Das Rathaus in Alpirsbach ist in die Jahre gekommen. In Haushaltsreden mehrerer Fraktionen wurde nun der Umzug ins Hetal-Gebäude vorgeschlagen. (Archivfoto) Foto: Michel

In ihren Haushaltsreden gingen die Fraktionssprecher auf das ein, was trotz der angespannten finanziellen Lage angestoßen wurde. Doch in Bildung, bezahlbaren Wohnraum und ein attraktives Freizeitangebot sei bisher zu wenig investiert worden.

Wie Amtsverwalter Norbert Beck in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Alpirsbach sagte, stehen die Verabschiedung des Kernhaushalts sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für das Jahr 2025 an. Diese wurden in der Februar-Sitzung vorgestellt und die schriftlich von den Fraktionen vorgebrachten Änderungen in das Planwerk eingearbeitet.

 

Die Fraktionen nahmen zum Haushalt Stellung. Zunächst trug Joachim Hermann für die ZfA die Haushaltsrede vor. Er hoffe, dass das Landratsamt den Haushalt rasch genehmigt, da keine Kreditaufnahme geplant ist. Als Höhepunkt der geplanten Investitionen führte er den Bau des Feuerwehrhauses auf, die Erschließung des Gewerbegebiets Grundegert, des Abwasserkanals Höhe 1 und Grundegert, die Sanierung des Teilstücks Reutiner Steige und die Umsetzung des Baugebiets Sulzberg. Die Fraktion regte an, das Hetal-Bürogebäude als Rathaus zu nutzen.

Schaffung von Wohnraum

Für die Fraktion UBL sprach Gerhard Walter. Seiner Meinung nach wäre es ein fataler Fehler, nur die Pflichtaufgaben zu erfüllen. Zu einer attraktiven Gemeinde gehörten Kinderbetreuung, Schulbildung, Arbeitsplätze und ein attraktives Freizeit- und Sportangebot. Trotz der angespannten Haushaltssituation sei einiges realisiert worden wie das Feuerwehrhaus, die Sanierung Schillerstraße und die Ortsdurchfahrt Peterzell. Es stünden aber noch Aufgaben an wie die Höhe 1, Räumlichkeiten für die Ganztagsschule, Sanierung des Schulzentrums aber auch die Schaffung von Wohnraum oder Baumöglichkeiten für junge Familien, resümierte er.

Marina Petschl trug die Haushaltsrede für die Frauenliste vor. Einleitend bemerkte sie, dass den Kommunen trotz begrenzter Finanzmittel immer mehr Aufgaben übertragen würden – aber ohne ausreichende finanzielle Unterstützung. Sie betonte, dass sich die Zusammenarbeit im Gremium und zwischen der Verwaltung und dem Gemeinderat sehr gut entwickelt habe. Dafür dankte sie vor allem Amtsverwalter Norbert Beck.

Rathaus auf dem Hetal-Gelände

Auch für die Frauenliste sei die Investition in das neue Feuerwehrhaus wichtig und richtig. Aber ebenso müssten die Bedürfnisse für die Kinder- und Jugendarbeit berücksichtigt werden.

Das Rathaus, das recht marode sei, könnte in das Verwaltungsgebäude auf dem Hetal-Gelände verlegt werden. Sie hoffe, dass für die Bürgermeisterwahl ein geeigneter Kandidat gefunden wird, bedauere aber, dass Beck dann den Vorsitz verlässt.

Investitionen in die Zukunft

Die Freien Wähler wurden durch die Fraktionsvorsitzende Jaleh Mahabadi vertreten. Wie sie hervorhob, bleiben auch 2025 die finanziellen Rahmenbedingungen eine Herausforderung. Investitionen in die Zukunft der Stadt seien in den Bereichen Bildung und Betreuung erforderlich.

Auch wichtig seien Investitionen in die Infrastruktur wie Straßen, Brücken oder digitale Netze, aber auch in das Wassernetz oder die Abwasserkanäle. Klimaschutz und Nachhaltigkeit müssten mit gezielten Maßnahmen gefördert werden. Weiter führte sie aus, dass Alpirsbach aufgrund seiner Geschichte, seiner Natur und dem kulturellen Leben gefragt sei und all das erhalten und gefördert werden müsse.

Beck stellte den Haushalt und die Wirtschaftspläne zur Abstimmung. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.