Etwa eine Million Euro soll 2025 nach Neuhausen fließen, wie Bürgermeister Fritz Link berichtete. Ein Alarmsignal sei, dass 82 Prozent der Gemeinden des Schwarzwald-Baar-Kreises ihren Haushalt nicht ausgleichen könnten. Die Änderung der Grundsteuer führt zu massiven Widersprüchen.
Königsfeld werde wohl 2026 nicht ohne Neuverschuldung auskommen.
Bezüglich Grundsteuer gebe es massive Widersprüche, da manche im Ort wegen des gestiegenen Bodenrichtwertes das Zehnfache des bisherigen Betrags bezahlen müssten. Trotzdem sei das Aufkommen für die Gemeinde aufkommensneutral bei etwa 939 000 Euro. Falls die Widersprüche durchgehen, müsse der Gemeinderat nachsteuern, so Link auf Nachfrage von Ortsvorsteherin Sabine Schuh.
Widerspruch gegen Ergebnis des Zensus
Selbst Widerspruch einlegen möchte die Gemeinde ob des Ergebnisses des Zensus, der einen Bevölkerungsverlust ergab, was 2025 Mindereinnahmen von 268 000 Euro bedeutet, 2026 gar 566 000 Euro.
In Bezug auf hohe Personalkosten besonders bei Kindergärten verwies Link auf den in Baden-Württemberg im Vergleich zu allen Ländern höchsten Personalschlüssel, bei der Krippe bei fünf Kindern je Erzieherin, in Kitas bei zwölf.
Link mahnte steigenden Investitionsrückstau an. Insolvenzen gebe es nicht, eher steigende Gewerbesteuer, beantwortete er die Frage von Schuh. Man müsse aber für jeden Betrieb dankbar sein, der hierbleibe. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass das Regierungspräsidium noch immer nicht die Erweiterung des Autohauses Storz genehmigte. Man werde nun mit einem Anwalt Kontakt aufnehmen.
Größter Posten im Haushalt ist der Kindergarten
Größter Posten im Haushalt für Neuhausen ist mit 668 000 Euro der Zuschussbedarf an den Kindergarten. Dazu kommen neu etwa 3800 Euro für den Austausch von Rauchmeldern, die eigentlich erst 2026 dran gewesen wären. Der Aussage Links, dass die Schuld dafür beim häufigen Auslösen von Fehlalarmen zu Testzwecken durch Personal liege, widersprach Schuh. Sie war der Ansicht, dass es mit einer Feuerwehrübung zu tun habe, Link verwies aber auf die Aussage der Fachfirma. Ärgerlich sei, dass die bisherigen Melder keine austauschbare Batterie haben und deshalb komplett ausgewechselt werden müssten.
Neuer Belag in der Forststraße
200 000 Euro kostet die Belagserneuerung in der Forststraße, 75 000 Euro die gleichzeitige Erneuerung der dortigen Wasserleitung. 65 000 Euro beträgt die Planungsrate für neue Steuerungstechnik am Kosenwäldlebrunnen. Auf Lehrgänge, Ausstattung und Dienstkleidung der Feuerwehr entfallen 22 000 Euro. Darunter ist auch Material für eine von der Wehr in Eigenleistung zu erstellende Damenumkleide.
Flachdach ist undicht
In der Schule ist unter anderem für 10 000 Euro eine Flachdachüberprüfung wegen Wassereintritts nötig. Das übliche Budget liegt bei 20 300 Euro. Am Rathaus ist für etwa 7300 Euro unter anderem die Renovierung der Westwand vorgesehen.
Kleinere Summen beanspruchen die Überprüfung eines Regenüberlaufbeckens, der Pflasteraustausch am Verbindungsweg Müllergässle/ Vogtweg und Sanierungen am Spielplatz Mesmerlehen, am Kriegerdenkmal, Kindergarten und Krippe. Von den knapp 1,1 Millionen Euro an Investitionen im Ort zeigte sich Schuh „positiv überrascht“.