Der im Haushaltsjahr 2024 geplante Anbau der Kinderkrippe ans Kinderhaus Aichhalden, der sich verzögert hatte, musste im Haushaltsjahr 2025 neu veranlagt werden. Foto: Herzog

Die Gemeinde hat das Haushaltsjahr 2024 mit einem Überschuss von 1,35 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Liquidität nahm ab, wies aber mit rund acht Millionen Euro ein Rekordergebnis auf. Wie Kämmerer Philipp Stahl im Gemeinderat erläuterte, sei die Planung für das Haushaltsjahr 2024 aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Bedingungen vorsichtig erfolgt.

 

Im Ergebnishaushalt sei lediglich ein Plus von rund 210.000 Euro geplant worden. Ausschlaggebend für das deutlich bessere Ergebnis seien Gewerbesteuer-Einnahmen auf Rekordhöhe von 5,13 Millionen Euro, 792.000 Euro mehr als veranschlagt.

Bei den Aufwendungen habe die Gemeinde bei der Kreisumlage höher angesetzt als tatsächlich anfielen, wodurch 87.000 Euro weniger bezahlt werden mussten. Andererseits seien in die Straßenunterhaltung 338.000 Euro mehr investiert worden als vorgesehen und die Gewerbesteuerumlage sei um 150.000 Euro höher ausgefallen, so der Kämmerer.

Besser als im Plan

Die Überschüsse aus dem ordentlichen Ergebnishaushalt und die des Sonderergebnisses würden den Rücklagen zugeführt. Zum Ende des Jahres 2024 hätten die Gesamtrücklagen einen Bestand von 12,52 Millionen Euro aufgewiesen.

Auch die Finanzrechnung, in der die Liquidität der Gemeinde abgebildet werde, habe mit einem Zahlungsmittelüberschuss von 2,7 Millionen Euro deutlich besser abgeschnitten als der Plan von 1,1 Millionen Euro vorsah.

Für Maßnahmen investiert worden seien 3,3 Millionen Euro. „Die 2023 verschobenen Investitionen halten sich mit den verzögerten und somit verschobenen Maßnahmen 2024 ziemlich genau die Waage“, berichtete Stahl.

Investitionen neu veranlagt

Dadurch mussten unter anderem der Anbau der Kinderkrippe ans Kinderhaus Aichhalden und die Sanierung des Fachklassengebäudes im Etat 2025 neu veranlagt werden. Der Bestand der Zahlungsmittel zum Ende des Haushaltsjahres 2024 habe sich um 817.000 Euro reduziert, betrage aber immer noch ordentliche 8,06 Millionen Euro.

Aufgrund des guten Ergebnisses des weiterhin schuldenfreien Kernhaushalts sei dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ein Trägerdarlehen von 950.000 Euro gewährt worden.

Die Verschuldung konzentriere sich somit auf die Eigenbetriebe „Bad und Versorgung“ und „Abwasserbeseitigung“ und habe zum Ende des Haushaltsjahres 2024 bei 4,97 Millionen Euro gelegen, oder 1166,01 Euro je Einwohner, informierte der Kämmerer.

Bürgermeister Michael Lehrer urteilte, die Ergebnisse seien erfreulich positiv. Allerdings handle es sich um eine Momentaufnahme. Das Haushaltsjahr 2025 werde seiner Einschätzung nach noch einmal gut ausfallen. „Aber 2026 werden wir ins Minus rutschen. Angesichts der Rücklagen ist jedoch keine Panik angesagt. Damit werden wir gut durchkommen“, zeigte sich der Bürgermeister entspannt.

Höherer Fehlbetrag

Beim Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ergab sich für 2024 ein Defizit von 78.000 Euro. Es war damit um 61.200 Euro höher als kalkuliert. Um den Fehlbetrag auszugleichen, ist für 2027 eine Gebührenneukalkulation erforderlich. Die Finanzrechnung erzielte aus dem laufenden Betrieb ein Zahlungsmittelüberschuss von 149.000 Euro. Das waren 97.000 Euro weniger als veranschlagt.

Die Fremdverschuldung des Eigenbetriebs zum Ende des Jahres 2024 betrug 2,93 Millionen Euro. Die Jahresrechnung des Eigenbetriebs Bad und Versorgung will der Kämmerer in der nächsten Sitzung mit den Jahresabschlüssen 2025 vorlegen.

Das Ratsgremium nahm die Abschlüsse zur Kenntnis.