Die Mensa der Wiesentalschule wirft offenbar keine Gewinne mehr ab. Foto: Alexandra Günzschel

Es sieht ein bisschen besser aus für den Haushalt 2026 der Gemeinde Maulburg. Am Montag kam der Finanzausschuss des Gemeinderats zusammen, um das Zahlenwerk im Detail zu beraten.

Im Nachgang der öffentlichen Sitzung konnte Rechnungsamtsleiter Ingo Röslen berichten, dass der voraussichtliche Fehlbetrag im Ergebnishaushalt von 564 600 auf rund 460 000 Euro geschrumpft ist. Als einen der Gründe nannte er konkrete Angebote für die Sanierung der Abwasserleitungen. Allein dadurch konnte das Defizit um 21 000 Euro verringert werden.

 

Sogar gute Nachrichten

Gute Nachrichten gab es auch für den Haushaltsplan 2027. Dort stand bei einer Position eine Null zu viel, wodurch sich die Ausgaben um einen Schlag um 432 900 Euro verringerten. Geplant wird für 2027 mit einem Defizit im Ergebnishaushalt in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Im Jahr 2028 soll das Defizit bei 1,7 Millionen Euro liegen. Ab 2029, so die vorläufige Prognose, könne dann wieder ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden.

Zu Rückfragen führte der im kommenden Jahr anstehende Umzug der Gemeindeverwaltung auf Cloud-Arbeitsplätze des Anbieters für Kommunalverwaltungen „Komm.ONE“. Bürgermeisterin Jessica Lang begründete diesen Schritt mit ansonsten bald erreichten Kapazitätsgrenzen und Datenschutz-Auflagen.

Geld für Social Media

m Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind neu 5000 Euro für Social Media eingestellt. Christian Leszkowski befürchtete hohe Folgekosten durch die Pflege der Auftritte, beispielsweise bei einem „Shitstorm“. Die Bürgermeisterin sprach von einem Ansatz, um ein solches Angebot überhaupt erst einmal zu installieren. Von den 35 Kommunen im Landkreis sei Maulburg die einzige, die noch gar nicht auf Social-Media-Plattformen vertreten ist, erklärte sie.

Thema war auch das Dorfstübli. Foto: Alexandra Günzschel

Aus dem Haushaltsplan gestrichen werden konnten die 5000 Euro für 3000 Sandsäcke im Rahmen des Hochwasserschutzes. Sie wurden bereits erworben, wie Leszkowski aufgefallen war. „Ich bin den Haushaltsplan viermal durchgegangen“, ließ er seine Ratskollegen und die Verwaltung wissen. Die meisten Anregungen und Rückfragen kamen von ihm.

Christof Schwald war es wichtig, dass die Jalousien an der Wiesentalschule erst dann für 6500 Euro ersetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass sie nicht wieder von Bällen getroffen werden. Angela Gimpel vom Bauamt versicherte, dass vorher eine Lösung gefunden werde. Die Idee: Der nahe gelegene Bolzplatz soll mit einem Netz gesichert werden.

Dass die Mensa keine Erlöse mehr abwirft, wurde mit gestiegenen Kosten erklärt. Zuvor wurden kleinere Gewinne des Dienstleisters an die Gemeinde weitergegeben. Im aktuellen Haushaltsjahr lag der Ansatz hierfür noch bei 17 000 Euro. Um dies zu ändern, müsste man die Preise erhöhen, sagte Röslen.

Zu einer längeren Diskussion führten die Kosten für die Volkshochschule Maulburg, die sich im kommenden Jahr auf 12 740 Euro summieren. Die kleine VHS müsse sich gegenüber den etablierten Angeboten im Umland behaupten. Dies brauche seine Zeit, betonte Lang, die auf den Mehrwert hinwies, aber auch die Kosten im Auge behalten will.

Lob für Ehrenamt

Schwald nahm dies zum Anlass, das Ehrenamt mit seinen vielfältigen Angeboten zu loben. Leszkowski warnte davor, den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg nicht zu verpassen, wie es beim Tourismusverband geschehen sei.

Sorgen machte sich Schwald um den ältesten Brunnen im Dorf bei der Kirche, da dieser 2026 wieder nicht saniert werden soll. Ihm wurde gesagt, dass der Brunnen bei Frost platzen könnte. Das soll geprüft werden.

Dass manche Bewohner in der Anschlussunterbringung auf Kosten der Gemeinde enorm viel Strom verbrauchen, war ein weiteres Thema. Verantwortlich hierfür sind beispielsweise Tiefkühltruhen im Wohnzimmer. Manchmal hilft ein Gespräch: Etwa dann, wenn sich die Bewohner, anstatt eine defekte Heizung zu melden, lieber einen Heizlüfter anschaffen.

Im Dorfstübli wird die Hausmeisterwerkstatt zu einem Jugendraum umgebaut. Die Werkstatt wiederum zieht in einem Kellerraum um, die fortan mit einem einfachen Kettenzug bestückt und beliefert werden soll. Leszkowski kritisierte dieses Vorhaben als noch nicht zu Ende gedacht. Auch Schwald wünschte sich bis zur Haushaltssitzung genauere Informationen.

Thema Fluchttüren

Verwunderung löste der Umstand aus, dass nun alle Fluchttüren in der Alemannenhalle ertüchtigt werden müssen, da sie nicht die für 300 Personen erforderliche Durchgangsbreite von 1,20 Metern aufweisen. Die Frage, warum dies niemanden rechtzeitig aufgefallen sei, stand im Raum.

Weil ohnehin nie mehr als 1800 der zugelassenen 2400 Personen in die Halle gelassen werden, hofft man nun darauf, nicht alle Türen umbauen zu müssen. Veranschlagt sind hierfür 30 000 Euro. Teuer wird in der Halle auch der Austausch von Beleuchtung (55 000 Euro). Denn die passenden Leuchtmittel für die ohnehin marode Anlage sind nicht mehr zu bekommen.

Auch in der Grundschule und im Rathaus müssen aus diesem Grund Lampen ausgetauscht werden.

Kamera fürs Schwimmbad

Für das Hallenbad besteht der Wunsch, für etwa 5000 Euro eine Kamera anzubringen, um das Nichtschwimmerbecken vom Bademeisterraum aus vollständig überblicken zu können.

Um mit der Machbarkeitsstudie für einen interkommunalen Wärmeverbundloszulegen, fehlt der Gemeinde derzeit noch die Förderzusage, wie auf Anfrage von Mario Reif zu erfahren war.