,9 Millionen Euro um 370 000 Euro schlechter aus, als es noch 2025 der Fall war. Während die Einkommensteuer auf der Habenseite um knapp 130 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr ansteigt, erhöht sich die Kreisumlage um rund 240 000 Euro auf knapp zwei Millionen Euro.
Sinkender Kostendeckungsgrad
Ein weiterer Punkt, den Meier aufgreift, sind Einrichtungen wie der Schülerladen oder das Bürgerzentrum. Der Kostendeckungsgrad nehme hier kontinuierlich ab.
Auch mit Blick auf den Finanzhaushalt zeigt sich das insgesamt negativere Ergebnis. Die voraussichtlichen liquiden Mittel zum Jahresende liegen bei rund 322 000 Euro. Das sind circa 1,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.
Bauplätze als Geldquelle
Relevant für den Haushalt würden auch die Verkäufe der Bauplätze aus Schillerareal und Mittelfeld III. Sofern die Plätze so vergeben werden, wie es geplant ist, kann es zu einem positiven Gesamtergebnis kommen. Das Sonderergebnis kann das negative Ergebnis des Haushalts ausgleichen.
In den Jahren von 2026 bis 2029 gibt es einige Investitionsschwerpunkte, die in den Haushalt der kommenden Jahre einfließen werden. So beispielsweise als größtes Projekt die Neugestaltung des Schillerareals mit Kosten in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro. Darüber hinaus stehen laut Haushaltsplan Maßnahmen am Wasserversorgungsnetz an, die Breitbandinitiative, eine Photovoltaikanlage auf dem Bauhofgebäude, die Beschaffung von Feuerwehr- und Bauhoffahrzeugen sowie Kanalsanierungen.
Die Finanzierung soll zu einem großen Teil über die Grundstückserlöse aus Schillerareal und Mittelfeld III geschehen. Das soll rund 6,1 Millionen Euro einbringen. Auch diverse Zuweisungen und Zuschüsse tragen ihren Teil zur Finanzierung bei.
Nach dem Länder-und-Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) hat die Gemeinde Simmozheim im Übrigen ein vorläufiges Budget an Bundesmitteln in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro. Dieses kann in verschiedenen Förderbereichen eingesetzt werden. Durch das LuKIFG werde die Liquidität und das ordentliche Ergebnis ab 2026 verbessert.
Düstere Prognose
Mit Blick auf den Haushalt der kommenden Jahre „sieht es nicht gut aus“, holte Meier auf den Boden der Tatsachen zurück. 2026 könnte das Gesamtergebnis zwar noch in ein Plus umgekehrt werden, ab 2027 sieht es da anders aus.
Das genaue Ergebnis hänge allerdings von Zuweisungen, Einwohnerzuwachs und Kinderzahlen ab. Die Kämmerin sprach von vielen Unbekannten.
Zwar habe man die Finanzen vorsichtig geplant – das Ergebnis könne also wie in den vergangenen Jahren auch positiver ausfallen – allerdings müsse man sich darauf einstellen, dass die Ergebnisse der Folgejahre nicht mehr so gut sein werden.
Derzeit habe man noch die Möglichkeit Fehlbeträge über Rücklagen auszugleichen, aber laut Meier müsse man auch strukturell dagegen steuern.
Möglicherweise höhere Steuern
Feigl erklärte, dass dies beispielsweise über die Erhöhung der Einnahmen, beispielsweise der Steuern, möglich sei. Auch auf der Ausgabenseite könnte man sparen. Der Bürgermeister ist allerdings der Meinung, dass die Gemeinde da bereits in der Vergangenheit wirtschaftlich und sparsam gehandelt hat.