Das Stadtmuseum in Schopfheim Foto: MT-Archiv/Maximilian Müller

Die kulturellen Angebote in Schopfheim sind sehr beliebt. Zukünftig wollen Museum, Stadtbibliothek und die Kulturveranstalter enger zusammenarbeiten.

Tanja Zimmermann (Leiterin Fachgruppe Soziales, Kultur und Sport der Stadtverwaltung), Museumsleiter Dominik Baiker, Bibliotheksleiterin Katja Benkler und Kulturbeauftragter Patrick Schmidtner haben im Finanz- und Verwaltungsausschuss ihre Pläne für eine stärkere Zusammenarbeit ihrer Einrichtungen vorgestellt. „Wir wollen mit den vorhandenen Ressourcen mehr Wirkung erzielen“, kündigte Zimmermann an. Das Museum hatte im vergangenen Jahr 56 Prozent die Bibliothek zehn Prozent und die Kulturveranstaltungen 8,3 Prozent mehr Besucher.

 

Patrick Schmidtner blickte auf die Kultursaison 2024/2025 zurück, in der 2150 Männer und Frauen an einer oder mehreren der 22 Veranstaltungen teilnahmen. Besonders beliebt seien die Konzerte mit Bands aus der Region. Der Kartenverkauf erfolge meistens kurz vor der Veranstaltung. Er kündigte an, demnächst ein Kulturforum zu veranstalten, bei dem die Kulturanbieter analysieren, welche kulturellen Angebote es noch nicht gibt und welche Angebote besonders beliebt sind. Geplant ist auch – wie in Balingen – Kulturbegleiter einzuführen, das sind Menschen, die Senioren eine Teilhabe an Kultur ermöglichen. Auch flexible Angebote und Preise sollen Bürger dazu bewegen, das städtische Angebot wahrzunehmen.

1000 Eintritte mehr als 2025

Dominik Baiker verkündete gute Zahlen für das Stadtmuseum. 2025 zählte das Museum 2826 Eintritte, 1000 Eintritte mehr als im Vorjahr. Wichtig war die Theo Baumann-Ausstellung, aber auch die Ausstellung des Berliner Künstlers Ryo Kato mit 400 Besuchern. „Von den acht Bildern wurde ein Bild verkauft“, betonte Baiker. Ein Vorteil für den Künstler sei es, dass das Museum für den Verkauf keine Provision kassiere. Das Museum sei ein touristischer Ort, ein Ausstellungsort und ein außerschulischer Lernort. Die Geschichts-AG der Max-Metzger-Grundschule sei regelmäßig Gast im Museum, andere Schulen buchten Führungen und das THG habe in ihrer Projektwoche einen Produktdesign-Workshop veranstaltet. Die Funktion „außerschulischer Lernort“ solle weiter gestärkt werden. Die Ausstellungstätigkeit richte sich zukünftig an Themenjahren aus. Dieses Jahr laute das Thema „200. Todestag von Johann Peter Hebel“.

Katja Benkler freut sich über die Zunahme der Besucher der Stadtbibliothek (+10,2 Prozent) trotz verringerter Öffnungsstunden. Dagmar Fuchs (Grüne) fragte, ob die Bibliothek an mehr Nachmittagen öffnen könne. Das würden sich viele Bürger wünschen. Das gehe nicht, sagte Benkler. Dann könne man nachmittags keine Veranstaltungen mehr anbieten. „Wir brauchen einige Nachmittage auch für interne Abläufe.“

Rückgang bei DVD-Ausleihe

Benkler sagte, das Ausleihen von Medien verliere an Bedeutung, Besucherzahlen und Aufenthaltsqualität würden wichtiger. Die Bürger konsumierten Angebote der Streaming-Dienste statt sich DVDs oder Blue-Rays auszuleihen. Sie kündigte die Sanierung der Decke und der Beleuchtung an.

Sven-Hendrik Wünsch (Freie Wähler) lobte die Arbeit der vier Kulturvertreter. „Ich habe selten so etwas Positives gesehen wie heute“, sagte er. Michael Böhler (CDU) pflichtete ihm bei: „Sie brennen für die Themen. Eine solche Präsentation habe ich selten erlebt.“

Bürgermeister Dirk Harscher sagte, Kultur sei wichtig für ein Mittelzentrum wie Schopfheim. Auch Auswärtige sollten die Angebote wahrnehmen. Unverständlich sei, wenn man nach einer Kulturveranstaltung noch in ein Gasthaus gehe, dort aber abgewiesen werde. Rudolf Wasmer bekannte sich als Fan des „Sommersounds“. „Es ist besser als das Stimmen-Festival.“ Schön wäre es gewesen, wenn die THG-Schüler sich nicht nur ein Tablett und Geschirr für ihre Mensa überlegt, sondern es auch produziert hätten. Dann ging es noch darum, das Museum in die Ganztagsbetreuung der Grundschüler zu verankern, Die jungen Menschen seien für das Museum die „Zielgruppe der Zukunft“, sagte Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler). 68 Prozent der Kosten seien gedeckt, so Patrik Bender, Leiter des Fachbereichs Bildung, Bürgerservice und Sicherheit. Der Rest müsse über Elternbeiträge und städtische Zuwendungen finanziert werden.