Niedrigere Transferaufwendungen spülten knapp 3,6 Millionen in die Oberreichenbacher Haushaltskasse. Foto: Carsten Knöller

„2026 schreiben wir noch einmal schwarze Zahlen. Das verdanken wir hauptsächlich den höheren Zuweisungen und den geringeren Umlagen“, sagt Bürgermeister Johannes Schaible.

Auch die Gemeinde Oberreichenbach steuere auf eine strukturelle Unterfinanzierung zu, sagt der Rathauschef in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Deshalb würden die aktuellen Sondereffekte verantwortungsvoll genutzt, Schulden weiter getilgt und vorausschauend gehandelt, um die Stabilität und den Handlungsspielraum auch in der Zukunft zu sichern.

 

Hauptverantwortlich für die grüne Ampel im Haushaltsjahr 2026 ist Oberreichenbachs Kämmerer Benjamin Wick. Ein positives ordentliches Ergebnis von 137 701 Euro steht auf dem Papier. Die ordentlichen Erträge betragen 9 371 801 Millionen Euro, die Aufwendungen liegen bei 9 234 100 Millionen Euro. Damit ist die Gemeinde Oberreichenbach eine der wenigen Kommunen, welche den Haushalt noch ausgleichen kann.

Als Erfolgsschlüssel des Haushaltsausgleichs kristallisieren sich laut Wick eine solide Haushaltspolitik sowie die gesunkenen ordentlichen Aufwendungen, insbesondere die Transferaufwendungen (Kreisumlage, FAG-Umlage, Zuschüsse), die sich gegenüber dem Vorjahr um knapp eineinhalb Millionen Euro reduziert haben, sowie die höhere Finanzausgleichsumlage (FAG)-Zuweisungen, die im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,2 Millionen Euro gestiegen sind, heraus.

Spürbare Entlastung

Aber warum hat Oberreichenbach weniger Transferaufwendungen? Durch die zurückgegangene Steuerkraftmesszahl, welche aufgrund konjunkturell bedingter ausbleibender Gewerbesteuereinnahmen zurückzuführen ist, verringerte sich die Umlagebelastung. Dies führte zu einer spürbaren Entlastung des Ergebnishaushalts.

In seinem Plädoyer richtete Schaible den Blick aber auch auf die langfristige Finanzentwicklung. „Bereits in den vorangegangenen Haushaltsberatungen war es Anspruch von Gemeinderat und Verwaltung, das Augenmerk nicht allein auf den formalen Haushaltsausgleich zu richten, sondern nachhaltige Kennzahlen der Haushaltssteuerung stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu gehören insbesondere die Pro-Kopf-Verschuldung oder die Zinsbelastung je Einwohner. Entscheidend für die kommenden Jahre ist nicht der kurzfristige Blick auf den Ausgleich eines einzelnen Haushaltsjahres, sondern die dauerhafte Sicherung der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde“, so der Rathauschef.

Keine neuen Kredite

Trotz steigender Personal- und Sachkosten und geplanter Investitionen von rund 8,7 Millionen Euro bleibe die Gemeinde ohne neue Kreditaufnahme handlungsfähig, betonte Benjamin Wick. Der Schuldenstand des Kernhaushalts beträgt zum Jahresende voraussichtlich 82 504 Euro. Das entspricht lediglich 27,18 Euro pro Einwohner (zu Jahresbeginn noch 41,53 Euro pro Einwohner). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Schuldenstand je Einwohner in Baden-Württemberg liegt bei rund 4400 Euro.

„Gutes Signal für die Zukunft“

Nachdem die anwesenden Ratsmitglieder den Haushaltsplan für das Jahr 2026 einstimmig befürworteten, sprachen die beiden Fraktionsvorsitzenden Stefan Elsässer, von der Bürgerliste, und Joachim Pfeiffle, von den Freien Wählern, dem Kämmerer und der Verwaltung für die grandiose Arbeit ein dickes Sonderlob aus und werteten die Zahlen als „gutes Signal für die Zukunft“.