Die Finanzlage der Stadt Albstadt kommentiert unser Leser Stephen Zundel. Er appelliert an die Verwaltung beim Projekt Talgangbahn die Notbremse zu ziehen.
Der Haushaltsentwurf 2026 soll am Donnerstag, 11. Dezember, im Gemeinderat verabschiedet werden, ohne dass den konjunkturell bedingt einbrechende Einnahmen Rechnung getragen wird: Haushaltslöcher wachsen und können nicht über „Anpassungen“ beim Hebesatz von Grundsteuern beziehungsweise Neutaxierung von Bodenrichtwerten ausgeglichen werden.
Inmitten der Strukturkrise treffen steigende kommunale Abgaben und Gebühren ins Mark der Bevölkerung während die Ausgaben explodieren. Eine blauäugig durchgewunkene Kulturhalle beziehungsweise Talgangbahn-Reaktivierung verursachen horrende Kosten, die, zum Beispiel für Talgangbahn-Umfeldmaßnahmen, von Albstadt allein getragen werden müssen oder nur anteilig förderfähig sind. Zweistellige Millionensummen werden bis 2040 verpulvert, obwohl der Nutzen immer fragwürdiger wird.
Die Talgangbahn wird als Wachstumstreiber gepriesen, was mit der Insolvenz des einstigen Weltmarktführers aus Tailfingen wie blanker Hohn wirkt. Die Talgangbahn hätte diese Insolvenz ganz sicher nicht verhindert.
Albstadt muss sich Luft verschaffen und ein Horrorszenario abwenden, indem sie zumindest bei der Talgangbahn die Notbremse zieht. Die Akzeptanz des Scheiterns ist günstiger, als Jahrzehnte lang Folgekosten dieses Unsinns zu schultern, ganz nach der Redewendung: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!“
Stephen Zundel, Albstadt Projektgruppe gegen TalgangbahnSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.