Wie bei vielen anderen Kommunen im Land steht auch in Auggen im Haushaltsplans 2026 ein Defizit.
Dieses beträgt im Ergebnishaushalt knapp 516 300 Euro. Trotzdem blickte Bürgermeister Ulli Waldkirch in der Gemeinderatssitzung aufgrund stabiler Steuereinnahmen positiv in die Zukunft.
Um die Finanzstabilität der Kommune langfristig zu sichern, fokussiert sich die Gemeinde künftig auf die konsequente Nutzung von Förderprogrammen und die laufende Überprüfung freiwilliger Leistungen. Investiert wird fortlaufend etwa in den Schulneubau, die dörfliche Infrastruktur, den Grunderwerb am Bahnhof oder in das neue Gewerbegebiet „Ob dem Bären“. Eine Besonderheit: Für die Jubiläumsfeierlichkeiten zur 50-jährigen Jumelage Auggen-Châteauneuf-du-Pape stehen im Haushalt 35 000 Euro.
Rechnungsamtsleiter Steffen Fante hatte die Details zusammengestellt. Für die Kommune ergibt sich eine Mehrbelastung von jährlich 300 000 Euro für die Unterhaltung der Infrastruktur. Neue Investitionen müssen auch abgeschrieben werden, die gleichfalls den Ergebnishaushalt belasten.
Der Finanzhaushalt 2026 schließt mit einem Zahlungsmittelbedarfsminus von gut 262 300 Euro. Der Finanzierungsmittelüberschuss aus der Investitionstätigkeit steht bei knapp minus 1,7 Millionen Euro. Zieht man den Zahlungsmittelbedarf des Ergebnishaushalts und Tilgungen ab, bleibt am Ende des Haushaltsjahresjahres die Änderung des Finanzierungsmittelbestands in Höhe von rund einer Millionen Euro – darin ist eine Darlehensaufnahme für den Schulneubau enthalten.
Gewerbesteuer positiv
Die Gewerbesteuereinnahmen in Auggen sind zuverlässig positiv. Deshalb bleibt auch der Hebesatz von 370 Prozent stabil. Bei der Gewerbesteuer könnten die Einnahmen rund 1,5 Millionen Euro betragen, das wäre ein Rekord. Bei den Zuweisungen aus der Einkommensteuer rechnet die Verwaltung mit 1,9 Millionen Euro.
Positiv, fuhr Waldkirch fort, wirke sich auch aus, dass die Gemeinde in die Städtebauförderung aufgenommen ist. Hier stehen 900 000 Euro für Gemeindeentwicklungskonzept-Projekte bereit, insgesamt sind drei Millionen Euro an Förderzuschüssen beantragt. Die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinde liegen bei mehr als 1,9 Millionen Euro.
Auch die Umlagen erhöhen sich
Doch mit steigender Steuerkraft erhöhen sich auch Gewerbesteuerumlage, Kreisumlage- und FAG-Umlage, zusammen betragen diese Transferleistungen 4,4 Millionen Euro. „Bei der Kreisumlage liegen wir jetzt bei Zahlungen von 1,78 Millionen Euro, die 39,93 Prozentpunkte sind mit die höchsten im Land“, berichtete der Bürgermeister.
Größter Einzelposten im Ergebnishaushalt sind die Personalkosten von gut 1,7 Millionen Euro – gerade bei der Kinderbetreuung wurde in Auggen aufgestockt. Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen im Ergebnishaushalt auf 8,5 Millionen Euro, knapp acht Millionen Euro stehen an ordentlichen Erträgen dem gegenüber, was zum genannten Defizit führt.
Fünf Millionen für den Schulneubau
Hauptinvestitionsobjekt ist der Schulneubau, insgesamt sind hier über mehrere Jahre fünf Millionen Euro eingeplant. Für Arbeiten an der Sonnberghalle sind 10 000 Euro eingestellt, ebenso 250 000 Euro für den Grunderwerb beim Bahnhof. 100 000 Euro stehen für die bessere Löschwasserversorgung im Gewerbegebiet bereit. Für die Ausschachtung im neuen Gewerbegebiet sind 84 000 Euro vorgesehen.
Investiert wird zudem bei den freiwilligen Leistungen in die Vereinsförderung, in Kinder- und Jugendarbeit, die Musikschule, Feuerwehr, VHS, DRK und soziale Dienste. Die Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit werden bei gut 5,4 Millionen Euro liegen, eingezahlt werden knapp 3,8 Millionen Euro.
Einstimmig beschlossen
„Wir werden in den kommenden Jahren weiter einen hohen Investitionsbedarf haben, die Personalkosten werden steigen, die Umlagekosten auch“, stellte Waldkirch fest. Wie geplante Maßnahmen in Zukunft finanziert werden, hänge von Fördergeldern, den Schlüsselzuweisungen, der Kreisumlage, Gewerbesteuereinnahmen und Zinsentwicklungen ab.
Ingo Ehret bedankte sich im Namen seiner Ratskollegen bei der Verwaltung für deren Arbeit. „Die Bürger sind zufrieden und sehen, dass etwas läuft“, bestätigte er. Der Haushaltsplan wurde einstimmig beschlossen.