Die Stadt Bad Teinach-Zavelstein steht bei den Finanzen noch relativ gut da. Trotzdem hat die Kommune an der Steuerschraube gedreht – wenigstens ein bisschen. Das trifft alle Bürger.
Die Stadt Bad Teinach-Zavelstein hat für 2026 einen Haushalt. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstabend den Etat für dieses Jahr verabschiedet. Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden hat Bad Teinach-Zavelstein noch ziemlich solide Finanzen.
Steuern Trotz der vergleichsweise guten Situation müssen die Bürger tiefer in die Tasche greifen. Was Bürgermeister Markus Wendel in der Gemeinderatssitzung im November angedeutet hat, wird nun Realität. Die Stadt erhöht in diesem Jahr die Grundsteuer B (bebaubare Grundstücke) von 390 auf 420 vom Hundert.
Die Erhöhung trifft nicht nur die betreffenden Grundstücksbesitzer, sondern letztendlich alle, da die Grundsteuer bei der Nebenkostenabrechnung der Miete berücksichtigt werden kann. Die Stadt rechnet bei der Grundsteuer B mit Einnahmen in Höhe von etwa 635 000 Euro nach rund 590 000 Euro im Jahr 2025. „Dafür sind in der weiteren Finanzplanung bis 2029 keine weiteren Erhöhungen vorgesehen“, sagte Bürgermeister Markus Wendel in der Dezembersitzung des Gemeinderates, als der Haushalt im Gremium beraten wurde.
Der Hebesatz für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Flächen) ändert sich nicht. Die Stadt rechnet bei bei Grundsteuer A und B mit Einnahmen von insgesamt rund 650 000 Euro.
Gewerbesteuer wird nicht erhöht
Auch der Hebesatz für die Gewerbesteuer bleibt gleich. Kämmerer Manuel Siegmund rechnet hier in diesem Jahr mit Einnahmen in Höhe von 1,06 Millionen Euro.
Der größte Brocken bei den Steuereinnahmen ist der städtische Anteil bei der Einkommenssteuer in Höhe von 2,43 Millionen Euro.
Breitband In welchen Bereichen investiert Bad Teinach-Zavelstein besonders stark? Der größte Brocken ist der Glasfaserausbau. Beim Breitbandnetz gibt Bad Teinach-Zavelstein rund 2,8 Millionen Euro aus. Die Stadt bekommt dafür aber auch Zuschüsse in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.
Feuerwehr Ein weiterer Schwerpunkt bei den Investitionen ist die Feuerwehr. Für das Sanieren des Feuerwehrhauses in Rötenbach und einen Anbau hat die Stadt in diesem Jahr erst einmal eine Million Euro eingeplant. Das Land gewährt dafür einen Zuschuss in Höhe von 80 000 Euro.
Allerdings sollen die Städte und Gemeinden Mittel aus dem Sondervermögen (Schuldentopf) des Bundes erhalten. Bad Teinach-Zavelstein rechnet mit Mitteln in Höhe von 2,17 Millionen Euro (Stand Dezember 2025), schreiben Rathauschef Wendel und Kämmerer Siegmund in ihrem Bericht zum Haushalt. Es ist geplant, das Geld für das Sanieren der Feuerwehrgerätehäuser in Rötenbach und Sommenhardt/Zavelstein zu verwenden. In diesem Jahr könnte nach diesen Planungen eine halbe Million Euro in das Magazin in Rötenbach fließen. Die restlichen Mittel sollen 2027 und 2028 abgerufen werden.
Neues Feuerwehrauto
Für ein neues Feuerwehrauto sind 605 000 Euro eingestellt. Vom Land gibt es dafür einen Zuschuss in Höhe von 55 000 Euro.
Kläranlage Der dritte Schwerpunkt bei den Investitionen ist die Kläranlage. So sind dort 2026 Investitionen in Höhe von 1,07 Millionen Euro eingeplant. „Diese sollen dafür sorgen, dass die Kläranlage wieder auf dem neuesten Stand der Technik ist, damit der Betrieb für die kommenden Jahrzehnte in Bad Teinach-Zavelstein weiter gewährleistet ist“, schreiben Wendel und Siegmund in ihrem Haushaltsbericht. Das Geld muss die Stadt zunächst vorstrecken, so Kämmerer Siegmund im Gespräch mit unserer Redaktion. Es soll dann langfristig über Beiträge wieder hereinkommen.
Kredite Rund 6,9 Millionen Euro will Bad Teinach-Zavelstein in diesem Jahr investieren. Der Zahlungsmittelüberschuss beträgt etwa 303 000 Euro. Die Stadt nimmt im Investitionshaushalt knapp 4,5 Millionen Euro ein.
Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sie rund 2,1 Millionen Euro der vorgesehenen Investitionen über Kredite finanziert.
Der Gemeinderat ermächtigte die Stadtverwaltung, Kredite in Höhe von 2,3 Millionen Euro aufzunehmen. Das heißt nicht, dass dieser Betrag auch benötigt wird. Bürgermeister Wendel erinnerte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend daran, dass im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Euro an Krediten eingeplant gewesen seien, die Stadt aber nur 700 000 Euro gebraucht habe.
Die Kassenkredite legte der Gemeinderat auf 800 000 Euro fest. Die Kassenkredite haben die gleiche Funktion wie im privaten Bereich der Dispokredit beim Girokonto.
Ergebnishaushalt Der Ergebnishaushalt schließt mit einem Minus von rund einer halben Million Euro ab. Im Sinne der Generationengerechtigkeit sollte es hier ein positives oder zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis geben. Ein Minus bedeutet, dass die Stadt von ihrer Substanz lebt.
Wegen der positiven Ergebnisse bis 2023 sammelte die Stadt aber eine stattliche Rücklage an. Sie lag Ende 2024 bei 3,9 Millionen Euro. Würden die Ergebnisse nicht besser, könnte die Kommune dennoch in den nächsten etwa acht Jahren von ihren Rücklagen zehren.
Rücklagen für dunkle Zeiten
Nach Wendels Worten gibt es bei den Zahlen im Ergebnishaushalt aber einen leichten Trend zum Besseren. „Die Ergebnisrücklage wird reichen, um uns durch dunkle Zeiten zu begleiten“, sagte der Rathauschef in der Sitzung am Donnerstagabend.