Die Gemeinde Schömberg hat kein Geld. Da trifft es sich gut, dass zumindest der Wald etwas abwirft. Was sind die Gründe für die positive Entwicklung?
Die relativ feuchte Witterung im Jahr 2025 sei ungünstig für den Borkenkäfer und gut für den Wald gewesen. Auf diesen Nenner hat Inge Hormel, Leiterin der Abteilung Forstbetrieb und Jagd im Landratsamt Calw, in der jüngsten Sitzung des Schömberger Gemeinderates das vergangene Jahr gebracht.
Das Wetter habe eine Entspannung für die Förster gebracht, so Hormel weiter. Es mache auch Hoffnung für 2026.
Sehr gute Holzpreise
Hormel sprach von sehr guten Holzpreisen, die in jüngster Zeit weiter angestiegen seien. Derzeit gebe es beim Holz einen Verkäufermarkt.
Entwarnung in Sachen Klimawandel gab Hormel trotzdem nicht: „Das Wetter ist zu warm.“ Fünf von zehn Monaten seien deutlich zu trocken gewesen. Lediglich in vier von zehn Monaten habe es viel geregnet. Die Durchschnittstemperatur steige weiter an. Von einer Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad spreche keiner mehr.
Der zuständige Revierförster Alex Volkert nannte beim vorläufigen Vollzug des Waldwirtschaftsjahres 2025 ein Plus in Höhe von rund 135 000 Euro. Geplant waren lediglich etwa 107 000 Euro. 2025 sollten fast 3300 Festmeter eingeschlagen werden. Im vorläufigen Vollzug waren es etwa 3500 Festmeter.
Volkert berichtete im Gemeinderat von einigen Arbeiten im vergangenen Jahr. So nannte er die Holzerntearbeiten und Maßnahmen zur Verkehrssicherung beim Barfußpfad in Bieselsberg. Der Bauhof kümmerte sich um einige Feinheiten, so Volkert im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Revierförster richtete in der Ratssitzung ein Lob an den Bauhof der Gemeinde. Helfer des Vereins „Bieselsberg packt’s an“ brachten nach den von Volkert genannten Arbeiten den Barfußpfad im Sommer selbst auf Vordermann.
Außerdem berichtete Revierförster Volkert von Maßnahmen am alten inzwischen abgebauten Windrad.
In diesem Jahr sollen nach Volkerts Angaben rund 3000 Festmeter gefällt werden. Er rechnet mit Einnahmen in Höhe von circa 121 000 Euro.
CDU-Fraktionschef Friedbert Stahl freute sich über die rückläufigen Befallzahlen durch den Borkenkäfer. Tino Bayer (MUZ) stellte zufrieden fest, dass Schömberg beim Wald noch gut aufgestellt sei.
Dem pflichtete Hormel bei. Der Ort sei noch klimatisch begünstigt. „Man muss sich freuen, wenn es regnet“, fügte Revierförster Volkert hinzu.
Michael Nothacker (UWV) wollte wissen, wie der Holzverkauf über die Bühne geht. Hormel antwortete, dass es eine kommunale Holzverkaufsstelle im Landratsamt Calw gebe: „Holzverkäufer sind absolute Profis.“ Diese beobachteten den Markt und führten Verhandlungen mit den Sägewerken. Gleichzeitig hätten sie Kontakt mit den Revierleitern.
Schonender Umgang
Lobend äußerte sich Nothacker über die Fällarbeiten beim Barfußpfad in Bieselsberg. Es sei sehr schonend mit allem umgegangen worden, so Nothacker, der auch Ortsvorsteher von Bieselsberg ist. Die Kommunikation im Vorfeld habe ebenfalls funktioniert: „Wir sind sehr zufrieden.“
„Der Wald wird super gut betreut“, lobte Gemeinderat Jörg Krax (MUZ). Für diese Aussage gab es im Gremium spontanen Applaus.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die vom Forst vorgelegten Zahlen in den Haushalt für 2026 aufzunehmen.