Die Umstellung auf die neu Doppik beschäftigt die Finanzverwaltung noch immer.                               Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Kämmerer Ralf Busse präsentiert Zwischenbericht zu den Finanzen der Gemeinde

2019 war die Welt noch in Ordnung: Keine Pandemie und die Wirtschaft brummte. Das zeigt sich auch in der betreffenden Jahresrechnung der Gemeinde Schömberg. Aktuell sind die Zahlen auch wieder gut. Allerdings lassen sie nur wenig Schlüsse auf die tatsächliche Lage zu.

Schömberg. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es ums Geld – gleich vier Tagesordnungspunkte beschäftigen sich mit den Finanzen. Das Gremium widmete sich vor allem dem Jahr 2019. Hier standen die Touristik und Kur, die Wasserversorgung und die Jahresrechnung auf dem Programm. Und Kämmerer Ralf Busse gab einen aktuellen Sachstandsbericht über die momentanen Finanzen der Glücksgemeinde.

Man habe in vielen Bereichen den Plan für den jetzigen Zeitpunkt schon übererfüllt, berichtete Busse. Dies sei allerdings bestimmten Abrechnungsmodalitäten geschuldet. Man müsse sich noch immer an die neue Doppik gewöhnen. Hier werde monatlich gebucht. Manche Sachen hätte man aber wie früher bereits für das ganze Jahre gebucht. Das Ergebnis sei, dass man den Plan eben schon jetzt übererfüllt habe.

Deshalb seien die Zahlen auch nicht repräsentativ. Und der Turm habe die Verwaltung gut beschäftigt. Deshalb seien viele andere Sachen liegen geblieben. Die müssten jetzt erst einmal abgearbeitet werden.

Eine Zahl ist vielleicht trotzdem ganz interessant: Bis zum 30. Juni hat die Stadt 1116,58 Euro pro Einwohner aufgewendet. Bei 8121 Einwohnern kommt eine Summe von gut neun Millionen Euro zusammen.

Busse wollte zudem vom Gremium wissen, ob der Finanzzwischenbericht in seiner Kürze akzeptabel sei. Er könne bei seinem Bericht im dritten Quartal gerne einzelne Teilbereiche mehr herausheben, wenn der Bedarf bestehe. Joachim Zillinger (CDU) verneinte dies. "Weniger ist mehr", meinte er. Der Gemeinderat müsse die Vogelperspektive einnehmen und brauche nicht jedes Detail.

Auch bei der Jahresrechnung 2019 seien manche Zahlen mit Vorsicht zu genießen, erklärte Busse. Dies sei der letzte kamerale Haushalt gewesen. Deshalb hätte man alle Hausaltsreste auflösen müssen. Dies habe dazu geführt, dass der Vermögenshaushalt (Investitionen) mit einem Minus von gut 2,2 Millionen Euro abschließe. Mit einem Plus von fast 23,9 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt (laufender Betrieb) komme man so auf eine Summe von Einnahmen und Ausgaben in Höhe von fast 21,7 Millionen Euro.

Und theoretisch habe man der Rücklage gut 5,3 Millionen Euro zugeführt. Auch dies sei aber lediglich ein Effekt der Umstellung. 2019 diene aber als Grundlage für die Eröffnungsbilanz für die neue Doppik.

Hoher Wasserverlust

Die Wasserversorgung habe 2019 einen Gewinn von gut 130 000 Euro erwirtschaftet, erklärte Busse weiter. Nach dem Abzug von Verlustvorträgen aus der Vergangenheit blieben noch knapp 50 000 übrig. Zillinger (CDU) bemängelte, dass mit einem Wasserverlust von knapp 15 Prozent gerechnet werde. Er wollte wissen, wie dieser hohe Wert zustande komme. Bauamtsleiter Martin Dittler begründete das mit der Spülung der Sandfilter.

Bei der Kur und Touristik sehen die Zahlen aus dem Jahr 2019 weniger rosig aus. Hier steht ein Jahresverlust von knapp 990 000 Euro. Dieser Verlust sei aber eingeplant gewesen, so Busse. Insgesamt sei 2019 ein gutes Jahr gewesen – eben noch nicht unter dem Eindruck der Pandemie.

Der Gemeinderat entschied sich schließlich einstimmig zur Feststellung der Jahresrechnung 2019 sowie der Jahresabschlüsse der Kur und Touristik und der Wasserversorgung.

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