Die Wasserleitungen in der Wittlinger Kirchstraße werden saniert. Foto: Andrea-Maria Habeck

Sparsam und vorsichtig wirtschaften, dennoch in die notwendigsten Projekte investieren – das ist die Quintessenz des Wittlinger Haushaltsplans für das laufende Jahr.

Zwar wird das Ergebnis voraussichtlich mit knapp 134 500 Euro ins Minus rutschen, aber die Gemeinde ist schuldenfrei und wird auch keine neuen Kredite aufnehmen.

 

Damit gehöre Wittlingen weiterhin „zum elitären Kreis“ der 100 von insgesamt 1101 Gemeinden in Baden-Württemberg, die kein Geld aufnehmen müssten, stellte Bürgermeister Michael Herr im Gemeinderat fest. „Wir sind immer noch im grünen Bereich“, bestätigte Gabriele Herrmann, Rechnungsamtsleiterin des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV), die das Zahlenwerk in der jüngsten Sitzung vorstellte.

Die Wasserleitungen in der Kirchstraße sind 122 Jahre alt, und die Sanierung kann nicht weiter aufgeschoben werden. Die Gemeinde habe nach dem „Eichhörnchen-Prinzip“ seit mehreren Jahren einen Geldbetrag zur Seite gelegt, erklärte der Bürgermeister, um so die Kosten dieses großen Projekts abzufedern, das mit knapp 200 000 Euro im Haushalt angesetzt wurde. Die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten läuft bereits.

Gehwege reparieren

Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes werden weitere Kosten zu Lasten der Gemeinde anfallen, denn im Zuge der Straßenarbeiten sollen anstehende Reparaturen an Gehwegen und Randsteinen vorgenommen werden. Auch personelle Ressourcen werden gebunden, denn immer noch gebe es säumige Anlieger, die sich nicht für einen Anschluss hätten vormerken lassen, erläuterte Herr. Diese wolle man fürsorglich ansprechen. Wo das Material für den Breitbandausbau gelagert werden soll, werde in Kürze entschieden. Auf Wunsch der Bauleitung soll es nicht im Außenbereich des Dorfs sein.

Die Kosten für Personal, Gebäude und Ausstattung des Kindergartens stellen den größten Posten im Wittlinger Haushalt dar. Neu rücken die Grundschulkinder in den Fokus, für die die Gemeinde ab der kommenden ersten Klasse im September eine Ganztagesbetreuung anbieten muss.

Hierfür wurden 8800 Euro in den Haushalt eingestellt. Voraussichtlich werden 21 Kinder eingeschult werden, die Abfrage nach dem Bedarf an Ganztagesbetreuung läuft.

Für den Unterhalt der Spielplätze rechnet die Gemeinde mit 6700 Euro, und für die Sanierung des Dorfbrunnens, das „dorfeigene Schwimmbad“, sind 4000 Euro eingeplant.

Projekte müssen warten

Bürgermeister Herr legte dar, dass alle weiteren großen Investitionen hintenan stehen müssten, so zum Beispiel die Erschließung des Neubaugebiets „Breitmatt“, die Umgestaltung des Rathausplatzes und ein neuer Parkplatz beim Fußballplatz.

Auch der Umbau der Bushaltestellen an der Kandertal- und Haagener-Straße könne in diesem Jahr nicht umgesetzt werden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember würden die Haltepunkte festgelegt, aber neue Gebäude oder Barrierefreiheit seien dann noch nicht gegeben.

Relativ stabil seien die Steuereinnahmen der Gemeinde, stellte Kämmerin Gabriele Herrmann fest. Laut Prognose liege der Anteil an der Einkommenssteuer bei 818 000 Euro und damit auf dem Niveau von 2024. Die Grundsteuer A sei auf 1500 Euro gesunken, dafür Grundsteuer B auf 110 000 angestiegen, dies infolge der neuen Taxierung. Mit der Hundesteuer kämen 4800 Euro in die Kasse.

Sorge bereite indes der Einbruch der Gewerbesteuer auf nurmehr 66 000 Euro. Aus dem Sondervermögen des Bundes werde die Gemeinde über zwölf Jahre hinweg die Summe von knapp 675 600 Euro abrufen können.