Der Anfang ist gemacht, die Eröffnungsbilanz für Lauterbach für das Jahr 2020 liegt vor. Dass das erst im Jahr 2025 geschehen ist, hat seinen guten Grund.
Julian Friedel vom Büro Schüllermann erklärte in der Sitzung des Gemeinderats die Details. Das Büro für Wirtschafts- und Steuerberatung war von der Gemeinde Lauterbach beauftragt worden, die Bilanz für 2020 zu erstellen.
Warum dieses Vorhaben so lange gedauert hat: Zum 1. Januar 2020 hat die Gemeinde Lauterbach das Neue Kommunale Haushaltsrecht eingeführt – und das war mit einer gehörigen Kärrnerarbeit verbunden. Sämtliches Vermögen der Gemeinde musste dafür neu bewertet werden: Straßen, Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen und vieles mehr. Hinzu kamen die Bewertung von Eigenkapital, der Sonderposten, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Letztlich steht zum 1. Januar 2020 ein Sachvermögen in Höhe von 15,2 Millionen Euro und ein Finanzvermögen von 1,48 Millionen Euro zu Buche. Das Gesamtvermögen liegt daher bei 16,6 Millionen Euro. Unbebaute Grundstücke stehen mit 1,16 Millionen in der Bilanz und bebaute mit 4,37 Millionen Euro. Ein Großteil davon entfällt auf die Schulgebäude mit 3,02 Millionen Euro.
Kredite für Bauvorhaben
Das Infrastrukturvermögen liegt bei 9,52 Millionen Euro. Hierzu zählen Straßen und Plätze mit 3,31 Millionen Euro sowie Abwasserbeseitigungs- und Abfallentsorgungsanlagen mit 3,44 Millionen Euro. Die Friedhöfe werden mit 1,4 Millionen Euro bewertet, Brücken mit 1,09 Millionen Euro.
An liquiden Mitteln standen Anfang 2020 rund 1,24 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Geld war vor allem in Tagesgeldkonten (630 000 und 350 000 Euro) geparkt.
Das Eigenkapital wird mit 13,3 Millionen Euro beziffert, die Verbindlichkeiten mit 1,79 Millionen Euro. Diese entstammen aus der Aufnahme mehrerer Kredite für Bauvorhaben.
100 Seiten pro Jahr
Der größte Brocken ist mit der Erstellung der Eröffnungsbilanz geschafft. „Nun können Sie sagen, ob Sie unser Büro mit der Erstellung der Bilanzen ab 2021 beauftragen oder ob Sie das selbst übernehmen“, sagte Friedel. Die Erstellung der weiteren Bilanzen dürfte deutlich einfacher werden, da die Eröffnungsbilanz lediglich fortgeführt werden muss. 100 Seiten pro Jahr, prognostizierte Friedel, müssten erstellt werden.
Das Büro könne etwa drei Abschlüsse pro Jahr vorlegen. „Wir müssen schauen, dass wir das aufholen“, sagte Friedel mit Blick auf die noch ausstehenden Jahresabschlüsse. Sollte das Büro vom Gemeinderat beauftragt werden, könne dieser Vertrag jederzeit gekündigt werden. Zudem habe die Verwaltung dann Kapazitäten für andere Dinge. 8080 Euro netto würden für die Erstellung eines Jahresabschlusses durch die Firma Schüllermann künftig fällig.
Kämmerer Karl-Heinz Villinger blickte mit Sorge auf die Verschuldung. Diese steigere die Zinsbelastung und reduziere das Eigenkapital.