Lisette Cardozo hat es dieses Jahr zum ersten Mal ins Finale des Wettbewerbs geschafft. Die junge Musikerin freut sich darauf, dort andere Singer-Songwriter kennenzulernen Foto: WCA

Lisette Cardozo spielt fünf Instrumente und schreibt eigene Songs seit sie zwölf Jahre alt ist. Mit ihrem Lied „Feierabend“ nimmt die Songwriterin am Wettbewerb „Songs“ der Popakademie Mannheim teil – und hat es ins Finale geschafft.

Seit neun Jahren wohnt die 17-jährige Lisette Cardozo in Lahr. Mit der Städtischen Musikschule hat sie sich dieses Jahr zum dritten Mal am Songwriting-Wettbewerb „Songs“ der Popakademie Mannheim beworben – und steht im Finale. Das findet am 3. Mai in Suttgart statt. Mit unserer Redaktion hat die Songwriterin über ihre Musik gesprochen und darüber, was diese für sie bedeutet.

 

Frau Cardozo, wie sind Sie zur Musik gekommen?

Meine Eltern haben mir mit vier Jahren schon Klavierunterricht ermöglicht. Ich habe mit sieben Jahren dann auch angefangen, Cello zu spielen und mich mehr für klassische Musik zu interessieren. Ein Bekannter hat mir beigebracht, Mundharmonika zu spielen und mit zwölf Jahren kam dann noch das Saxophon mit Unterricht dazu. Zu der Zeit habe ich auch angefangen, eigene Songs zu schreiben. Ich wohne seit neun Jahren in Lahr, hier habe ich auch noch mit der Gitarre angefangen und habe in Bands gespielt. Viele Möglichkeiten hat mir dabei das „Groove Lab“ der Musikschule Lahr geboten. Durch das offene Unterrichtskonzept und regelmäßige Konzerte konnte ich einiges an Erfahrung sammeln. Das war sehr wichtig für mich.

Warum machen Sie Musik?

Ich schreibe Lieder, damit ich die Momente, die so schnell vorübergehen, verpacken kann in etwas, das länger bleibt. Aber es gibt noch mehr Gründe. Ich schreibe zum Beispiel auch dann, wenn mich etwas beschäftigt oder belastet. Früher war meine Antwort auf die Frage: Damit die Menschen, die meine Musik hören, sich weniger alleine fühlen. Heute würde ich ergänzen: Ich möchte einerseits einfach Unterhaltung bieten, aber mir ist es auch wichtig, mit meiner Musik die Diskussion zu den Themen Glauben und der Existenz Gottes anzuregen.

Was ist Ihre musikalische Inspiration?

Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Ich finde den christlichen Musiker Keith Green sehr inspirierend. Vor allem seinen Lebensstil im Bezug auf seinen Glauben finde ich sehr gut. Er hat zum Beispiel das Geld, das er durch seine Musik verdient hat, gespendet. Außerdem mag ich die Lieder von Bob Dylan und seine Art, Musik zu schreiben, vor allem wie er alles in Bildern verpackt. Er beschreibt präzise was er meint, aber regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Das macht einen Song zu einem guten Song, finde ich. Ich selbst höre vor allem christliche Rock- und Popmusik und ansonsten von allem ein bisschen.

Mit welchem Song nehmen Sie am Wettbewerb teil?

Ich besuche am Clara-Schumann-Gymnasium den Musikleistungskurs. Wir haben dort den Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert durchgenommen. Eines der Gedichte, das dort zugrunde liegt, hat mich inspiriert, diesen Song zu schreiben. Er ist etwas ausgefallener als meine anderen Songs. Die meisten schreibe ich nämlich auf Englisch, dieser hier ist auf Deutsch. Ich finde auch die Geschichte in dem Song lustig.

Was sind Ihre Erwartungen für den Wettbewerb?

Erwartungen habe ich eigentlich keine. Ich würde sagen, ich habe die Hoffnung, einen Preis zu bekommen. Ein Coaching an der Popakademie fände ich schon toll, das kann man unter anderem gewinnen. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn ich zum Beispiel einen Geldpreis für meine Musikschule gewinnen könnte. Aber ich freue mich überhaupt, dass ich es so weit geschafft habe, jetzt schaue ich einfach was passiert.

Wie soll es für Sie mit der Musik weitergehen?

Ich weiß noch nicht, was ich beruflich machen möchte. Momentan gefällt es mir auf jeden Fall sehr gut, ab und zu in der Region aufzutreten.

Zum Anhören

Lisettes Musik findet man auf Youtube unter @lissixmusic9414 oder auf Instagram @lissixmusic. Live zu sehen ist sie am 10. Mai im Rock Café in Altdorf mit Musikern aus der Region.