Den aktuellen Stand der Finanzen stellte die Kämmerei vor. Foto: Zerbor – stock.adobe.com

Das Jahr 2022 hat sich für die Stadt Sulz nun doch deutlich erfreulicher entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen. Das ging aus dem Nachtragshaushaltsplan hervor, den die Kämmerei in der Gemeinderatssitzung präsentierte.

Sulz - "Wir sind froh, dass es sich so entwickelt hat", betonte Bürgermeister Gerd Hieber. Zwar könne man das meiste nicht beeinflussen, aber dem Gemeinderat zumindest vermitteln, dass man den Überblick über die Zahlen habe, so der Erste Beigeordnete Hans-Peter Fauser.

Mehr Schlüsselzuweisungen

Verbesserungen ergaben sich unter anderem durch Mehrerträge im Ergebnishaushalt 2022. So gab es laut Nadine Brendle von der Kämmerei deutliche Verbesserungen um rund 780 000 Euro bei den Schlüsselzuweisungen nach der Aktualisierung der Steuerschätzung, ebenso beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (rund 256 000 Euro mehr als geplant) und bei den FAG-Zuweisungen für die Kinderbetreuung (137 000 Euro mehr). Dem entgegen stand unter anderem ein um 300 000 Euro geringeres Aufkommen an Gewerbesteuer.

Dennoch bleibt ein Plus von rund 933 000 Euro im Vergleich zum Planansatz, so dass die Erträge im Ergebnishaushalt 2022 insgesamt bei rund 32,1 Millionen Euro liegen.

Mehr Aufwendungen

Auf der Aufwandseite gab es ebenfalls einige Veränderungen. Während aufgrund der Reduzierung des Hebesatzes bei der Kreisumlage 191 000 Euro weniger als Aufwendungen anfallen, wurden bei manchen Projekten und Bereichen auch unerwartete oder höhere Kosten fällig, so etwa für die Sanierung der Asphaltdeckschicht Rottweiler Straße und Kreisverkehr (90 000 Euro mehr als geplant), für die Stromnachzahlung in der Holzhausener Flüchtlingsunterkunft (rund 37 000 Euro), die Abfallbeseitigung in Fischingen (50 000 Euro) und Weiteres. In Summe erhöhen sich die Aufwendungen nach aktueller Berechnung um rund 75 000 Euro im Vergleich zum Plan.

Betrachtet man Mehrerträge und Mehraufwendungen im Ergebnishaushalt zusammen, bleibt eine ordentliche Verbesserung von rund 860 000 Euro. Das sei nicht nur den höheren Erträgen, sondern auch einer konsequenten Budgetkontrolle zu verdanken, so die Verwaltung.

Einige Kostensteigerungen

Im Finanzhaushalt ergeben sich durch geringere Zuwendungen als beantragt und die Verteilung von Mitteln aus dem Ausgleichstock Mindereinzahlungen in Höhe von etwa 360 000 Euro, was zu rund 5,4 Millionen Euro an insgesamten Einzahlungen führt. Die Auszahlungen sind derweil um etwa 875 000 Euro höher als geplant und liegen insgesamt bei 10,5 Millionen Euro.

Ursächlich sind vor allem Kostensteigerungen nach Ausschreibungen und Vergaben, zudem unter anderem der Umbau des Geschäftsgebäudes Dreher in Renfrizhausen zum Kindergarten (310 000 Euro unerwartete Kosten) und Mehrkosten in Höhe von 250 000 Euro für die PV-Anlage fürs Kinderhaus.

Liquiditätsstand

Insgesamt ergibt sich damit eine Verschlechterung im Finanzhaushalt um circa 1,2 Millionen Euro gegenüber den Planansätzen. Durch die gute Lage im Ergebnishaushalt ließen sich die höheren Auszahlungen im Finanzhaushalt aber zu großen Teilen auffangen, so dass sich die liquiden Mittel 2022 um zusätzlich "nur" 340 000 Euro – und insgesamt 2,7 Millionen – verringern werden. Die berechnete Liquidität zum Ende des Jahres 2022 wird somit bei etwa acht Millionen Euro liegen. Diese Zahl wird als Ausgangspunkt bei den Haushaltsplanungen für 2023 herangezogen.