Ähnlich wie im Kernhaushalt, sind die Finanzen auch bei den Eigenbetrieben der Stadt Schopfheim angespannt. Das geht auch aufs Konto des Freibads.
Der größte Eigenbetrieb mit Blick auf Aufgabenspektrum wie Finanzvolumen sind die „Versorgungsbetriebe“, mit Erträgen von knapp sechs Millionen Euro, Aufwendungen von knapp sieben Millionen – und einem Verlust von über einer Million Euro.
Hohe Verluste
Während die Wasserversorgung 2026 mit einem Gewinn von 350 000 budgetiert ist, fahren die übrigen Bereiche mächtig Verluste ein: 330 000 Euro sind es voraussichtlich bei der Nahwärme, 476 000 Euro bei ÖPNV und Tiefgaragen (in 2027: 464 000) und sogar 559 000 Euro bei den Schwimmbädern (2027: 599 000). Ausgeglichen wird dieses Minus zu einem großen Teil aus dem Kernhaushalt der Stadt, die in den kommenden beiden Jahren jeweils 920 000 Euro in die Bereiche ÖPNV und Schwimmbäder gibt.
Diesen Verlustausgleich freilich will die Stadt aus ihrer eigenen Finanznot heraus ab 2028 auf 855 000 Euro weiter kürzen. Zugleich werden die Verluste wegen der geplanten Sanierung des Freibads deutlich steigen, rechnete Arno Asal, kaufmännischer Betriebsleiter der Eigenbetriebe, beim Haushalts-Pressegespräch der Stadt vor.
Wasser wird deutlich teurer
Was die Stadt als ganze nicht mehr stemmen kann, schlägt sich in diesem Fall ganz direkt beim einzelnen Bürger nieder: In deutlich höheren Wasserpreisen. Für 2026 ist zunächst eine moderate Erhöhung um 15 Prozent auf 2,75 Euro je Kubikmeter geplant. Auf 2028 dann, wenn die Stadt ihren Zuschuss deutlich deckelt, müsse der Wasserpreis um etwa 50 Cent auf dann 3,25 Euro je Kubikmeter erhöht werden, um den vor allem durch die Freibadsanierung erhöhten Verlust auszugleichen, so Asal.
Immerhin: Die Abwassergebühren können vorerst konstant gehalten werden: 2,50 Euro je Kubikmeter beim Schmutzwasser, und 0,39 Euro je Quadratmeter beim Niederschlagswasser.
Millionen-Investitionen...
Um die Infrastruktur der Versorgungsbetriebe auf dem Stand zu halten, sollen in den kommenden fünf Jahren rund 37 Millionen Euro investiert werden: 16,6, Millionen Euro in die Wasserversorgung (Bau von Hochbehälter und Tiefbrunnen), 12,5 Millionen Euro in die Nahwärme (Ausbau des Nahwärmenetzes im Stadtgebiet) – und nicht zuletzt sieben Millionen in die Sanierung des Schwimmbads.
... unter anderem ins Bad
„Eigentlich können wir uns das Freibad gar nicht mehr leisten“, machte Bürgermeister Dirk Harscher an dieser Stelle mit Blick auf den laufenden Verlust wie auf die Investitionen deutlich. Andererseits sei es natürlich wichtig, dass eine Stadt wie Schopfheim weiterhin ein solches Angebot habe. Die Investitionen seien daher jedenfalls aus guten Gründen auf sieben Millionen Euro gedeckelt – Geld, für das man dann so viel Leistung, Fläche und Funktion wie möglich bekommen wolle, sagte Harscher mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um künftige Gestalt und Technik des Schopfheimer Freibads.
Busverkehr on demand
Der hohe Verlust unterm Stichwort „ÖPNV“ geht zu einem großen Teil aufs Konto des neuen On-demand-Busverkehrs: Hier sind Aufwendungen von 475 000 und Erträge von 120 000 Euro veranschlagt; die Differenz in Höhe von 355 000 Euro wird über einen Verlustausgleich der Stadt finanziert. Ob diese Zahlen tragen, ist allerdings noch völlig offen: Das Angebot wurde erst vor knapp einem Jahr eingeführt, belastbare Zahlen fehlen noch. Abgerechnet wird laut Landratsamt denn auch erst Mitte kommenden Jahres. Erste Schätzungen sehen aber ganz positiv aus, so Asal.